Heute bin ich zurueck nach Tokyo, um wichtige Dokumente und Wertsachen aus unserem Haus zu holen und dann mit dem Rest meiner Familie zusammenzutreffen. Waehrend des Landeanflugs auf Haneda hatte ich ein ganz uebles Gefuehl im Magen. Hm, sieht alles ganz normal aus, dann aber wieder doch nicht. Wo sind die ganzen Leute? Die Ankunftsthalle war praktisch leer, auch der Bus Richtung Shinjuku gehoerte mir fast ganz allein. Dann kam es mir in den Sinn: Klar, die hauen alle ab! Wer kommt denn jetzt noch nach Tokyo rein? Ausser mir. Beim Busstop an Terminal 1 konnte ich dann die ueberfuellte Abflughalle sehen. Aha!
Es fahren Autos, es sind Leute auf der Strasse und doch ist irgendetwas anders in Tokyo. Irgendwie ist es unheimlich still. Eine bedrueckende Stimmung. Dieses Gefuehl verstaerkt sich noch in den Bahnhoefen, die jetzt nur noch spaerlich beleuchtet sind und noch kaelter wirken. Alle wichtigen Linien fahren, wenn auch zeitlich und vom Umfang her begrenzt. Mein Zug ist relativ leer. Wo sind all die Leute? Als ich an meinem "Supa" ankomme, verstehe ich schnell: Halb Tokyo steht in der Schlange zur Kasse! Und was kaufen sie da? Vor allem Klopapier! Als vor einem kleinem Drugstore ein LKW mit der naechsten Fuhre Klopapier haelt und der Fahrer sich ans Ausladen macht, rennen die Leute schon wie die Irren in den Laden.
Im Haus sind alle Scheiben beschlagen. Meine Frau hat ganze Arbeit geleistet und wirklich jeden Fensterrahmen und sonstige Ritzen mit nassen Handtuechern abgedeckt. Gutes Maedchen! Offensichtlich sind sie hastig aufgebrochen. Benutzte Teller und Glaeser stehen noch auf dem Tisch. Eine unwirkliche Szene. Naja, ich werfe alles noetige in mein Auto und mache mich auf den Weg zu meiner Familie. Aufraeumen werde ich nicht. Wird eh alles von den anhaltenden starken Nachbeben wieder durcheinandergeschmissen. Waehrend ich diese Zeilen schreibe, bebt es praktisch ununterbrochen. Ja, alles kleinere Beben, aber das weiss man ja nie, wenn es losgeht. Nach einer Woche voller starker Nachbeben, schaut man kaum noch auf, wenn es anfaengt zu wackeln. Ein eigenartiges Gefuehl. Kaum zu beschreiben.
So, muss los! Noch habe ich einen Vorsprung vor Fukushima Daiichi.......
Nochmal vielen Dank fuer eure besorgten Nachfragen und eure Hilfeangebote.
Ich halte euch weiter auf dem Laufenden........
Nicht mal in Ruhe aufs Klo gehen kann man......
Mich hat es auf der Toilette erwischt. Gott sei Dank war ich schon fertig
als es heftig zu schuetteln anfing. Naja, auf der Toilette schien es mir relativ sicher,
deshalb bin ich erstmal dageblieben. Laufen ging eh nicht.
Nach der ersten Welle bin ich zurueck ins Buero. Im Gang waren schon die Fugen
Zwischen den Ripipsplatten aufgeplatzt und Putz lag auf dem Boden. Auf der
Baustelle nebenan ist ein Baukran umgefallen und in ein Hochhaus gekracht.
Wie im Film. Laesst sich kaum beschreiben.
Nichts ging mehr. Handy, Festnetz, alles tot. Schon irgendwie befremdlich,
das ich ueber Skype mit meinenKindern in Deutschland reden konnte, aber
nicht mit meiner Frau in Tokyo.
Nachdem unser Buerogebauede evakuiert wurde, blieb mir nichts anderes uebrig
als die 15 Kilometer nach Haus zu laufen. Im Buero uebernachten, so wie viele meiner
Kollegen, wollte ich wegen der Unsicherheit wie es meiner Familie geht, aber dann doch nicht.
Ich war in guter Gesellschaft, weil ganz Tokyo auf den Beinen war. Man kam sich vor wie
beim Tokyo Marathon. Nach 2 Stunden kam ich mit Betonbeinen in Matsubara an.
Im TV kommt eine Horrornews nach der anderen, In Sendai sind ca. 200 Leichen ans Ufer
gespuelt worden und im AKW Fukushima gibts eine Kernschmelze. Naja, verstrahlt sind wir
in Tokyo ja eh schon alle. Irgendwie......
Danke fuer eure Fragen nach dem Wohlbefinden meiner Familie. Bei allem Spass hier,
sowas hilft doch enorm. Nochmals vielen Dank. Ich hab euch alle lieb.
Ich halte die Stellung und euch auf dem Laufenden!
Ich bin mir fast sicher das hier auch ein paar Japaner mitlesen. Naja, ist ja eigentlich klar. Die Japaner waren doch immer immer schon von deutschen Meisterwerken angetan. Also, liebe Inselgenossen: Raus mit der Sprache! Lasst es oben raus, bevor es unten vom Washlet weggespritzt wird! Auch ihr duerft kommentieren. Ist ja nicht so, das ich von den deutschen Kollegas keine unverschaemten Kommentare bekomme...
Nun gut. Nachdem ich mich letztes Mal um die deutschen Maenner in Japan gekuemmert habe, wende ich mich jetzt an die japanischen Frauen, die sich von Deutschen angezogen fuehlen, bzw. schon mit einem verbandelt/verheiratet sind. Wenn das so ist, braucht ihr euch nicht zu schaemen, denn schliesslich sind wir Deutschen ja echt tolle Typen. Falls ihr der deutschen Sprache nicht so maechtig seid, koennt ihr ja euren evtl. Schon vorhandenen Freund oder Ehemann zu Rate ziehen, das heisst, falls ihr diesen nicht schon in den Alkoholismus und/oder den ausgepraegten Hang zu Selbstgespraechen getrieben habt.
Kommen wir erstmal zu den Vorteilen eines deutschen Vollblutmannes:
1. Viele von uns koennen kochen, wissen also wie man mit einem Herd umgeht (Herd ist das Ding in der Kueche mit den vielen Knoepfen, an denen ihr euch immer eure Zigaretten anzuendet).
2. Viele von uns koennen buegeln, koennen also mit dem Buegeleisen umgehen (Buegeleisen ist das Ding mit den vielen Knoepfen, mit dem ihr immer die Mahnbriefe von Kreditkarteninstituten beschwert).
3. Eine ganze Menge von uns kann sogar eine Waschmaschine bedienen. Nochmal langsam: W-a-s-c-h-m-a-s-c-h-i-n-e. Ja, das ist dieser grosse weisse Kasten, von dem deine Mutter meinte, das du ihn unbedingt brauchst! Nein, der ist nicht nur zur Aufbewahrung von leeren PET-Flaschen gut!
4. Selbst ein grottentief daemlicher deutscher Spongo spricht besser englisch als die meisten japanischen Akademiker. Mit den von ihm gelernten englischen Schimpfwoertern kannst du enorm Punkte sammeln bei deinen Kollegen und Freunden.
5. Ganz im Gegensatz zu den meisten Japanern, schlagen wir keine Frauen, ausser sie sind fett, haesslich, vorlaut, oder alles zusammen. Wir lassen unsere Aggressionen lieber an den (meistens) kleineren und schwaecheren japanischen Maennern aus.
6. Wir sind mindestens genau so rassistisch wie ihr Japaner. Groessere Diskussionen sind da also nicht zu erwarten. Wenn doch, haben wir eh immer recht. Schliesslich sind WIR keine Farbigen.....
7. Wir halten euch auch mal die Tuer auf, wenn auch meistens nur, damit ihr das Bier aus dem Auto holt.
8. Wir sind echte Romantiker. Schliesslich ist die „Lomantiku Suturito“ in Deutschland. So, jetzt geh aber los und kauf eine Familienpackung Astrolube und zieh dich schonmal aus, du kleine Muschi. Ich komme gleich nach Haus.
9. Weil wir echte Maenner sind, koennen wir auch mal einen Nagel in die Wand schlagen. Auch wenn das bei den Waenden hier eh keinen Sinn macht. Wir koennen auch kaputte Haushaltsgeraete reparieren. Nicht das diese jemals kaputtgehen wuerden, weil ihr sie ja eh nicht benutzt.
Soviel zu den unbestreitbaren Vorteilen. Natuerlich, wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Das will ich hier auch garnicht verheimlichen, sondern decke schonungslos auch die Nachteile einer deutsch-japanischen Verbindung auf. Damit meine ich natuerlich: Deutscher Mann, japanische Frau. Alles andere funkioniert eh nicht und ist sowieso unnatuerlich/pervers/krank. Hier die Nachteile. Also, Nachteile nur fuer euch natuerlich........:
1. Deutsche Maenner brauchen viel Sex! Ja, erstmal nur mit dir, aber das ist durchaus verhandelbar. Schliesslich gibt es noch genug andere Schlam.....nette Maedels, die auch gern mal ein Stueck „Gaijin Beef“ probieren wollen. So 5-10 mal muss schon mindestens drin sein. Nein, nicht im Jahr, du Depp. In einer Woche!
2. Deutsche Maenner brauchen oefters mal ihre Ruhe. Am besten sprichst du sie nach der Arbeit erst ueberhaupt nicht an. Besonders wenn sie hauptsaechlich mit Japanern zusammenarbeiten. Es gibt da 2 Moeglichkeiten: A: Zieh dich einfach aus und warte was passiert. B: Lass die Luft raus und versteck dich im Wandschrank. Halt, warte, das waren ja die zum Aufblasen. Geh einfach in den Wandschrank.
3. Viele von uns erwarten, das du mit Haushaltsgeraeten umgehen kannst. Das sind die Dinger mit den vielen Knoepfen in der Kueche, die dir deine Mama mitgegeben hat. Am besten machst du vorher einen Kurs. Zur Not tut es aber auch ein Elektonikstudium. Falls das nichts bringt, hilft es voruebergehend wenn du geil aussiehst.
4. Deutsche Maenner trinken viel Alkohol. Meistens mit und/oder wegen ihren japanischen Arbeitskollegen. Im Gegensatz zu den japanischen Maennern bleibt das Zeug auch meistens drin. Wenn sie also nach dem Saufen nach Hause kommen: Siehe: 2.
5. Deutsche Maenner hassen haarige Frauen. Fuer viele von euch bedeutet das sicherlich: Rasieren, wachsen, lasern was das Zeug haelt. Und vergesst nicht die Haare auf dem Ruecken, ja, die knapp ueberm Hintern, weil nackt sehen wir euch wohl eh meistens von hinten.
6. Deutsche Maenner sind...........ja maennlich halt! Also, falls ihr mal das dringende Beduerfnis habt, euch mit uns zu schlagen, koennte es sein, das wir durchaus staerker sind als ihr. Verwechselt uns da um Gottes Willen nicht mit japanischen Maennern. Zum Trost koennt ihr euch aber danach an unserer Schulter ausweinen. Weil, WIR haben naemlich noch Schultern. Also, so ganz ohne Schulterpolster und so.
7. Mein Opa hat immer gesagt: „Maenner und Frauen passen einfach nicht zusammen. Ausser in der Mitte vielleicht.“ Achtung! Mein Opa ist im dritten Reich gross geworden und kannte deshalb nur echte stramme, arische Frauen. Es koennte also durchaus sein, das unsere „Mitte“ ein wenig zu gross geraten ist fuer eure „Mitte“. Um diesbezuegliche Schwierigkeiten zu umschiffen, benutzt ihr am besten Astroglide, oder, falls Ersteres nicht zur Hand, einen Knebel auf den ihr beissen koennt. Einen Knebel koennt ihr bei dem S&M-Boundagescheiss finden, den euer letzter japanischer Freund/Ehemann dagelassen hat. Astroglide dagegen wohl eher nicht.
8. Deutsche Maenner brauchen viel Sex! Was, das hatten wir schon? Um so besser! Kommt klar damit!
So, das waren erstmal die wichtigsten Punkte. Natuerlich gibt es noch deutlich mehr Dinge zu beachten, deshalb biete ich euch einen kostenlosen (fuer mich...), eintaegigen „Einfuehrungs“-Kurs an. Bei Interesse meldet euch bitte mit Foto ueber meine Kontaktadresse. Wir treffen uns dann in Shinjuku/Kabukicho und gehen zusammen in ein Bumsho.....aeh.....Starbucks meinte ich natuerlich. Und bitte, wascht euch vorher.
Bis denne
Ihr fragt euch sicher, wo der naechste Teil meiner Top 10 bleibt.
Ruhig Blut, Leute! Gut Ding will Weile haben.
Sei’s drum, Daihatsu wird wohl ueber kurz oder lang aus dem deutschen Strassenbild verschwinden. Nicht das sie jemals Jemandem aufgefallen waeren.....
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| Mein Knubbelchen! |
Bis denne
Also wirklich! Liebe Deutsche in Tokyo, so geht das nicht weiter! Ich muss es euch einfach sagen: Ihr seht scheisse aus! Mensch!
Zu kurze Hosen, altmodische Haarschnitte, graue Gesichter und am schlimmsten: Viel zu viele Koerperhaare! Nehmt euch dochmal ein Beispiel an euren japanischen Kollegen! Doch, ehrlich! Nun gut, ihr muesst ja nicht gleich hellbraune Schuhe zum schwarzen Anzug anziehen, aber ein bisschen Styling taete euch echt gut. Geht doch mal zu einem richtigen, japanischen Friseur und lasst ihn machen was er will. Am besten sagt ihr, ihr wollt „smart“ und/oder „charming“ aussehen. Ok, es mag vielleicht sein das ihr danach ausseht wie Naruto nach einem Zimmerbrand, aber, Hey! Die japanischen Gals stehen drauf! Wirklich!
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| Hier! Amarshi zeigt wie man in Japan Erfolg bei den Maedels hat.... |
Und dann eure Augenbrauen. Urks! So voellig wild gewachsen! Und nein, es reicht nicht, sich die Augenbrauen in der Mitte auszurasieren, liebe Oberbayern und Eingedeutschte. Da muss die Pinzette dran und dann wird gezupft was das Zeug haelt. Am besten faerbt ihr euch dann Brauen und Kopfhaare im selben Farbton. Kastanie und Wild Orange sind grad schwer angesagt. Achtung! Blau und Gelb geht gar nicht, auch nicht wenn ihr Punks seid! Das machen hier nur Leute, die sich um ihr Aussehen eigentlich ueberhaupt keine Sorgen mehr machen muessen: Die Rentner.
Oh Gott! Sehe ich da etwa Haare auf eurer Brust! Igitt! Das geht ja gar nicht! Nehmt euch ein Beispiel an den Japanmachos und rasiert das Zeug runter! Oder nein! Wachsen ist besser, weil Schmerzen muessen schon sein! Das macht einen echten Mann aus, ihr Memmen! Den Rest der Koerperbehaarung koennt ihr getrost wachsen lassen. Besonders die Sackbehaarung sollte aussehen wie der Afro von O. J. Simpson in „Die nackte Kanone“. Das hat auch den Vorteil, das ihr eure jaemmerlichen Stummelchen darin verbergen koennt und das ihr ueber eure Wampe hinweg ueberhaupt noch was von „da unten“ sehen koennt, wenn auch nur Haare.
Apropos Wampe: Wie waere es mal mit einer Diaet, die wirklich funktioniert? Hm? Auch da solltet ihr euch an den japanischen Salarimen ein Vorbild nehmen. Sport? Weniger fressen? Weniger saufen? Alles Quatsch! Rauchen muesst ihr! Erstens ist das voll maennlich und ihr nehmt ab. Wie sieht das denn aus, wenn ihr die einzigen in einer Kneipe seit, die nicht alle 3 Minuten in den Raucherkaefig gehen, um sich genuesslich eine Kippe reinzupfeifen. Ausserdem geht das Geruecht um, das Rauchen gesuender ist, als die Tokyoter Luft einzuatmen. Doch, das habe ich vom Nachbar meiner Oma seinem Handaufleger gehoert! Wirklich!
Und dieses Eurohandy erst! Gott, was fuer eine Designsuende! Dabei gibt es doch extra ein Disneymobile bei Softbank, oder ein Gundam-Modell bei Docomo. Glaubt ihr etwa, fuer euer scheiss Nokia interessiert sich hier einer? Bwahaha! Das leuchtet ja noch nicht einmal in allen Regenbogenfarben, jedesmal wenn jemand anruft, eine SMS schreibt, oder ihr das Handy sonst irgendwie benutzt. Oder bewegt. Oder einschaltet. Oder so.
Dann fehlt noch eine vernuenftige Handtasche, am besten von Lousy Vuitton und ihr seid fast perfekt. Die Kleidung schaut ihr am besten bei der Hardgay-Boygroup „Amarshi“ ab. Damit liegt ihr auf jeden Fall richtig, auch wenn es noch so scheisse aussieht. Das liegt ja nur an eurem schlechten, westlichen Geschmack! Versteht das doch endlich, Jungs!
Bis denne!
Japanische Autofahrer, oder: Die totale Ignoranz.....
Als Mopedfahrer bin ich ja eigentlich schon aus Deutschland so einiges aus dem Strassenverkehr gewoehnt. Am Beispiel Japan zeigt sich aber sehr schnell, das immer noch eine drastische Steigerung moeglich ist.Der Strassenverkehr ist hier so schraeg, das er schon wieder toll ist!
Was haben sich die Japaner bloss dabei gedacht? In allen wichtigen Bereichen des oeffentlichen Lebens haben sie die besten Systeme aus verschiedenen Laendern kopiert: Verwaltung und Medizinwesen aus Preussen, Kultur und Essen aus China und Korea, den tollen Nachkriegsbaustil aus den USA...... nur beim Strassenverkehr muessen sie sich ausgerechnet an Monkey Island orientieren und, Gott im Himmel, Linksverkehr einfuehren!
Zum Beispiel: Ich fahre jeden Morgen mit meinem Kollege vom Hotel aus zur Arbeit. Ein wenig erinnert mich mein Kollege an den guten alten Atzu, nur das er weniger Haare hat, deutlich weniger. Also eigentlich hat er fast eine Glatze, weswegen ich ihn eigentlich Glatzu nennen muesste. Ahahaha, ein Schenkelklopfer nach dem anderen, was? Oeh, wo war ich stehengeblieben? Also mein Kollege ist ein ganz lieber Kerl, nur das er halt Auto faehrt wie ein besoffener Tanzbaer. Beschleunigen geht nur voll, was aber seiner Meinung am Auto liegt. Bremsen auch. Und mit den roten Ampeln nimmt er es nicht ganz sooooo genau:
Ich: „Eh, du Spinner! Die war schon dunkelrot!“
Er: „Quatsch, die war noch gruen.....aeh blau (Ehrlich! In Japan heisst es nicht “gruen“, sondern „blau“, obwohl eindeutig gruen!).“
Ich: „Ja, aber fuer Linksabbieger, nicht geradeaus! Doofkopp!“
Jaja, der Gute...... Im Dunkeln fahren mag er nicht. Im Regen auch nicht. Neben LKWs fahren mag er auch nicht. Und er sitzt so nah an der Scheibe, das wir gar kein Geblaese braeuchten: Er koennte locker die Scheibe ablecken!
Dann der Supergau: Regen und dunkel! Auf einmal!
Ich: „Komm, dann lass mich fahren, ich hab erst acht Bier getrunken. Quatsch, kleiner Scherz! Ich bin stocknuechtern, gib her den Schluessel!“
Er: „Nein, das geht nicht! Ich mag nicht danebensitzen. Dann wird mir schlecht!“
Ich: „Ja denkst du mir gehts anders wenn du faehrst? Und memm ich vielleicht rum? Komm, gib her die Schluessel! Ich kann dich ja auf den Schoss nehmen. Ueber dich kann ich locker hinwegschauen.“
Er: „Arschloch!“
Oder meine Frau: Ich hab mich immer gefragt wofuer man eigentlich elektrisch wegklappende Spiegel braucht. Nach einer Fahrt mit meiner Frau wusste ich es. Folgende Situation: Wir sind auf einer der typischen Setagayastrassen unterwegs, also ist praktisch nur Platz fuer ein Auto, obwohl keine Einbahnstrasse. Meine Frau hat in der einen Hand das Keitai (Handy), mit der anderen raucht sie, trinkt ihren schon kalten Dosenkaffee oder kneift mich, wenn ich meckere. Ach so ja, zum lenken benutzt sie die Hand auch noch, wenn auch nur widerwillig. Dann kommt uns ein Auto entgegen. Ein grosses Auto. Meine Frau legt weder das Handy weg, noch die Kippe, sondern tippt nur einmal auf den Spiegeleinklappschalter (Hach, ein schoenes Wort...) und jagt mit unveraendertem Tempo im Milimeterabstand am anderen Wagen vorbei. Waehrend ich mich schon im Streckverband sehe und hektisch an den Haltegriff hechte, kneift sie mich schon wieder und meint lapidar: „Musst du so im Auto herumturnen? Ich kann mich ja garnicht konzentrieren!“
Ja, man muss sie einfach liebhaben!
Im Strassenverkehr sieht man hier die dollsten Typen:
Die Lenkrad-Taiko-Trommler. Alle Fenster auf, irgendeine Kabukimucke aus den Siebzigern bis zum Kreischen aufgedreht, volles Rohr auf dem Tigerfellmomo rumkloppen und dann noch aus vollem Halse schief mitsingen. Geht alles. Erinnert ein wenig an die Tuerken oder Araber in Deutschland, die sich ihren Kameltreiberrap auf aehnliche Weise reinziehen, nur das sie (leider) meistens bessere Anlagen haben. Und so.....
Der Pferdestaerkenfluesterer. Erkennt man daran, das sie aeusserst angestrengte Diskussionen im Auto fuehren. Obwohl sie vollkommen allein im Auto sind......
Die Trendigen: Weisses Baerenfell auf dem Cockpit, Hello Kitty-Duftbaeumchen „Gruener Tee“, Kuhfleckensitzbezuege mit Fransen und einen rosanen Latexlenkradueberzug, so kommen sie daher die Jungs. Oder Maedels. Sicher bin ich mir da meistens nicht. Waert ihr auch nicht. Dazu passend die Fahrerkleidung: goldmetallicfarbener Adidas-Trainingsanzug mit orangen Streifen, gruene oder pinke Crocs und moeglichst viele Freundschaftsbaender, oder sonst so‘n Scheiss um die Arme. Dann noch die passende Musik: Da gibt es in der J-Pop-Hitliste ja im Augenblick nur „AKB69“ oder „Amarshi“. Obwohl ich ja glaube, das beide Bands aus ein und denselben Leuten bestehen, nur halt in anderen Kostuemen. Natuerlich auch volle Kanne, alles was die 3 Watt Breitbandlautsprecher hergeben und mit Begeisterung mitgesungen, wenn auch schief. Achtung! Fahren alle 3 Minuten zum Nachschminken an den Rand. Ja, beide Geschlechter!
So, und jetzt stoert mich nicht weiter. Heute kommen naemlich alle 4 Rambo hintereinander im japanischen TV. Ist ja fast wie Weihnachten......
Coolio's Top 10: Japan's best of the best, part 7
So, ihr Nervtoeter. Ihr habt es geschafft. Euer staendiges Gejammer hat dazu gefuehrt das ich mich extra fuer euch auch noch nach Feierabend an diese bloede Flimmerkiste hocke und den 7. Platz in meiner Top 10 vorstelle. Und nein, es gibt immer noch keine nackten Japanerinnen! Mensch, was ist bloss mit euch los? Also, geht noch mal auf’s Klo, holt euch ein Bier aus dem Kuehlschrank, setzt euch gemuetlich hin und lasst euch von mir verwoehnen. Heute geht es einzig und allein um:
Das japanische Serviceparadies
Irashaimaseeeee!
Ja, genau das werdet ihr in Japan immer hoeren, sobald ihr ein Restaurant, Geschäft, oder sonst was betretet. Herzlich willkommen. Und das meinen sie auch wirklich so. In Deutschland mag der Kunde Koenig sein (wo genau eigentlich?), aber in Japan ist er Gott. Nein, nicht wie im Mediamarkt, wo die schmierigen Verkäufer wie die Schmeissfliegen um einen herumschwirren, sondern sehr freundlich und dezent. Nirgendswo fühlt man sich belästigt. Kleines Beispiel: Ich habe eine "Euerflopcar"-Kundenkarte und bin Deutscher, trotzdem muss ich selbst für einen popeligen Dacia eine horrend hohe Pfandgebühr entrichten, weil ich ja "im Ausland wohne". Jaja, ich hau ganz sicher mit der Trümmerkarre ab nach Japan. Wenn ich dann ueberhaupt ein Auto bekomme. Freitagmorgen, Anruf bei "Euerflopcar (Anmerk. D. Red.: Name geaendert)": "Hallo, ich möchte gern für heute Mittag ein Auto fürs Wochenende. Billigtarif, bitte sehr." Antwort: "Jaha, so einfach geht das aber nicht, schliesslich ist heute Freitag und am Wochenende wollen alle (...aus diesem Dreckloch...) weg! Und Kleinwagen sind eh keine da!" Ich:"Kein Problem, ich nehm auch ne S-Klasse wenn's sein muss. Natuerlich zum Billigtarif. Ist ja nicht meine Schuld wenn ihr nix anderes da habt!"
Antwort: ............Aufgelegt!
Gleiche Situation in Japan: "Ich hätte gern einen Prius gemietet, kann ich in 30 Minuten vorbeikommen?"
Antwort:" Natürlich, wir lassen ihn schonmal fuer Sie warmlaufen lieber Kunde. Welche Farbe?"
Noch Fragen?
Ganz egal in welchen Laden man auch geht, ueberall sind die Leute freundlich. Und das obwohl die meisten Verkaeufer deutlich weniger verdienen als ihre deutschen Kollegen und noch dazu auch noch am Wochenende und/oder an Feiertagen arbeiten muessen. Oft in mehreren Schichten. Urlaubsgeld? Gibts nicht. Auch kein Weihnachtsgeld, oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Trinkgeld? In Japan absolut unueblich! Jaja, aber sowas hoert man nicht gern in nur mit oeffentlichen Zuschuessen am Leben gehaltenen Kaufhausketten in Deutschland, oder staatlich subventionierten Betrieben wie der Deutschen Bahn. Wer einmal in Japan mit dem Zug unterwegs war, betritt in Deutschland freiwillig keinen Waggon der deutschen Bahn mehr. Kollegen von mir waren in Deutschland mit der Bahn unterwegs (Ja, Japaner stehen auf Schmerzen und Erniedrigungen....) und hatten nicht eine Fahrt ohne irgendwelche Probleme. Ja, oft gab es sogar erst gar keine Fahrt. Ne, da quael ich mich lieber mit dem beim unfreundlichen Autovermieter erstandenen bulgarischen Qualitaetsprodukt ueber deutsche Autobahnbaustellen oder trampe selbst bei Typen mit, die eine laufende Kettensaege auf dem Beifahrersitz liegen haben.
In japanischen Restaurants gibt es ganz selbstverstaendlich Wasser zum Essen. Kostenlos. Oft gibt es kleine Vorspeisen. Kostenlos. Noch dazu habe ich in Tokyo bisher noch kein schlechtes Restaurant gefunden, ausser halt die von Auslaendern betriebenen Guellefrassbuden, die den Japanern beschissenen Dreck als authentisches Landesgericht verkaufen wollen. Auch in Restaurants gilt: Trinkgeld ist unueblich. Gibt man dennoch welches, bekommt man es in den meisten Faellen unverzueglich zurueck. Rueckgeld zaehlen? Unnoetig. Hier bescheisst keiner.
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| Oeh, aeh, also der Kohl war klasse. Kondome haben wir aber trotzdem keine bekommen.... |
Was verloren? In der Bahn zum Beispiel? In Deutschland kannst du dein Geld oder Handy abschreiben. In Japan bekommst du es zu 99.9% in unberuehrten Zustand im „Lost&found“ wieder. Ich habe mal im Flughafen mein Visitenkartenetui verloren. Prompt bekam ich am Abend einen Anruf. Auf meine Bitte, das Etui einfach wegzuwerfen, da die Fahrt zum Flughafen teurer sei als ein neues Etui, wurde mit groesstem Unverstaendnis reagiert und man wollte mir das Etui zuschicken. Portofrei. Letztendlich konnte ich die total verstoerte Frau doch noch davon ueberzeugen, das Ding einfach wegzuwerfen.
Beispiel Taxi: Immer sauber wie aus dem Laden, Fahrer traegt meistens Uniform, mindestens aber einen Anzug. „Die kleine Stadtrundfahrt“ mit Ortsunkundigen gibt es in Japan auch nicht. Es geht immer auf kuerzestem und schnellstem (manchmal zu schnell..) Weg direkt zum Ziel. Trinkgeld? Nicht noetig!
Ich koennte jetzt noch ewig so weiterschreiben, meine japanische Friseuse in den Himmel loben (eines Tages ist sie reif.....), ueber japanische Aemter frohlocken und ueber die japanische Post schwaermen, aber ich habe keine Lust mehr. Kommt doch einfach selbst vorbei und schaut es euch an. Was? Der Euro ist immer noch zu niedrig? Ja ist das etwa meine Schuld? Anstatt Unsummen fuer koreanische Flachbildschirme auszugeben, auf denen dann dieselbe Kacke laeuft wie vorher, solltet ihr lieber mal eine Reise nach Nippon machen!
Bis denne.......


