Guckst du: Robo Geisha

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Guten Morgen Deutschland!


Heute gibts mal was Neues von mir. Auf vielfachen Wunsch (naja, einer hat gefragt....) gibt es heute eine Filmkritik. Auf gehts:


Robo Geisha
Action-Komödie/Sci-Fi
Japan 2009
Regie: Noboru Iguchi



Kurz zur Story (kein Spoiler):

Hmm, Geishas! Verführerisch. Schoen. Mysterioes. Yoshie ist die typische jüngere Schwester, in jeder Hinsicht von ihrer älteren Schwester Kikue überschattet. Yoshie schrubbt die Wände im Geishahaus und führt niedere Arbeiten aus. Kikue ist verliebt in den jungen Chef einer lokalen Stahlfirma, aber Yoshie ist diejenige, die er eigentlich will! Dies ist ein 
Rezept für heftige Konflikte ...

Der jüngste Versuch von der Crew hinter Kult-Titeln wie: Machine Girl, Boy Sukeban, Tokyo Gore Police und Vampire Girl vs. Frankenstein Girl. Wer diese Filme liebt, weiss genau was mit Robo Geisha auf ihn zukommt: Ein gewalttätiger, tumber B-Movie, voll mit Versatzstücken aus dem fiebrigen Geist des Regiesseurs Iguchi: Die Mädchen treten in Kung Fu Manier mit den Füßen zu, dann eroeffnen sie das Feuer aus ihren Brüsten mit Maschinengewehren. Gerade wenn man denkt Iguchi und Nishimura haben so ziemlich alles an bizarren Szenarien und Waffen gezeigt, kommt auch schon die nächste Welle: Blutende Hochhaeuser, riesige Roboter, Geishapanzer und natürlich nicht zu vergessen: Wurfsterne und Katana die aus Frauenärschen platzen.


Eine der zahlreichen Waffen.....

Also ich weiss ja nicht, was die Macher dieses Films geraucht haben, aber gesund war das sicher nicht! Gleich vorweg: Ich beziehe mich hier auf die englische Originalversion. Ja doch, sie haben für den Film tatsächlich ein paar Japaner gefunden, die englisch ablesen koennen! Die deutsche Synchro ist grottenschlecht und lässt viel vom hintergründigen Humor einfach verpuffen. „Ass Shuriken“ hoert sich einfach cooler an als „Hinternwurfsterne“. Das gleiche gilt fuer „Brustmaschinengewehr“, da ist „Boobs gatling gun“ doch gleich viel herzhafter.

Schlimm auch die pfurztrockene deutsche Synchro der mit viel Herzschmerz getragenen Dialoge zwischen den beiden Roboschwestern Yoshi und Kikue. Insgesamt passt aber selbst die miese deutsche Synchro zu diesem Film, weil man wegen der ganzen irren „Effekte“ kaum Zeit hat, sich ueber die Dialoge aufzuregen. Die Story ist im Vergleich zu Tokyo Gore Police ein wenig flach, dafür trumpft der Film mit der süssen Aya Kiguchi auf. Liebhaber werden dann auch mit viel Haut und aufblitzenden Hoeschen belohnt.


Ja Jungs, ich weiss doch was ihr sehen wollt....


Kurz, wer stupide Action, viel Blut, Explosionen und Schiessereien, leichtbekleidete J-Gals und dumpfe Dialoge mag, ist mit Robo Geisha bestens bedient. Serviervorschlag: Am besten mit viel Bier und moeglichst starkem Schnaps anrichten. Ein paar Tüten Majo-Krabbenchips und Tintenfischsnacks auf den Tisch und schon kann der Filmabend beginnen. Achtung! Am besten nicht mit einem Mädel anschauen, das man später noch zum Fummeln überreden will!

Coolios movie rating:     


Robo Geisha (englische Version)  * * * * * * (6 von 6 Sternen)
Robo Geisha (deutsche Version)  * * * *       (4 von 6 Sternen)  

Ey Japan, was geht? Teil 6 Gesundheit

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Gueten Tach,

Nach meinem 14-taegigen Dauerbesaeufnis .......... oempf ........ dienstlichem Aufenthalt in Kyushu (Suedjapan) hatte ich das dringende Beduerfnis, mal wieder zum Arzt zu gehen. Irgendwie zuckt meine linke Augenbraue unkontrolliert. Und siehe da, der Doktor empfiehlt mir dringend, meinen Organspenderausweis unverzueglich wieder zurueckzugeben und die Anordnungen zur Beseitigung meiner sterblichen Ueberreste in meinem Testament um den Zusatz: „Vorsicht! Leicht entflammbar!“ zu erweitern. Also alles in Ordnung. Oder so......

Aber mal im Ernst, meine Leberwerte sind erstaunlich gut! Und ja, alles andere ist dafuer erstaunlich schlecht. Zuviel Cholesterin, Methaboliksyndrom, Nasenspraysucht, usw. Pfft, Maedchen! Ich will alt UND krank sterben, nicht mit 80 sabbernd mit Rollator und windelbestueckt durch die Gegend stoeren!

Nun gut, zur Sache. Ich habe da so meine ganz eigenen Erfahrungen beim Arzt gemacht. Siehe: http://samurai-biker.blogspot.com/2009/02/aua.html
Auslaender haben in Japan eh schon keinen leichten Stand. Werden sie aber krank, ist es ganz vorbei. Japanische Aerzte neigen dazu, uns Wessis ueber einen Kamm zu scheren. Hier mal eine Typische Auflistung von Beschwerden und der dazugehoerigen Diagnose des japanischen Arztes:

1. Wehwehchen: 2 Rippen gebrochen.  Diagnose vom jap. Arzt: Zu fett!
2. Wehwehchen: Dicker Zeh gebrochen.  Diagnose vom jap. Arzt: Zu fett!
3. Wehwehchen: Hohes Fieber, Brechreiz.  Diagnose vom jap. Arzt: Zu fett!
4. Wehwehchen: Kopfschmerzen, Schwindelgefuehl.  Diagnose vom jap. Arzt: Zu fett!

Doch, das ist die reine Wahrheit! Nicht nur, das wir uns unter den Augen von allen anwesenden Schwestern, Schwesternschuelerinnen, Praktikantinnen und Klofrauen komplett ausziehen muessen (Aber ich hab doch nur eine Erkaelt.... „Ruhe! Klamotten runter, Gaijin!“). Nein, wir sind auch auf jeden Fall und ueberhaupt zu fett.

In Japan zahlt man bei fast jedem Arztbesuch einen gewissen Obulus, zumindest solange man sich allein der gesetzlichen Krankenversicherung anvertraut. Roentgen? Kostet extra! Verband anlegen? Extra! Gaijin? Doppelextra! Keine Angst, richtig teuer wirds eigentlich nie und oft spart man sich den Gang zur Apotheke, weil der liebe Onkel Doktor die meisten Drogen direkt vor Ort hat. Fuer Selbstversorger gibt es in DrugStores erstaunlich starke rezeptfreie Schmerzmittel zu akzeptablen Preisen. Aber Vorsicht! So manches von dem Zeug kann einen ausgewachsenen Elefanten umhauen! Besonders wenn man die allgemein beliebte Formel: „Isch bin dobbelt so gross wie die Jabbos, also nehm isch auch die dobbelte Dosis, ihr Pussies!“ anwendet.

Wie es um die Qualitaet der Zahnpflege steht? Wer jeden Morgen, so wie ich, im Zug den direkten Kontakt mit Salarimen und deren stinkenden Zahnruinen hat, weiss was auf dem Gebiet geht: Nicht viel. Warum auch mal einen Batzen Geld in die Pflege der Zaehne stecken, wenn man doch fuer das gleiche Geld ein Ipad oder ne schoene Omega bekommt. Sieht ja auch viel besser aus. Naja, solange man das Maul haelt. Gilt auch fuer Weibchen, nur sind da die Konsumartikel gegen Lousy Vuitton- und/oder Pradahandtaeschchen zu vertauschen. Ach ja, und gegen Stilettos natuerlich......


Krankenhaeuser in Japan sind auch so eine Sache. Es gibt sehr feine und teure Privatkliniken auf hohem internationalem Niveau. Leider sind diese Kliniken meistens auf das Vergroessern von Moepsen und das Verkleinern von Aerschen spezialisiert. Die allgemeinen staedtischen Kliniken dagegen sind eng, alt und irgendwie schmutzig. Einen Park zum Spazierengehen gibt es nicht, dafuer ist die Verkehrsanbindung an die Stadtautobahn meist direkt vor der Tuer. Schon im Wartezimmer riecht es nach faulendem Fleisch. Naja, wenigstens machen die Angestellten einen durchaus motivierten Eindruck. Eine schockierende Anektode, an die ich mich ungern erinnere: Als ich und meine Exfrau nach der Geburt unseres Sohnes im Krankenhaus mit einer Dose Kaffee (....hier bitte eigenen bloeden Spruch darauf eintragen....) im Wartezimmer saßen, wurde direkt vor unseren weit aufgerissenen Augen ein Babysarg aus dem Aufzug herausbugsiert und in einen draussen, fuer alle Krankenhausinsassen dieser ENTBINDUNGSKLINIK, sichtbaren Leichenwagen gebracht!


Bis denne.......

Einer geht noch (Uncensored Version)

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Die Wahrheit ist irgendwo da draussen. Ganz bestimmt....



Hallo meine Schnuffis!

Nein, ich bin nicht vor einen Shinkansen, sondern in ein Flugzeug gesprungen und in meine Lieblingsfabrik in Südkyushu geflogen. Ein paar Dinge sind mir hier wieder unheimlich klar geworden: Japaner haben es nicht so mit Ironie und Sarkasmus. Nun gut. Altbekannt. Stattdessen habe ich mich einer typisch deutschen Sitte erfreut: Alkohol bringt die Leute zusammen. Und so begab es sich dann, das, während meine japanischen Kollegen nach 3 Bier eingeschlafen, bzw. ins Koma gefallen waren, 3 Deutsche wie sie verschiedener eigentlich garnicht sein können (Sauerland, Hessen, Niederbayern) in einem Izakaya übelster Sorte den kompletten Biervorrat entsorgt haben. Es gab den ganzen Abend Witze und Bullshitting vom Feinsten. Beispiel gefällig? Na gut, ihr habt es so gewollt: Wenn Adam und Eva Chinesen gewesen wären, hätten wir heute nicht solche Probleme, denn die hätten im Paradies nicht den Apfel, sondern die verdammte Schlange aufgefressen! Bwahahaha!

Du Yoshi! Guckst du! Glaub isch, Welle hat bissken gefressen.....


Auch etwas, das den Japos vollkommen abgeht. Nun gut, nach erfolgreicher Abfüllung, bzw. Rauswurf aus dem Izakaya (Gaijin wa kowaii desu ne....) sind wir noch auf den Hotelparkplatz, haben meinen X7 ans Navi von unserem Toyota Corolla Probox-Mietwagen angeschlossen und haben eine allerfeinste Akapellaversion von Boney M's "Mary's Boy Child" runtergeleiert. Ein Bild für die Götter: 3 vollkommen besoffene Gaijin sitzen unter der offenen Heckklappe in ihrem Kombi und schmettern heidnische Weisen. Mitten in Inaka Japan! Und siehe da, obwohl wir aussahen wie das lebende Beispiel für fortgeschrittenen Alkoholismus, wurden wir alle 3 von paarungswilligen Inakaschicksen nach unserer Zimmernummer gefragt.

Naja, wenigstens das Essen war lecker: Lotuszeugs mit Hackfleisch dazwischen


An den Rest der Nacht kann ich mich leider (oder GottseiDank...) nicht mehr erinnern. Aber am anderen Morgen bekam ich durch den noch vorhandenen Alkoholschleier so grad noch das hektische Gemecker einer durchaus attraktiven jungen Japanerin mit, warum ich ihr denn verdammtnochmal nicht geöffnet hätte. Sie hätte eine Viertelstunde an meine Tür geklopft. Naja, Scheisse passiert eben. Nachdem ich ihr wahrheitsgemäß erklärt hatte, das ich nach 7 Litern Bier nicht mal für Angelina Jolie aufstehen würde, habe ich ihr erlaubt, mich am Wochenende in Tokyo zu besuchen. Vielleicht hat sie diesmal Glück und ich bin nüchtern. Aber wahrscheinlich nicht. Ob ich ein Problem mit Alkohol habe? Nope! Ich habe Probleme ohne Alkohol! Wohl bekomms! Rölps!

Willkommen in der Matrix, Coolio!

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Hab ich doch gestern tatsaechlich meinen X7 im Buero liegen lassen. Das bedeutet fuer mich, ohne Musik in den Zug zu muessen und das ganze daemliche Gequatsche mitzukriegen. Heiliger Batman! Ist es nicht erstaunlich, das besonders die Leute, die sich sich eigentlich gar nichts zu sagen haben, immer diejenigen sind, die am meisten dusseliges Zeug quatschen?

Dabei folgen die Gespraeche immer einem „unsichtbaren Faden“.
Zwei Frauen im Zug, August:
A: Heiss, was?
B: Ja, heiss.
A: Letztes Jahr um die Zeit war es auch so heiss, was?
B: Ach so ist das. War genau so heiss, oder?
A: Hoffentlich wird es bald Herbst, oder?
B: Ja, so ist das.

Ich: Kurz vorm Amoklauf!

Zwei Frauen im Zug, Oktober:
A: Kalt, was?
B: Ja, kalt.
A: Letztes Jahr um die Zeit war es auch so kalt, was?
B: Ach so ist das. War genau so kalt, oder?
A: Hoffentlich wird es bald Fruehling, oder?
B: Ja, so ist das.

Ich: Nehme meinen teuren Lamy-Fuellhalter und ramme ihn mir mitten ins Herz.

Ueberhaupt habe ich immer das Gefuehl, das Gespraeche und Kontakte hier in Japan immer wie in einem Computerspiel ablaufen: Geh bis zu diesem Punkt, dann wird jene Aktion ausgefuehrt. Frage so und die Antwort ist so. Machst du alles richtig, bekommst du Bonuspunkte. Machst du alles falsch, sinkt dein Lebensbalken und irgendwann ist Game Over. Japaner spielen das Spiel im „Easy“-Modus, Gaijin im „Die hard“-Modus.

Du kommst in ein Konbini, die Bedienung bruellt aus voller Kehle „Irashaimasen!“.
Du gehst an die Kuehltheke, die Bedienung bruellt aus voller Kehle „Irashaimasen!“
Du gehst zum Fertigfutter, die Bedienung bruellt aus voller Kehle „Irashaimasen!“
Du gehst zur Kasse, die Bedienung bruellt aus voller Kehle „Irashaimasen!“
Du gehst raus, die Bedienung bruellt aus voller Kehle „Irashaimasen!“
Die ganze Zeit warst du der einzige Kunde im Laden.....

Ich sitze im Izakaya und muss folgende Unterhaltung am Nebentisch mit anhoeren. Ich schwoere bei allem was mir heilig ist, es ist immer dieselbe Konversation:
Salariman A: Ah, Bier!
Salariman B: Ah, dieses Bier ist ja so lecker!
Salariman A: Ja, stimmt. Dieses Bier ist lecker, was?
Salariman B: Es gibt doch nichts besseres, als ein leckeres, kaltes Bier nach einem Tag voller harter Arbeit, was?

Ich: Bestelle mir 4 doppelte Doppelwacholder auf einmal.


Hm, daran kanns nicht liegen. Die gibts hier nicht.......

Das Spiel geht weiter in der Firma.
Japaner kommt rein: Sssmaass! (Kurzform von „Ohayou gozaimasu“, dt.; Guten Morgen)
Die bereits im Buero anwesenden Japaner antworten: Sssmaass!
Japanerin kommt rein: Sssmaass!
Die bereits im Buero anwesenden Japaner antworten: Sssmaass!
Die Putzfrau kommt rein: Sssmaass!
Die bereits im Buero anwesenden Japaner antworten: Sssmaass!
Ich komme rein: Sssmaass!
Die bereits im Buero anwesenden Japaner antworten: Good Morning!

Wtf??

Willkommen in der Matrix, Coolio! Warum habe ich nicht die blaue Pille genommen?


Mal so ganz nebenbei: Ich bekomme, gemessen am negativen Ton in meinen Beitraegen, eigenlich kaum Hatemails, oder negative Kommentare. Und das, obwohl ich den Kommentareingang nicht moderiere. Woran liegt das? Frueher bekam ich, meistens jedoch via Email, solche sicher gut gemeinten Ratschlaege, wie: „Wenn dir das alles hier nicht passt, dann verpiss dich doch wieder nach Deutschland zu Mama!“

Schon lustig, das sich viele der Leute (Anmerk. d. Red.: Die meisten waren mir aus anderen Foren oder Blogs, z.T. persoenlich bekannt), die mir derlei Lieblichkeiten um die Ohren gehauen haben, mittlerweile selbst wieder „wieder nach Deutschland zu Mama“ abgehauen sind. Bei manchen war es die Unfaehigkeit, einen Job zu finden/finden zu wollen, andere waren nicht charakterstark genug fuer dieses fordernde Land, wieder andere haben die Katastrophen als Vorwand genutzt, sich in den sicheren Hafen Deutschland zu verabschieden, oft um sich dort an der Titte von Mama Wohlfahrt festzusaugen.  Tja, so ist das im Leben: Jeder bekommt, was er verdient. Ich auch......

Ey Japan, was geht? Teil 5 Wohnung

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Heute kuemmern wir uns mal um die Wohnungssuche in Japan, bzw. speziell in Tokyo. Wir haben das Jahr 2011, alles ist globalisiert, die Metropolen der Welt geben sich international, es gibt keine kulturellen Barrieren mehr. Bullshit! Wohnungssuche in Tokyo ist etwas spezielles. Besonders fuer Auslaender.

Ihr findet hier natuerlich Infos, wie man sie von mir erwarten kann. 
Im Netz gibt es wohl genug Seiten, auf denen man sich mit dem Thema  
"Wohnung in Tokyo" befassen kann, einfach mal googlen.

Ganz im Gegensatz zu den Maklern in Deutschland, haben die Makler hier in Japan einen guten Ruf und der Beruf des Maklers gehoert durchaus zu den angesehenen, waehrend man in Deutschland als Makler in eine Reihe mit: Gebrauchtwagenverkaeufern, Versicherungsvertretern, Gerichtsvollziehern und katholischen Pfaffen gestellt wird.

Klar, es gibt in Tokyo jede Menge Makler, die sich auf Auslaender spezialisiert haben. Diese lassen sich ihre Dienste dann auch besonders gut bezahlen. Wenn man nicht den Luxus hat, ueber unbegrenzte Geldmittel zu verfuegen, oder die Wohnung von der Firma finanziert wird, sollte man von diesen aber die Finger lassen. Echt zu teuer.


Typisches 70er Jahre Apato.
Grosszuegige 30 qm warten hier auf einen neuen gluecklichen Mieter.
Waschmaschine ist da, wo sie hingehoert, naemlich draussen....

Fuer eine vergleichbare Bude beim japanischen Immofritze zahlt man locker 20% weniger. Immobilienmakler erkennt man besonders leicht an den mit Wohnungsangeboten zugekleisterten Schaufenstern. Es gibt sie ueberall, besonders aber um die Bahnstationen herum. Gut ist: Man sieht, ohne in „die Hoehle des Loewen“ zu muessen, sofort den Preis und einen Grundriss. Besonderheiten wie: Internetanschluss, Pay-TV-Anschluss, Stellplatz fuer Rad/Moped/Auto werden auch aufgelistet.

Schlecht ist: Nicht jeder Vermieter will einen Auslaender im Haus. Naja, als Deutscher hat man schon mal gute Karten. Feste Arbeit macht sich auch gut. Und vernuenftige Kleidung, aus der nicht gleich irgendwelche Tattoos oder ein Arschgeweih herausblitzen kommt auch gut. Falls ihr nicht, so wie ich, ein permanentes Visa habt, braucht ihr auf jeden Fall einen japanischen Buergen fuer die Wohnung. Am besten nehmt ihr sofort einen Japaner mit zum Gespraech. Selbst Auslaender, die perfekt Japanisch sprechen, werden mir da recht geben. Es empfiehlt sich, eine der grossen Immoketten, wie z.B. Century21 zu kontaktieren, die haben mehr Erfahrungen mit Auslaendern als die typischen kleinen Laeden und helfen oft auch bei allen anfallenden An- und Ummeldungen.

Typische Singleapatobutze in Setagaya, ca. 60.000 Yen/Monat

Normalerweise schliesst man einen Mietvertrag fuer die Dauer von 2 Jahren ab. Es gibt auch Makler die laengerfristige Vertraege gegen Aufpreis anbieten. Lohnt sich in der augenblicklichen Situation in Tokyo (Miet- und Grundpreise fallen seit Jahren) eher nicht. Die meisten Makler verlangen im Augenblick 1 Monatsmiete Bearbeitungskosten, dazu kommen im Schnitt 2 Monatsmieten Kaution. Diese ist aber, besonders wenn mehrere Wohnungen im Block leerstehen, oder die Wohnung schon etwas laenger leersteht, durchaus verhandelbar. Einplanen sollte man auch so eine Art: „Ich danke meinem Vermieter, das er mich unwuerdiges Wesen in seiner herrschaftlichen Residenz wohnen laesst“-Zahlung von einer Monatsmiete. Viele Makler werben aber mit einem Verzicht auf diese Zahlung. Die Kaution wird in der Regel selten zurueckgezahlt, weil die meisten Buden, besonders die von japanischen Singles, beim Auszug aussehen wie Sau. Das solltet ihr auf jeden Fall verhandeln. Mieten sind Kaltmieten, oft ist aber eine Reinigungspauschale enthalten und immer mehr Vermieter schliessen spezielle Vertraege mit Kabelprovidern ab und koennen so durchaus guenstige Preise fuer Internet, TV und Festnetztelefon anbieten.

Nix fuer Leute mit Platzangst: Typisches Apato-Scheisshaus.
Wenigstens gibt es genug Haltegriffe zum Festkrallen.....


Alles andere, wie Gas, Wasser, Strom, usw, muesst ihr selbst anmelden, aber auch hier bieten viele Makler ihre Hilfe an. All diese Sachen werden monatlich, bzw. im 2-Monatsrhytmus abgerechnet. Einzugsermaechtigungen wie in Deutschland gibt es dafuer eigentlich nicht, man kann aber per Kreditkarte zahlen (sehr bequem!) oder geht mit dem zugeschickten Zahlschein ins naechste Konbini und zahlt dort. Fuer die Miete kann man mit seiner Bank eine automatische monatliche Zahlung vereinbaren.

Alle Wohnungen sind grundgereinigt und alle noetigen Reparaturen sind erledigt. Dafuer wurde die Kaution des Vormieters verwendet. Trotzdem solltet ihr alles ausprobieren. Gasherd und Gasofen muesst ihr fast immer selbst anschaffen. Den Gasofen kann ich, im wahrsten Sinne des Wortes, nur waermstens empfehlen! Auch in Tokyo wird es im Winter schon mal arschkalt, die beschissene Isolierung der meisten Buden tut ein uebriges. Heizen mit Gas ist deutlich billiger und effektiver als mit der Klimaanlage. Kleiner Tip: Oft riecht es tierisch nach Chemie, wenn man eine Wohnung besichtigt. In dem Fall solltet ihr auf jeden Fall den Makler fragen, ob „Tierchen“ hier ein Problem sind. Gleich vorweg: Kakerlaken gibt es in Tokyo ueberall, selbst in brandneuen Buden! Eigene Sauberkeit hilft sicher, diesen Faktor zu minimieren. Wenn ihr aber ueber einer Ramenbude wohnt, oder euer Nachbar es nicht ganz so genau nimmt mit der Sauberkeit, ist Vorsicht geboten. Immer darauf achten, das Fliegengitter dicht schliessen und die beliebten Ventilatoren in der Kueche bei Nichtgebrauch abdecken!


Auch fuers Ofuro (Bad) gilt: Vorher ausprobieren, ob der
fette Arsch auch problemlos hineinpasst.

Wer es gern ruhig hat und von seinen Nachbarn nichts mitbekommen will, sollte ein „woody Apato“ meiden und ein „Mansion“ (aus Beton) bevorzugen. Keine Angst, meistens werden euch die Makler direkt darauf hinweisen, bzw. euch nur Mansions zeigen, weil sie Angst haben, das IHR vielleicht zu laut fuer eure Nachbarn seit. Ich wohne in einer sehr ruhigen Gegend, fernab von Gleisen, Bahnuebergaengen (nerven mit ihrem „Bimbim“ bis 1 Uhr nachts und ab 5 Uhr morgens!), oder  Hauptverkehrsstrassen und habe mich deshalb fuer ein Holz-Apato in einem 10-Parteienhaus entschieden. Natuerlich fuer das Obergeschoss! Ab und zu hoert man mal Jemanden husten, oder in der Wanne singen und wenn meine Nachbarin mal wieder ein williges Opfer findet, auch mal ein paar Fickgeraeusche, aber haelt sich alles in Grenzen.  

Meistens darf man an an der Wohnung absolut nichts veraendern. Wenn einem also die Farbe der Tapete absolut nicht gefaellt, vorher mit dem Makler abklaeren. Naja, ist eh meistens alles weiss. Beim Bilder aufhaengen muesst ihr auch aufpassen. Naegel und Schrauben sind tabu! Es gibt extra Aufhaengesaetze, z.B. bei Ikea. Sieht eher aus wie Nadeln. Ist also nix mit Regale an die Wand duebeln, usw. Zur Not macht es einfach wie die Japaner und stapelt euer Zeug in allen verfuegbaren Ecken. Es gibt da so herrliche Plastikboxen......

Wenn dann in der Bude alles stimmt, kann man sich auch mal
so richtig verwoehnen lassen......


Kleiner Tip: Besonders seit dem letzten Beben, habe ich meine wichtigsten Dokumente alle griffbereit und eine Tasche mit dem Notwendigsten an Klamotten gepackt. Ein Muss ist auch ein Katastrophenset mit Taschenlampe, Radio, Wasser und ein paar Lebensmitteln, am besten griffguenstig in der Naehe der Eingangstuer gelagert.

Soviel dazu...... 

Ey Japan, was geht? Teil 4 UPDATE

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Der Beitrag http://samurai-biker.blogspot.com/2011/10/ey-japan-was-geht-teil-4.html hat ein paar Kommentare mit sich gezogen, auf die ich hier antworten moechte. Ein simpler Kommentar wuerde zu lang werden. Insbesondere die Kommentare von „Anonym“ und „Shigeral Takoyaki“ haben es mir angetan. Also:

Natuerlich hat man in Japan als deutscher Universitaetsabsolvent einigermassen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Kommt halt nur drauf an, in welcher Branche und unter welchen Voraussetzungen man nach Japan kommt. Am besten ist natuerlich, man laesst sich von einer deutschen Firma als Expat nach Japan schicken. So ist zumindest sichergestellt, das man im Falle des Falles ohne grosse Probleme wieder gen Heimat aufbrechen kann. Expatgehaelter sind immer hoeher als im Ursprungsland, Wohnungen werden gestellt und mehrere Reisen in die Heimat sind oft auch inbegriffen. Unterstuetzung fuer die Familie und Uebernahme der Umzugskosten sind eigentlich obligatorisch.

Bei „Localpats“, also Bewerbern, die sich direkt in Japan bewerben, sieht das schon anders aus. Die meisten Branchen sind durchaus gut mit Japanern bestueckt, da muss man als Auslaender schon was besonderes drauf haben, um als „normaler“ Ingenieur eingestellt zu werden. Gesucht werden z.B.: Maschinenbauer und zum Teil auch IT’s. Hat man sich besonders spezialisiert, z.B.: Automobil-, Werzeug-, Umwelt-, oder auch Raumfahrttechnik, hat man die besten Chancen. Auch hat der Begriff „Ingenieur“ (Engineer) in Japan einen deutlich niedrigeren Stellenwert als z.B. in Deutschland. Zum „Engineer“ wird man hier normalerweise befoerdert. Es kann also durchaus sein das Yoshi Doofbrot von der Tankstelle nach mehreren Betriebsjahren zum „Engineer“ befoerdert wird. In meiner Firma werden alle Servicetechniker als Ingenieur gefuehrt. Keiner hat aber einen Abschluss als Ingenieur. Ausser ich.

Dein Fall, lieber Shigeral Takoyaki, ist also, da wirst du mir ganz sicher zustimmen, ein besonderer. Erstmal verdient man als junger Ing. auch in Deutschland nicht gleich nach erfolgreichem Uniabschluss direkt 100.000 Euro im Jahr, davon ab hat man dir hier in Japan wenigstens eine Chance gegeben. Das du diese Chance nicht weiter ausgebaut hast, kannst du wohl kaum deinem ehemaligem Arbeitgeber aufschulden. Da ist eigener Einsatz gefragt. Davon ab, bist du hier in Japan bestenfalls als „Betriebsingenieur“ eingestellt worden und dafuer lag dein Gehalt durchaus im gruenen Bereich. Auch deine teilfinanzierte Bude war sicher deutlich komfortabler als die Huetten deiner gleichwertigen Kollegen in anderen jap. Mittelstandsunternehmen. Deinen Dipl. Ing.hat man sicher zur Kenntnis genommen, verstanden hat den Titel aber mit Sicherheit niemand in deiner Firma. Noch dazu hat deine Hinterhofkaschemme immer am Rande des Bankrotts operiert. Da kann man nur "Karriere“ machen, wenn man in die Firma hineingeboren wird. Ich hatte eh immer das Gefuehl, das du in deiner Bude eher der Quotengaijin warst, ohne wirklich richtig definierte Aufgabe.

Natuerlich bin ich in meiner Firma auch sowas wie der „Quotengaijin“, keine Frage. Ich bin zwar als Ingenieur eingestellt worden, aber meine Taetigkeit hier hat eher was mit Repraesentation zu tun. Unsere japanischen Kunden wollen, wenn sie eine deutsche Maschine kaufen, wenigstens ab und zu auch mal einen echten Deutschen zu Gesicht bekommen. Also „beaufsichtige“ ich Installationen, bin auch mal bei Reparaturen oder Praesentationen dabei. Wenigstens werde ich aber durchaus meiner Bildung entsprechend bezahlt, habe tolle Sozialleistungen und auch (fuer japanische Verhaeltnisse) genug Urlaub. Und meine Firma zahlt, da sie ausgezeichnet auf dem japanischen Markt plaziert ist, auch einen hohen Bonus aus. Davon ab, bin ich in den letzen 5 Jahren 3 mal befoerdert worden, was jedesmal ein hoeheres Grundgehalt und mehr Urlaubstage einbrachte. Diese Befoerderungen sind sehr wichtig, wenn man mal zu einer anderen, evtl. japanischen Firma wechseln will, da der auslaendische Unititel eigentlich kaum was wert ist. Was bei Bewerbungen zaehlt, sind intern vergebene Titel.

Evtl. nicht mehr ganz aktuelle Statistik (1990), gibt aber schon mal eine gute Uebersicht


















Mein Fazit also:
Wenn man in einer deutschen, oder halt „Uebersee-Firma“ unterkommen kann, hat man in Japan beste Verdienst- und Aufstiegsmoeglichkeiten. Bei japanischen Firmen ist Vorsicht geboten! Die grossen Hersteller wie z.B.: Alle Autohersteller, Mitsui, Sumitomo, Kawasaki und wie sie alle heissen, zahlen sicher gut und haben auch gute Sozialleistungen, aber bei den Arbeitszeiten muss man aufpassen und sich seinen Vertrag besonders gut durchlesen, bzw. mal nachforschen, wie lange die Kollegen abends oder auch am Wochenende in der Firma bleiben. Von mittelstaendischen, oder gar kleinen japanischen Betrieben kann ich eigentlich nur abraten, es sei denn, es handelt sich um Hightech-Startups oder Auslandsfranchisenehmer.

Bis denne......

Meine 2 Cents.....

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Offener Brief an die Bahnterroristen

Was ist eigentlich los mit euch deutschen Extremen? Warum vergreift ihr euch an eh schon marodem Bahneigentum? Da muss man nix mehr in die Luft jagen, der Scheiss zerfaellt doch schon ganz von allein! Glaubt ihr etwa, so bekommt ihr irgendwelche Symphatien aus der Bevoelkerung? Ihr habt keine Eier, ihr Tranlappen! Das war mal anders. In einer Zeit, als ich noch mit Lego und Trix gespielt habe und dachte das klein Barbara aus meiner Klasse durch Knutschen schwanger werden kann, gab es in Deutschland Extreme, die noch haarige Eier in der Hose hatten! Ja, auch die weiblichen Extremisten!


                           Wunderschoenes Lied! Und aktueller denn je!

Und ihr? Sorry, aber ihr seid doch einfach nur zum totlachen, ihr jaemmerlichen Feiglinge! Warum macht ihr eure stuemperhaft zusammengebastelten Brandsaetze nicht mal dort fest, wo sie wirklich nachhaltigen Schaden anrichten und ganz im Sinne der Mehrheit der deutschen Bevoelkerung sind? Das hat vor knapp 35 Jahren schon mal besser geklappt. Da hatten von einem Tag auf den anderen auf einmal maechtig viele Politiker und Banker die Hosen voll und haben sich kaum noch an die Oeffentlichkeit gewagt. Naja, ein paar hat es dann auch erwischt. Leider noch zuwenig, um wirklich etwas zu aendern. Die Angst war einfach noch nicht gross genug.....



Ob sie das verdient haben? Tja, wer gross faul spielt, muss mit grosser Strafe rechnen. Fuer das grosse Ideal der Bevoelkerung, muessen nunmal ein paar Opfer gebracht werden. Besser als andersherum. Wenn die Bevoelkerung leiden, oder sogar sterben muss, fuer die Ideale von ein paar groesstenwahnsinnigen, geldgeilen Spinnern, die uns von einer Krise in die andere stuerzen und Kriege anzetteln.





Heute dagegen, koennen Politiker, Banker und andere Verbrecher, vollkommen angstfrei ihrem verlogenen Tagesgeschaeft nachgehen. Und ihr bildungsresistenten Intelligenzallergiker jagt Gleise in die Luft! Chapeau! Respekt! Das habt ihr wirklich ganz ausgezeichnet hinbekommen! 


Quelle fuer Comics: Div. Internetseiten, siehe Verfasser. Video: Youtube