It' s a long way to Tipp.... öhm... Deutschland....

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Oder auch: Kulturschock total umgekehrt.


Tja, da sitze ich nun in meinem Waldverließ...


Kein Vertrauen mehr in die japanische Justiz, kein Vertrauen mehr in Japan. Wegen Corona kaum Möglichkeiten, meinen Job auszuüben, nur Troubleshooting über Videochats ging noch. Horrornachrichten aus der kanadischen Zentrale meiner Firma, 70% der Ingenieure wurden entlassen, weil sie wegen Corona ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen konnten. Da war es mir schon klar, das ich, der am weitesten von Kanada weg war, als nächster dran war. Ein paar Tage später erklärte mir meine Chefin unter Tränen, das man meinen Vertrag leider nicht erneuern konnte. Nach Beendigung der Coronawelle würde man mich aber direkt wieder unter Vertrag nehmen, wann immer das auch wäre. Ziemlich unsicher das.


Brainstorming:

 

Was habe ich für Möglichkeiten? Während Corona einen neuen Job bei einem ausländischen Unternehmen in Japan finden? Praktisch unmöglich, da praktisch alle Unternehmen während Corona ihre Ressourcen drastisch beschränkt hatten. Selbst Unternehmen wie Mercedes Benz, Airbus, usw. haben ihre HR-Budgets für ausländische Unternehmungen während Corona drastisch runtergefahren. Wo es ging, wurden feste Mitarbeiter wohl oder übel gehalten, aber für freie Mitarbeiter gabs kein Geld.


Bei einer rein japanischen Firma anfangen? Niemals!

 

Also.... erstmal vom Ersparten leben. Haus war komplett bezahlt, auch sonst hatte ich keinerlei Schulden. Passt schon. Unterstützung vom japanischen Staat, weil man ja Unmengen von Steuern in das System gepumpt hat? Habe mal ausgerechnet, das ich monatlich mehr Steuern und Sozialabgaben hatte, als eine durchschnittliche japanische Familie im Monat verdient. Nope. Einheitliche Aussage: Tja, da müssen sie wohl dahin zurückkehren, wo sie hergekommen sind.


Nach Prozessende hat es keine 5 Minuten gedauert, da hatte ich beschlossen, erstmal nach Deutschland zurückzukehren. Ganz sicher keine Herzensentscheidung, aber eine logische. In weiser Voraussicht hatte ich mit dem Management meiner Siedlung einen Deal gemacht, das sie mein Haus zum Marktwert aufkaufen, falls ich "überstürzt" das Land verlassen muss. Innerhalb von 2 Wochen war dieser Deal abgewickelt, meine Koffer und exakt 22 Umzugskartons gepackt und ich war bereit. Der neue Besitzer wird sich gefreut haben: Habe das Haus komplett renoviert und komplett eingerichtet zurückgelassen. Tja, was soll ich in D mit Elektrogeräten, die auf 100V laufen? Möbel und meine komplett eingerichtete Werkstatt? Astronomisch hohe Transportkosten, weil trotz Transport im Seecontainer alles seefest eingepackt werden musste, also seefeste Holzkiste, von aussen wasserdicht foliert. Beispiel: Der Transport meines geliebten 65 Zoll 4k TVs hätte 750 Euro gekostet. Ja, genau. Nur der Transport meiner 22 Umzugskartons kostete weit über 3000 Euro. Vom Aufwand alles zu verzollen, Batterien zu entfernen, alles ins Kleinste zu deklarieren, usw. will ich erst gar nicht anfangen. Egal, dank dem legendär zuverlässigen Kundenservice in Japan hat alles zeitig geklappt.



Ich war bereit für die Probleme, als Deutscher wieder zurück nach Deutschland zu wollen/müssen. Hätte ich doch einfach nur gesagt, ich bin Flüchtling aus einem Krisengebiet...     



Abholung des Flugtickets im JTB Reisebüro: 


OL*: "Verehrter Kunde, haben Sie sich die aktualisierten Bestimmungen zur Einreise nach Deutschland angeschaut?" 

Ich: "Öhm, ja. Vor ein paar Tagen." 

OL: "Nein, verehrter Kunde, die NEUEN Bestimmungen. Sind heute morgen reingekommen."

Ich: "WTF?!?"


Neue Bestimmungen: Japan wird ab heute als COVID-Hochrisikoland eingestuft. Trotz eines negativen Coronatests (PCR), werden Sie nach Ankunft in Deutschland dem Staatsschutz übergeben, der Sie auf eigene Kosten an ein Quarantänezentrum im Bereich ihres neuen Wohnortes überführt, aus dem Sie nach frühestens 14 Tagen durch einen negativen PCR-Test entlassen werden.


Und nochmal: WTF?!?


Uuund... ab ins Auto Richtung Tokyo, auf dem Weg zum Flughafen das Auto einem schmierigen, australischen Händler verkauft, knapp 1000 Euro Gewinn gemacht, aber trotzdem für das Auto, von dem nur 500 Stück gebaut wurden, insgesamt 10.000 Euro zu wenig bekommen. Egal, ab in den Bus zum Flughafen. Im Flughafen für 300!! Euro einen PCR-Test gemacht, dessen Ergebnis in 3 Stunden da sein sollte. Nach 6 Stunden kam das Ergebnis, ca. 1 Stunde, nachdem mein ursprünglicher Flug abgehoben hatte. Die 1000 Euro Autoverkaufsgewinn in den nächsten Flug investiert und ab gings Richtung "Heimat". Nach nur 8 Stunden Aufenthalt im schönen Abu Dhabi ging es weiter Richtung Frankfurt.  


Frankfurt Airport, 7 Uhr morgens. Da ich deutlich mehr als die erlaubten 10.000 Euro Bargeld dabei hatte, ALS EINZIGER aus einem Flug voller Goldketten- und Golduhrenscheichs an den Zollschalter. Zollbeamter: "Das Dokument muss ich erstmal suchen." Nach erfolgreicher Anmeldung meines Bargelds, stehe ich nur 2 Stunden später vor dem Einreiseschalter.


Beamter: "Grund des Aufenthalts?"

Ich: "Öhm.... Urlaub... und so."

Beamter: "Ok, alles in Ordnung. Herzlich willkommen in Deutschland."

Ich: "Aber... aber.... Staatsschutz, Überführung, Quarantäne und bla?"

Beamter: "Nächster!" 


Und zum 3. Mal: WTF?!?


Wie sich herausstellte, konnte ich einfach so direkt zu meiner vorläufigen Behausung fahren, musste mich selbst unter Quarantäne stellen und innerhalb von 14 Tagen einen Impfausweis vorlegen. Letzte Coronaimpfung max. 3 Monate alt.


Passt!


Ne, warte. Passt doch nicht.


Corona-Meldestelle Thüringen (von Bundeswehrsoldaten geführt...):


Ich: "Hallo, ich soll mich hier mit meinem Impfpass melden. Da. (Lege japanischen Impfpass hin...)."

Soldat: "Was'n das? Ihr Videothekenausweis?"

Ich: "Uhm... nö, mein japanischer Covid-Impfpass. Sehen Sie? Da stehen die Impfpräparate mit Batchnummern, genauso wie im deutschen Impfpass."

Soldat: "Kann ich nicht lesen. Gilt hier nicht!"

Ich: "Aber.... aber.... was?"

Soldat: "Nächster!"


Uuund nochmal... WT... ihr wisst schon.


Nächster Tag im Impfzentrum Thüringen: 


Da meine 3 in Japan vorgenommenen Impfungen nicht in Deutschland anerkannt wurden, obwohl es sich um extra in Deutschland teuer eingekaufte und weltweit zugelassene Biontech-Präparate handelte, musste ich mich NOCHMALS der kompletten Prozedur mit dem äußerst vertrauenswürdigen Astrazeneca (Soldatenarzt: Was anderes haben wir hier im Osten nicht mehr, das gute haben alles die Wessies verbraucht...) unterziehen. Alle Einwände, das ich doch schon alle 3 Impfungen mit absolut zuverlässigen Biontechprodukten erhalten habe, blieben ungehört. Nun, Astrazenica it is. Schon nach der ersten Injektion war ich krank wie ein Hund mit 40 Grad Fieber und ich warte immer noch darauf, das mir ein 3. Ei wächst.


6 Wochen später, irgendwo in Thüringen, bekam ich einen Brief von der Forwarder-Spedition in Hamburg:

Ihr Umzugsgut ist im Hamburger Hafen angekommen. Es gibt Probleme bei der Zollabwicklungg. Bitte melden Sie sich beim zuständigen Zollamt. Während der Abwicklung der Zollformalitäten lagern wir ihr Umzugsgut gern kostenpflichtig für Sie ein.


Ooookay...


Anruf beim zuständigen Zollamt:


Ich: "Ja, Hallo. Was ist das Problem? Ich habe doch alle Papiere eingereicht und mein Umzugsgut wurde vom deutschen Zoll als Umzugsgut anerkannt." (Umzugsgut ist von der Einfuhrsteuer befreit)

Zuständiges Zollamt: "Ja, das mag schon sein. Isch brauche aber noch weitere  Unterlagen, das sie  dauerhaft in Japan gemeldet waren. Kann ja sein das sie dort nur auf nem längeren Urlaub waren. Bitte schicken Sie die erforderlichen Dokumente mit beglaubigter Übersetzung innerhalb von 14 Tagen an uns. Per Einschreiben, Email akzeptieren wir nicht." (Hatte von Japan aus alle nötigen Unterlagen, z.B.: Auszug aus dem japanischen Melderegister, Aufenthaltsnachweis, unlimitiertes Visum, usw. mit beglaubigten Übersetzungen per Email an die vom DEUTSCHEN ZOLL ANGEGEBENE EMAILADRESSE GESCHICKT!)  


Gemacht wie gewünscht und nur einen Monat und hunderte mit dem Zoll geführte Telefonate später, konnte ich meine 22 Kartons um 6 Uhr morgens im Starkregen aus dem "wunderschönen" Hamburger Hafengelände abholen. Die Paletten mit den Kartons, von denen jeder das zulässige Gesamtgewicht von 30 kg hatte, wurde von "sehr höflichen und zuvorkommenden" Hafenarbeitern nur 200 Meter vom Leihbulli abgestellt, weil ich aus irgendwelchen, mir unerfindlichen Gründen, nicht an die Rampe fahren durfte. Aah.... Deutschland.


Als nächstes: Ein Auto muss her. Was soll da schon schiefgehen? Anruf bei der Versicherung:


Ich; "Einen wunderschönen guten Morgen. Ich war früher über 20 Jahre Kunde bei Ihnen. Können Sie mir deswegen einen guten Preis machen?"

Versicherungsfachfrau: "Isch kann Sie nicht in unserem System finden. Wie lange waren sie denn im Ausland und wo?"

Ich: "17 Jahre Japan. Ich kann meine Versicherungszeit und Unfallfreiheit lückenlos nachweisen, wenn Sie das wollen."

Versicherungsfachfrau: "Das kann isch nicht akzeptieren. Also, wenn sie jetzt in der USA gewesen wären, dann wäre das was anderes."

Ich: "Aha, verstehe. Obwohl ich dann 17 Jahre keine Rentenansprüche hätte. Und nochmal, ich war über 20 Jahre Ihr treuer Kunde. Lässt sich da denn gar nichts machen?"

Versicherungsfachfrau: "Nein, isch kann da nichts machen. Versuchen Sie es halt bei einer anderen Versicherung."


Aufgelegt


Ok, dann halt Fahranfänger. Mit über 35 Jahren Fahrpraxis. Auf die paar Kröten kommts jetzt auch nicht mehr an. Dicken, natürlich japanischen Diesel, mit dem größten Motor gekauft, weil Diesel kostet ja "nur" 1,40 Euro und ich muss wohl sehr viel hin- und herfahren. Dieselpreis 2 Monate später: 2,10 Euro. Dieselpreis zur gleichen Zeit in Japan: 93 Cent. Hm, ja. Bei den Japanern kommt der Diesel wohl nicht aus der Ukraine... 


Ja, so war das. Da fühlt man sich doch gleich wieder Zuhause. Und jetzt, nach 4 "herrlichen" Jahren in Deutschland, komme ich immer noch nicht klar und fühle mich als ein unerwünschter Exot. Mehr noch als in Japan. Wer hätt's gedacht?


Nächstes Kapitel: 2024. Coolio Hat die Schnauze voll davon, in einer mit Arschlochakademikern, denen ihre Rolex wichtiger ist, als die total verpennten Termine, vollgestopften Weltfirma in Erlangen ein Schweinegeld zu verdienen, macht seinen Lebenstraum wahr und kauft sich eine kleine 11 Meter Segelyacht mit 5 Schlafplätzen. Karibik, schmeiß die Kaffeemaschine an, ich komme!


Übernächstes Kapitel: 2025. Coolios kleine 11 Meter Segelyacht mit 5 Schlafplätzen geht im Hafen unter. Totalschaden. Karibik, ich komme doch nicht! Noch nicht! Hmpf...


Ich glaube ihr habt's schon vorher kapiert: Langweilig wirds bei mir nicht...


*OL: Office Lady. Typische Bezeichnung für eine japanische Büroangestellte

Gerechtigkeit?

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So, nun gehts wohl weiter. Die meisten dürften festgestellt haben, das ich nicht mehr in Japan lebe. Seit über 3 Jahren. Warum? Ist ne lange Geschichte. Hm, wie fange ich am besten an? 

Ich mach einfach mal...


Also...


Während Corona in Japan in vollem Gange war, ich mich von einer sehr schweren Krankheit erholt habe und von meinen Ersparnissen lebte, wurde mir eines Tages ein Brief vom Familiengericht in Tokyo zugestellt. Laut Brief war ich Angeklagter in einem Zivilprozess und sollte mich schriftlich zu den erheblichen Anschuldigungen äußern. Gesagt, getan. Erstmal habe ich natürlich all meine Korrespondenz mit dem Kläger (meine J-Ex..) gesammelt, katalogisiert und aufbereitet, um ALLE Vorwürfe komplett zu entkräften und habe dann einen Anwalt für Familienrecht kontaktiert. Einen Japaner, der sich angeblich mit solchen Fällen auskennt. Also ab nach Tokyo, in ein riesiges Parkhaus, in dem zur Coronazeit kaum ein Auto stand. War schon irgendwie creepy, sich durch die leeren Gänge zu bewegen.


Das Gespräch beim Anwalt ging in etwa so ab:


Anwalt: "Hm, ja. Da haben sie ja etliche Daten, um ihre Unschuld zu beweisen. Ich rate ihnen, einfach alles zuzugeben, die verlangte Kompensation zu zahlen und ihr Leben weiterzuleben. Die Richter werden von Anfang an gegen sie sein und sie werden verlieren."


Ich: "Ja, aber.... ich kann doch alles entkräftigen."


Anwalt: "Jaja, ich weiß. Aber erstmal muss die komplette schriftliche Dokumentation ins Japanische übersetzt werden, sie brauchen einen Übersetzer vor Gericht und bevor ich auch nur mein Mandat beim Gericht einreiche, bekomme ich von ihnen so um die 3 Millionen Yen (zu dem Zeitpunkt ca. 20.000 Euro...) als Anzahlung auf mein Honorar. Jeder Termin vor Gericht kostet sie zusätzlich ca. 500 - 700 Euro. Die verlangte "Kompensation" sind 5 Millionen Yen (zu dem Zeitpunkt ca. 35.000 Euro...), die wegen ihrer de facto Arbeitslosigkeit mit Sicherheit auf ca. 30 - 40% der Summe reduziert wird. Also geben sie alles zu, zahlen die "Kompensation" und gut ists. Ist billiger."


Nun, das war nicht meine Vorstellung von Gerechtigkeit, also habe ich einen ehemaligen Anwalt für Familienrecht als Übersetzer angeheuert und habe mich vor Gericht selbst vertreten. Da hat den Richter und seine Beisitzer beim ersten Gerichtstermin so dermaßen verwirrt, das sie einen neuen Termin angesetzt haben. 3 Monate später...


Mein Übersetzer war von Anfang an der Meinung, dies wäre ein absolut typischer Fall, das es hier nicht um die Kompensation geht, sondern das mir, ganz egal wie die Termine laufen, früher oder später ein "Versorgungsvertrag" aufgedrückt wird. Kurz zur Erklärung: In Japan waren zu dem Zeitpunkt geschiedene Väter nicht automatisch dazu bestimmt, nach einer Scheidung Unterhalt für Exfrau und Kind(er) zu bezahlen. Die meisten japanischen geschiedenen Väter entzogen sich diesen Zahlungen simpel und einfach durch einen Umzug in eine andere Präfektur und waren somit komplett vom Radar. Im Falle von Tokyo ist dies meistens Kanagawa, bzw. die Stadt Yokohama. So wie Tokyo die Singlemama-Metropole genannt wird, ist Yokohama die Stadt der geschiedenen Väter. Und seitdem hat sich an der Situation wohl wenig bis nichts geändert. Lest gern mal im Net nach. Ihr werdet staunen.


Natürlich habe ich von Anfang an Unterhalt für meinen Sohn bezahlt. Deutlich mehr, als vom Familiengericht empfohlen. Ich habe auch freiwillig Unterhalt für meine Exfrau bezahlt. Aber eben nur freiwillig. Als die Forderungen jedoch immer höher wurden und meine Ex öfters wochenlang allein im Ausland war, um dort ihre Internetfreundschaften zu "pflegen", habe ich die Zahlungen an sie komplett eingestellt. Und das fand sie wohl nicht so gut. 


Im Internet gab und gibt es genug Beispiele von Fällen, in denen ausländischen Vätern in Japan komplett alle Rechte am Kind entzogen wurden und das es zumindest vor japanischen Gerichten, kaum Chancen gibt, diese Rechte erfolgreich einzuklagen. Gerichtsurteile zugunsten des Vaters aus dem Ausland, interessieren die japanische Rechtsprechung nicht und werden nicht anerkannt. Selbst in Fällen, in denen japanische Exfrauen ihre Kinder aus dem Ausland zurück nach Japan entführt haben, gibt es absolut keine Chancen auf Einigung. Als ausländischer Vater, gibt man seine Rechte an seinen Kindern am Rathausschalter ab. Im japanischen Juminhyo (Melderegister, Familienregister) steht der ausländische Vater ganz unten. Familienvorstand ist immer die japanische Frau. Nach einer Scheidung, wird man als Vater als Single und kinderlos im Juminhyo eingetragen. Yup.


Nun gut, weiter im Gericht. Gegen mich gab es am Anfang über 30 Anklagepunkte, die ich einen nach dem anderen widerlegen konnte. Darunter so Sachen wie: Seelische Grausamkeit, Belästigung, das in Japan bei Exfrauen sehr beliebte "Power Harassment", usw. Dabei bin ich, um meiner Ex aus dem Weg zu gehen, in die Einöde von Shizuka gezogen. Und ich war dort glücklich. Und das hat so manchem nicht gefallen.


Trotz all meiner Beweise, hat der Richter keinen Zweifel daran gelassen, das ich in seinen Augen schuldig war. Der Anwalt meiner Ex hat mehrfach rassistische Aussagen vor Gericht gemacht, z.B.: Das solchen Ausländern wie mir das Visum entzogen werden sollte und das wir Ausländer die japanische Kultur nicht respektieren, usw. Während ich meine schriftlichen Aussagen von einem zertifiziertem Übersetzer einreichen ließ, wurde der Gegenseite erlaubt, die schriftlichen Aussagen selbst zu übersetzen, oft sehr "günstig" artikuliert und oft mit Vermerken, wie: Dies ist eine Lüge, usw. In anderen Rechtsstaaten absolut unmöglich. Diesen eindeutigen Interessenkonflikt hat der vorsitzende Richter trotzdem erlaubt. Weil die Klägerin halt kein Geld für einen Übersetzer hat. Aha!?! Nun, für einen Tokyoter Anwalt hat es wohl gereicht. 


Mein Übersetzer (danke, Makoto!) hatte mir von Anfang an dazu geraten, den Prozess durch zwar fristgerechte, aber "in letzter Minute" eingereichte Dokumente, künstlich in die Länge zu ziehen. Wohl wissend, das auch der Gegenanwalt fürstlich bezahlt werden wollte. Nur allzu oft, mussten die Termine verlegt werden, damit der Gegenanwalt eine Chance hatte, meine Dokumente zu prüfen. Und so zog sich der Prozess in die Länge. Über 2 Jahre. Die Richter wurden 2 mal ausgetauscht. Letztendlich hatte Makoto recht: nach knapp 2 Jahren wurde mir der Entwurf eines Versorgungsvertrages vorgelegt und bei Unterschrift wäre die Anklage zurückgezogen worden. Laut diesem Vertrag sollte ich auch für meinen Sohn zahlen, wenn er mit seiner Mutter ins Ausland ziehen würde. Die jährliche Summe betrug ca. 3 Millionen Yen (ca. 20.000 Euro), mit zunehmendem Kindesalter steigend bis auf 5 Millionen Yen (ca. 35.000 Euro). Plus Aufwendungen für Sportvereine, Klassenfahrten, Nachhilfe, usw. Ja, genau.


Ich muss hier nochmal etwas erklären: Ich habe meinem Sohn einen sehr angemessenen Unterhalt bezahlt. Alle laufenden Kosten wurden gedeckt. Von mir allein. Er war fast jedes Wochenende und während der Ferien bei mir. Nicht weil er musste, sondern weil er es wollte. Es ging mir also nicht darum, mich den Unterhaltszahlungen für meinen Sohn zu entziehen. Ganz im Gegenteil. Ich habe alles für ihn getan. Aber eben nur für ihn, nicht für meine Exfrau. Es ging mir um Gerechtigkeit. Ich habe nichts von dem getan, was mir in der Anklage vorgeworfen wurde, hatte aber trotzdem große Angst, das ich den Prozess letztendlich verlieren würde. Ganz am Anfang, als der erste Gerichtsbrief ins Haus flatterte, habe ich mir gesagt: "Wenn ich diesen Prozesse verliere, verlasse ich Japan sofort."


Nun, ich habe den Prozess nicht verloren. Das verdanke ich keinem japanischen Anwalt, sondern Makoto, meinem "Anwalt in Rente", der für mich vor Gericht übersetzt hat. Alle Anklagepunkte wurden widerlegt, die Kosten des Verfahrens musste der Kläger tragen. Es gab ein Gutachten, das die Übersetzung der Aussagen der Gegenseite als inkompetent und stark fehlerbehaftet ansah. Und den Vertrag habe ich natürlich nicht unterschrieben. Der einzige Tadel vom Richter war, das ich den Prozess zu Ungunsten der Klägerin in die Länge gezogen habe. Tja, da hatte er wohl recht. 


Trotzdem hatte ich nach all dem das Vertrauen in Japan verloren. Bei mir ging es nur um eine "Kompensation" in einem Zivilgericht. Wie hätte es in einem richtigen Strafprozess ausgesehen? Was, wenn sich meine Ex noch etwas deutlich wilderes hätte einfallen lassen? Durchaus kein Einzelfall. Die Internetberichte über Prozesse gegen Ausländer in Japan zeichnen ein deutliches Bild.  


Es war sicherlich keine Herzensentscheidung, denn ich war glücklich auf "meinem Berg". Ich habe das Leben in Japan geliebt. Aber mein Kopf war stärker. Corona half sicherlich auch bei meiner Entscheidung. Innerhalb von 5 Minuten nach Erhalt des Urteils stand für mich fest, das ich Japan verlassen werde. Wohin nach 17 Jahren Japan? Nun, das war ein wilder Ritt und eine ganz andere Geschichte.


Gehabt euch wohl..





Junge, komm bald wieder...

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Ach du heilige Sch....! Ja, man darf ja seine Gedanken nicht mehr frei schreiben, geschweige denn herausschreien. Und genau deshalb bin ich jetzt Skipper. Muss ich meinen Blog jetzt in "Samurai Sailor" umbenennen? 

Mal im Ernst... Mir geht die Welt tierisch auf den Sack. Egal, wo ich auch hingehe, ich bin einfach nur noch genervt. Logische Schlussfolgerung: Ich kaufe mir ein Segelboot und lasse mich dahin treiben, wo es mir weniger auf den Sack geht. So einfach ist das? Nope!

Hier gab es jahrelang nichts. Nicht, das in meinem Leben nichts passiert wäre. Oh Mann, dafür bräuchte ich mindestens noch einen Extrablog. Ich habe Menschen verloren, die ich geliebt habe (Ja, dich auch, Nat...), aber dafür auch Menschen zurückgewonnen, die ich schon gar nicht mehr auf dem Radar hatte. Das Leben gibt und nimmt. Meistens nimmt es mehr...

Kurzum, wenn sich tatsächlich noch jemand hierhin verirrt UND an meinen Stories interessiert ist, lasst es mich einfach wissen. Ich kann euch versprechen, es wird nicht langweilig. 



I'm back...

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So, der Blog ist wieder offen, damit ihr wenigstens wieder Zugriff auf die alten Einträge habt. Ob und wie es hier weitergeht, werde ich mir noch überlegen, bzw. vom Feedback abhängig machen.

Too much of heaven......

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Am 29. November 2005, also ziemlich genau vor 11 Jahren bin ich in Narita vollkommen naiv und mit Schmetterlingen im Bauch aus dem Flugzeug gestolpert. In diesen 11 Jahren ist jede Menge passiert. Es gab wilde, traurige, einsame, verrückte Zeiten, aber auch tolle Momente, die ich niemals vergessen werde. Das Jahr 2016 wird mir aber immer als das ereignisreichste in Erinnerung bleiben. Ich kann mir nicht vorstellen, das 2017 das noch toppen kann. Zumindest hoffe ich das.....

Ich war in den letzten Monaten nicht sehr mitteilungsfreudig. Tut mir leid. Ein bisschen. Ist halt jede Menge passiert: mein Wechsel in die Selbstständigkeit, mein Umzug, Beziehungsärger und 2 Todesfälle im sehr nahen Umfeld. Und ein dritter Todesfall kommt wohl in nächster Zeit dazu. Das alles hat mich nachhaltig geprägt.

Immerhin kann ich jetzt in meinem Haus im tiefsten Bergwald zwischen Atami und Mishima einigermaßen abschalten. Nach über 10 Jahren Halligalli in Tokyo eine echte Wohltat. Morgens aufzuwachen und einfach mal nichts zu hören, gibt nichts besseres.


Die Leute hier auf dem Land sind deutlich entspannter, besonders im Umgang mit Gaijin. Praktisch jeder grüßt einen auf der Straße und ich werde oft von den verschiedensten Leuten angequasselt. Meine Nachbarin bringt mir ab und zu was zu essen, weil ich ja "Junggeselle" bin und auch mal was ordentliches mampfen soll. Passt.


Und so verbringe ich dann meine Tage damit, ein bisschen zu arbeiten zwischendurch und nach und nach mein "Waldschloss" zu renovieren. Nope, ist keine Bruchbude, aber so manche Sachen sind schon sehr "80's" und obwohl retro ja wieder cool ist, fliegt so manches raus. Wichtig ist, das ich ne große Garage für meinen ganzen Krempel habe und einen riesigen Garten. Naja, Dschungel passt im Augenblick wohl eher. Immerhin hab ich schon eine Schneise zum Grillplatz hoch geschlagen und dabei unter nem halben Meter Humus doch tatsächlich eine Steintreppe entdeckt.....



Damit ich nicht komplett zum Walderemit (danke Nat....) werde, fahre ich öfters mal nach Atami zum Strand, oder kurve mit meiner alten Beemer um Fuji San. Im Onsenhotel in der Nähe bin ich ein gern gesehener Gast, besonders bei manchen weiblichen Angestellten, aber wie das bei mir mit den Frauen so ist, sollte besonders Stammlesern ja eindrücklich bekannt sein. Wie mein Opa immer sagte: "Frauen sind wie ein tolles Puzzle, bei dem immer mittendrin ein paar Teile fehlen, oder wie ein Buch das man nie ausgelesen hat." Am besten gefiel mir aber sein Statement: "Die sind alle bescheuert!" Wo immer du auch sein magst Opa, zieh dein Ding durch.

Ich will nichts versprechen, aber da ich die übelsten Hürden hinter mir habe und die meisten Probleme verarbeitet habe (auch da spricht die Hoffnung aus mir....), finde ich langsam wieder Gefallen am schreiben. Also freut euch schon mal auf coolios Berichte aus der japanischen Einöde....

Bis denne....

Na und?

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Ach scheiss doch drauf! Wenn mich jemand wegen meinem Bloggesülze verklagen will: Bitte sehr!
Wie fiktiv coolio ist oder auch nicht, wird sich dann auf eindrucksvolle Weise herausstellen.
Ab jetzt ist hier auf jeden Fall wieder "offen". Nope, versprechen werde ich jetzt nichts, dafür bin ich viel zu selbstbezogen. Erstmal muss ich meinen eigenen, nicht unerheblichen Kram, auf die Reihe kriegen, dann seid ihr "dran". Deal?

Mit dem Rücken zur Wand.....

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Nein, dies ist kein Gastbeitrag. Ich bins wirklich. Irgendwie.

Ich vermisse das Mitschwimmen im Strom der Salaryzombies....

Wer hätte bloss gedacht, das man sich mit beruflicher Selbständigkeit in noch größere Abhängigkeiten begibt? Alles nicht so einfach. Ich versuche seit Monaten einen Weg aus der Misere zu finden, habe wochenlange Verhandlungen mit Überseefirmen hinter mir, die mich für den Rest meines Lebens gezeichnet haben.

Mittlerweile zeichnet sich ein Licht am Ende des Tunnels ab. Ja doch, da ganz hinten! Ehrlich.
Oder ist das bloß wieder ein nervöses Flimmern auf der Netzhaut? Wie dem auch sei. Ab Juni werde ich mich komplett aus der allzu innigen Umarmung meiner Überseearbeitgeber lösen. Exklusivverträge mit gleich mehreren Firmen hauen einfach nicht hin. Besonders die deutsche Firma stach mit extremer Unnachsichtigkeit heraus, wenn es um Terminvergaben und anderes unnötiges Zeugs ging. Also arbeite ich demnächst nur noch mit einer kanadischen Firma zusammen. Und damit ich mich nicht mehr mit komplett schwachsinnigen Wünschen von japanischen Kunden auseinandersetzen muss, werde ich in Japan nur noch als technischer Konsultant für Ingenieursleistungen fungieren und nur noch bei Inbetriebnahmen auftauchen. Für Restasien bleibt alles beim alten und ich werde auch verkaufsbegleitend "dienen". Dazu erweitert sich mein Wirkungskreis auf Australien und Neuseeland. Toll!

Vorteil ist, das ich dafür kein "echtes" Büro brauche. Ein virtuelles aka PC mit Webcam und Smartphone reicht vollkommen. Für die Meetings mit meinem Verkäufer tuts auch ein Coffee Shop. Und für größere Meetings wird halt ein Raum in nem Hotel angemietet. Passt schon.

Damit ist dann auch meine Zeit in den vollgepackten Zügen der Tokyo Metro Geschichte. Allein das ist es wert. Wer hier schon länger mitliest, weiß von meinen Qualen in den Morgenstunden. Klar, hier und da muss ich auch mal in die City, aber nicht mehr täglich zur Rush Hour.

Bye bye, sweet office time........

Desweiteren werde ich mich so schnell wie möglich aus Tokyo abseilen und meinen Traum wahrmachen: Ein Haus am Meer. Atami auf der Izu Peninsula steht ganz weit oben auf meiner Liste, stehen dort doch 50% der Häuser leer, weil alles in die Megapolis Tokyo will. Dementsprechend niedrig sind die Preise, auch für Wochenendvillen mit unverbaubarem Blick aufs Meer. Und Atami hat eine Shinkansenstation. Ich kann also in 45 Minuten in Tokyo sein, wenn es denn sein muss und auch Fahrten zu Kunden sind ein Kinderspiel.

Schnelles Handeln ist gefragt, bevor chinesische Triaden und russische Oligarchen auch auf den Trichter kommen und alles an Häusern wegkaufen, so wie in Deutschland. Denke mal, das ich Ende des Sommers alles abgewickelt habe.

Da ich max. von einer 50-70%igen Auslastung ausgehe, habe ich dann auch wieder mehr Zeit zum bloggen. Sorry, in den letzten Monaten hatte ich soviel am Computer zu arbeiten, das ich einfach keinen Bock hatte, mich auch noch um den Blog zu kümmern. Demnächst also wieder amüsante Geschichten aus Japan. Diesmal nicht aus der Megapolis voller Bürozombies und Selbstdarsteller, sondern aus der eigenen "Datscha" am Meer.

Gehabt euch wohl.....

Kommentare.......

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Mir ist zu Ohren gekommen, das es erhebliche Schwierigkeiten bereitet, hier einen Kommentar loszuwerden (nochmal danke für die Info, Kai LeRai und viktor). Leider hat Google ohne Nachfrage mal wieder ein Captcha freigeschaltet. Habe es erstmal wieder deaktiviert. Das bedeutet zwar, das ich wieder etliche Spambots anlocke und man mich mit Angeboten zu Penisverlängerungen, Viagra und Haarverpflanzungen zubombt, aber auch das ihr wieder problemloser kommentieren könnt. Nutzt diese Gelegenheit bitte auch. Ein Blog lebt auch von den Kommentaren. Nur allzuoft wollte ich schon komplett aufhören und den Blog einstampfen, aber die Kommentare haben mich immer wieder davon abgehalten.

Trotz den deaktivierten Captchas kann es für "Anonyme" aber trotzdem noch zu einer Sicherheitsabfrage kommen. Ist nicht meine Schuld, kanns auch nicht abstellen. Siehe hierzu auch den Kommentar von Google: "Hinweis: Anonyme Nutzer werden mitunter auch dann zur Eingabe eines Codes aufgefordert, wenn Sie diese Funktion nicht aktiviert haben. Dies schützt Ihren Blog vor Missbrauch."

Ansonsten gilt natürlich: Ich schalte grundsätzlich alle "echten" Kommentare frei, sofern sie keinen Strafbestand darstellen. Ja, alles schon gehabt. Auch dulde ich keine Beschimpfungen anderer Kommentatoren und werde drastisch eingreifen, wenn sich da irgendwelche Scharmützel bilden. Bitte bleibt beim Thema. Verweise auf eure eigenen Blogs werde ich für eine gewisse Zeit dulden, wenn es nicht in Eigenwerbung ausartet. Blogs die mir gefallen, oder es wert sind ein bisschen gepushed zu werden, nehme ich in meine Blogroll auf, entferne sie aber genau so schnell wieder, wenn sie mich langweilen oder zu lange keine Beiträge veröffentlicht werden.

Und ja, ich werde weiterschreiben. Aufgrund von zu erwartenden, wesentlichen Änderungen in meinem Leben, habt ihr noch einiges vor euch.......

Bis denne.......

Urlaub in Japanesien – Tokuyama

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Das Wichtigste, nachdem man seine neue Bleibe bezogen hat, da werden mir alle männlichen Leser bedingungslos zustimmen, ist es sie mal ordentlich einzuweihen. Die gewiefte japanische Zubehörindustrie hat zum Glück auch für diesen Fall ein extravagantes Reinigungspapier in Petto. Jawoi sog I, her damit:


Sodale, und schon samma bereit für den ersten Ausflug, solang es draußen noch hell ist.
Quasi um die Ecke liegt eines der größten Huldigungsbauwerke der Region. Ein Altar für den Shinto-Gott aller japanischen Shinto-Götter, dem Beton-kami-sama. OK, Spaß beiseite. Es dämmerte tatsächlich schon, und gleich am ersten Urlaubstag direkt in die Heia macht keinen Spaß. Zumal ich als interessierter Genieingenieur durchaus mal so einen erwachsenen Staudamm, den Tokuyama-Staudamm (水資源機構徳山ダム管理所) gerne aus der Nähe sehen wollte.







Mal abgesehen davon, daß es in Japan kaum noch naturbelassene Flußläufe gibt und der Ibi-Fluß deswegen nicht fehlen durfte, dient der Damm vornehmlich zur Stromerzeugung. Unglaublich aber wahr, auch vor dem großen Erdbeben in 2011 lag der Atomstromanteil bei nur 30%. Nicht umsonst klappt es seither auch so gut ohne die ganzen Meiler.
Für diejenigen, die das ganze Ding auch einmal von innen sehen wollen, bietet der Betreiber auch geführte Touren an. Sogar Ausländer dürfen mit (Ich wollte alleine, Frauchen hatte am Tag der Wahl was anderes vor). Also rein theoretisch. Der Treffpunkt ist morgens um 7 Uhr am Bahnhof in Gifu-Stadt. Wo das ist? Kein Problem: Google maps
Auf dieser Karte seht ihr jetzt den Ort des Staudammes. Auch ohne Japanisch lesen zu können leicht erkennbar wo der große ausgefranste blaue Fleck zu dem dünnen Strich wird. Wie überheblich? Noch nie nen Management-Kurs besucht? Dort lernt man für alle verständlich zu erklären.
Wenn man jetzt ein wenig herauszoomt findet man südlich davon die Kreuzung zwischen der Strasse Nummer 417 und Nummer 303. Dort in der Nähe war meine Unterkunft. Wenn man jetzt ganz viel herauszoomt, findet man irgendwann südöstlich die Stadt Gifu. Von dort sollte es also losgehen. Dem aufmerksamen und auch noch mitdenkenden Leser könnte jetzt auffallen, daß ich schon viel näher am Damm bin als am Startpunkt. Es würde also keinen Sinn machen in dieser Herrgottsfrühe (Urlaub! Und Jetlag!) den Anfahrtsweg zu verdoppeln. Mal abgesehen davon, daß es dort so ländlich ist, daß wir erst mit dem Auto, dann mit dem Bus und dann mit dem Zug zum Treffpunkt hätten fahren müssen um dann mit dem Bus zum Ursprungsort zurückzukehren. Und dann wieder umgekehrt.
Also hat handzurrende Begleitung für mich das Telefon gezückt und beim Tourunternehmen angerufen. Der gefühlt einstündige Dialog war etwa wie folgt:
„Ja, wir wohnen quasi direkt am Damm und meine beste Hälfte gerne vor Ort zu euch stoßen, statt zuerst nach Gifu zu fahren.“
„Quassel … desu. … quassel … shimasu. … nuschel …kereba … quassel … desu ka?“
„Ja, ich weiß, daß die Busfahrt im Preis inbegriffen ist.“
„Nuschel … desu. … quassel … shimasu. … quassel …kereba … quassel … desu ka?“
 „Oh nein, daß macht nichts, daß das nicht berechenbar ist, wir zahlen auch so den vollen Preis.“
„Nuschel … desu. … quassel … shimasu. … quassel …kereba … quassel … desu ka?“
 „Ja auch in bar ist möglich.“
„Quassel … desu. … quassel … shimasu. … nuschel …kereba … quassel … desu ka?“
 „Ja, kein Problem, die Sicherheitshinweise zu befolgen.“
„Nuschel … desu. … quassel … shimasu. … pause… lufthol… kereba … quassel … desu ka?“
„Ja, zuerst in den Bus zuzusteigen um die Gruppe durchzuzählen ist kein Problem.“
„Quassel … desu. … quassel … shimasu. … nuschel …kereba … quassel … desu ka?“
 „Ja aber natürlich können Sie mit Ihrem Vorgesetzten Rücksprache halten und mich dann zurückrufen.“
„Nuschel … desu. … quassel … shimasu. … nuschel …kereba … quassel … desu ka?“
So, wer möchte mal raten, wer den Damm NICHT von innen gesehen hat?

Grüßle Aal


Urlaub in Japanesien - Intro

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Gastbeiträge? Ach du Kack ahnst es nicht. Seit 2 Jahren versuche ich mich drumrum zu drücken. Und nu hat er sich doch noch dran erinnert. Nun denn, es sei…

Aufmerksamen Lesern wird es nicht entgangen sein, daß der liebe Coolio und ich etwas ganz besonderes habe… sind. Beides. Und nachdem Japanesien auch lange 6 Jahre meine Heimat war und ich es mitsamt dem Didi immer noch sehr vermisse, komme ich konsequent jedes Jahr für mindestens 2 Wochen in den Urlaub dahin. Zuletzt also 2013. Ja liebe Mathematik-Studenten, ein Scherz. Zwar ein schlechter, aber ein ironischer Scherz. Wer es schafft damit einen Japaner zum Lachen zu bringen kriegt ein Matcha-Eis von mir.

In Japan wohnen und in Japan Urlaub machen, wenn man in Japan schon gewohnt hat, unterscheidet sich sicherlich sehr davon in Japan Urlaub zu machen, wenn man dort noch nicht gewohnt hat. Hmja, zu letzterem fehlt mir doch tatsächlich der Erfahrungswert, der es mir erlauben würde diesen Vergleich überhaupt zu betreiben, aber sicher können einige Experten dann ihren bestätigenden Schmonzes in die Kommentare ejakulieren.

Das war genug Vorwort, ab geht’s und zwar häppchenweise. Heute:

Wo wohnt man im Urlaub? Genau, am besten billig und trotzdem normal. In meinem Fall war das das in der Stadt Ibi ansässige Wohnheim zur Attraktivitätssteigerung zur Wiederbesiedelung der ländlichen Gefilde. Glaubt ihr nicht? Ist aber so. Dort gibt es trotz des Namens sogar schon Strom und Wasser. Ja wirklich, die Stadt betreibt ein doch ziemlich großes Apartment-Haus jaaaaaanz weit draussen und vergibt es wochenweise an Interessenten für einen Reisknödel und ein Ei. 

Einzige Bedingung: man muß lügen, daß man gerne in die Walachei zurückziehen möchte und schonmal testweise probewohnen. Wir haben das jetzt zwei Mal gemacht. Seitdem glauben die uns nicht mehr und nächstes Mal brauchen wir was anderes. Daß die Hütte unterm Jahr zu 90% leersteht? Irrelevant.
Die Buden sind nichtmal schlecht. Voll ausgestattet und moderner und sauberer als so manche richtige Wohung im guten alten Japan. Aber seht’s selbst:





Grüßle Aal

Junge, komm bald wieder......

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Sorry Leute, ich war 3 Wochen im tiefsten China in der gar lieblichen Stadt Anqing und konnte deshalb weder posten, noch Kommentare veröffentlichen. Warum? Weil da nix geht! Kein Facebook, kein Twitter und absolut nix von Google, obwohl dort viele ein Androidsmartie haben. Das Google sich so dermaßen gängeln lässt, wundert mich nach meinem Besuch nur noch mehr. Was ich in China gemacht habe? Seid doch nicht immer so neugierig! Na gut, ich erzähls euch ja. Also, zuallererst war ich dort um eine schöne neue Anlage zu installieren. Und dann habe ich auch noch 3 Wochen lang meinen Magen darauf hin abgerichtet, feste Nahrung innerhalb von 30 Minuten in ein komplett flüssiges Medium zu verwandeln. Wieder zurück in Japan und damit auch wieder etwas näher dran an unbedenklichen Speisen, hoffe ich das sich mein Magen wieder einigermaßen beruhigt.

China ist eigentlich Japan Ver. 1.0. So wie in Anqing muß es in den 50ern auch in Japan ausgesehen haben. Japan hatte ja auch immer schon einen Hang zum "real gelebtem Sozialismus"....

Hier mal ein paar Impressionen:

Mein Hotel war......bombastisch. Man durfte halt nur nicht nach draussen schauen.....






Da so ein Marmorschuppen wohl kaum nur von den Zimmergästen leben kann, gab es jeden Tag mindestens 5 Hochzeiten. Braut und Bräutigam standen dann jeweils in solchen Boxen und empfingen die Gäste. Je nach Kohle sahen die Stände dann mehr oder weniger schwülstig aus. Zur Hochzeit gehört natürlich auch ein ausgiebiges Feuerwerk. Und damit die Luft in der Stadt noch besser wird, werde diese, auch zur Freude der restlichen Hotelgäste, dann auch bis in die frühen Morgenstunden zelebriert.

Mein Zimmer war größer als mein Stadtpalast in Tokyo. Offensichtlich lässt sich so etwas aber nur sehr schwer sauberhalten. Dachte ich erst, ich hätte einen schönen Flokatiteppich im Badezimmer, stellte sich bei näherem hinsehen heraus, das es sich um die "Sekundärbehaarung" der Gäste der letzten 3 Jahre handelte. Um dies zu untermauern, wurde in meinen 3 Wochen Aufenthalt kein einziges Mal gesaugt.


Toll sind die chinesischen Steckdosen, in die praktisch alles hineinpasst, was es an Steckern so gibt.





Draussen sah es dann nicht mehr ganz so dolle aus........

Blick über Anqing. Besonders weit kann man wegen der schlechten Luft nicht sehen, was aber eigentlich nur von Vorteil ist.


Es gibt auch ein paar neuere Wohnklos, aber die meisten Leute wohnen in solchen Buden. Wozu man fast überall Gitter hat. Konnte mir niemand schlüssig erklären. Meine Annahme, so hält man die Leute davon ab, sich depressiv aus dem Fenster zu werfen, wurde mit bösen Blicken aufgenommen.......

Anqing ist malerisch am Yangste gelegen. Auch hier wieder der getrübte Ausblick.....

Praktisch der gesamte kommerzielle Verkehr wird mit solchen Dreirädern, teils mit Verbrenner, teils mit Batterieantrieb bewegt. Auf so unnötige Sachen wie Verkehrssicherheit, Verkehrsregeln und besonders bei Dreirädern auf eine gleichmäßige Beladung wird in der Regel explizit verzichtet.

Dagegen wird fast der ganze Individualverkehr mit Elektrorollern bewältigt. Da man immer mit der Batteriespannung haushalten muss, wird das Licht Nachts auch gerne mal ausgelassen......


Du sag mal Genosse Designer, wie schreibt man eigentlich Rover? So wie mans spricht, du Idiot! Hm, ja. Ok. Also nen X5 gibt es ja schon als chinesische Kopie, nehmen wir doch einfach W5, hört sich doch auch geil an, oder? Deal? Deal!

Oi, Slim Ling! Ich glaube wir sollten das Dach doch direkt ans Gebäude bauen. Mensch, Long Dong! Sprüh doch einfach 8 Dosen Montageschaum dazwischen. Sieht man doch kaum!

Immerhin gab es Abends nach der Arbeit im Irish Pub, der sinnigerweise Krombacher hieß, es aber nur pisswarmes französisches Weizenbier gab, sehr........ lustige Ausziehspiele.

So, das wars erstmal für heute. In den nächsten Tagen startet eine Serie mit Gastbeiträgen von Big Al. Ja, Serie! Du fauler Sack! Uhm....... war das genug Motivation?

Ihr mich auch!

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Oh mein Gott! Da hab ich doch tatsächlich 2145 Yen an Werbung verdient! In den letzten 3 Monaten! Da hab ich mich doch direkt für ein Mansion auf Odaiba beworben und meine Booty calls eingeladen! Ja, genau. Was? Ihr seid sauer das ich nicht mehr so oft schreibe? Ja. Ihr habt ja recht.

Aber es passiert einfach nicht soooo viel ungewöhnliches. Nein, ich lüge ja! Besonders seit ich selbstständig arbeite, stürzen die Katastrophen nur so auf mich ein!  Also, wenn ich irgendwann mal das Gefühl habe, nicht mehr bereits mit einem Bein im Knast zu stehen, bzw. ich meine Kollegas dementsprechend motivieren kann, das es nicht ihr Ziel ist, die neue Firma direkt in den Abgrund zu steuern, dann werde ich evtl. mal ein wenig mehr posten.

Wenigstens hab ich voll die motivierten Kollegen:

Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt und wir steigern das........ ach scheiß doch drauf!

Ok, meine Schnuffis. Ich bin ziemlich bocklos.......... uhm........... viel zu beschäftigt in der letzten Zeit um hier regelmäßig "klar Schiff" zu machen. Also, was wollt ihr eigentlich? Nein! Kein MAOAM! (Muss ich das jetzt für die Nichtgrufties erklären?). Ich würde mich tierisch (nicht gleich ausflippen....) über Gastbeiträge freuen. Ehrlich! Irgendwie sollten diese natürlich was mit meiner geliebten Wahlheimat zu tun haben. Ja! Challenge! Yosh!

Video On Update

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So, hab heute mal ein bisschen rumprobiert und mir meine neue Actioncam auf den Helm gefunzt. 
Klappt eigentlich schon ganz gut, nur beim nächsten Mal sehe ich zu, das ich mehr vom Cockpit mit ins Bild bekomme und die Birne etwas ruhiger halte. Nuja, aber für ein schnell zusammengestricktes Video ist es ganz ok


Für Anregungen und konstruktive Kritik bin ich offen......

Video ON!

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Eine gesegnete goldene Woche, meine Hasenpopos!
Was? Bei euch gibt es aber gar keine goldene Woche? Mir doch wurscht!
Dafür hatten wir hier kein Ostern!

Ich habe dem betteln nachgegeben und meinen Youtubekanal exhumiert.
Die Videos in den Beiträgen: 




sollten also wieder funzen. Da ich mir jetzt auch so ne "Action Cam" zugelegt habe,
wird dann wohl so nach und nach mehr Zeugs auftauchen. Falls irgendjemand spezielle
Wünsche hat (Nein Ernst, keine J-Mumus!), dann immer her damit!

Wer nicht abwarten kann, Big Aal hat auf seinem Youtubekanal (https://www.youtube.com/user/Bigalinjapan/videos) einiges an Mopedfahrten
durch die japanische Walachei anzubieten, z.T. sogar mit mir als Wingman.

Also, geht nochmal pinkeln, holt Bier und Chips aus der Küche und macht es 
euch auf dem Sofa bequem. Und nein, Kleenex und Bodylotion braucht ihr diesmal nicht.....

Da isser wieder!

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Nach viel zu langer Abstinenz gibt es nun wieder einen echten Grund, meinen Blog Samurai Biker zu nennen: Der coolio hat ein neues Moped! Nämlich das hier:

BMW R1100S   Der komische Sabberlatz unterm Nummernschild kommt natürlich noch weg

Ich hab lange gesucht, wollte eigentlich ein neues Motorrad kaufen. Aber dann tauchte die BMW bei Tony Fastbike im Shop auf und ich war sofort verliebt. Hatte diese BMW damals immer als Leihmotorrad, wenn meine F650 in der Werkstatt war. Und schon damals war für mich klar: Irgendwann! Tja, jetzt ist irgendwann! Endlich mal ein Moped, auf das man als normalgewachsener Europäer auch draufpasst. Auf meiner japanischen Eierfeile ist mir nach ner Stunde Fahrt der Hintern abgefault und dank der ungünstigen Anbringung der Rasten im Verhältnis zur Sitzhöhe, schliefen mir ständig die Beine ein. Nicht ganz ungefährlich....

Auf die Beemer setz ich mich drauf: Passt 100%. Und obwohl ein ziemlicher Trümmer, einmal in Bewegung lässt sich die Kiste ganz hervorragend herumzirkeln und geht wie an der Schnur gezogen durch schnell gefahrene Kurven. Kein Vergleich zur hypernervösen Z1000.

USB-Adapter für die Bordsteckdose ist bestellt, dann noch ein paar gebrauchte BMW-Koffer dran und das Touren kann los gehen.

Was kostet der Unterhalt in Japan? Klar, meine flammneue Z1000 hatte ich damals vollkaskoversichert, trotzdem kostete das nur ca. 250 Euro im Jahr. Als Fahranfänger in Japan.
Bei der alten Beemer tuts ne einfache Teilkasko. Und in einer "Verbundversicherung" mit meinem Auto, zahle ich nur schlappe 60 Euro im Jahr. Nochmal knapp 40 Euro für Steuern drauf und ich zahle unglaubliche 100 Euro im Jahr für ein Moped mit 1100 ccm!

So, und jetzt stört mich nicht weiter! Sonne scheint, 20 Grad, keine Wolken in Sicht. Rein in die Protektorpelle und ab auf die Straße!

Happy birthday, Chuck

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Jesus, Chuck Norris und der Papst sitzen in einem Boot mitten auf einem See. Sagt Jesus "Mir ist's langweilig hier. Ich gehe." Steigt aus dem Boot und läuft über das Wasser zum Ufer. Sagt Chuck Norris "Hier ist's langweilig. Ich gehe auch." Steigt aus und läuft über das Wasser zum Ufer. Denkt der Papst "Hmm, ich bin ein gottesfürchtiger Mann, und wenn ich jetzt auch aussteige, wird Gott meine Schritte schon über das Wasser leiten und mich am Ufer ankommen lassen." Steigt aus dem Boot, geht augenblicklich unter und ertrinkt. Sagt Jesus zu Chuck Norris "Hätten wir ihm sagen sollen, wo die Steine sind?" Sagt Chuck Norris "Welche Steine?"

Bwahahaha!

Oh warte, Chuck Norris hat gar keinen Geburtstag. Er war schon immer da!

3 Tage.......

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3 Tage Messe. 3 Tage Hölle. 3 Tage Himmel. 3 Tage dauerbesoffen. 3 Tage lang Kugelschreiber rationieren, weil Chinesen offenbar Kugelschreiber sammeln. 3 Tage lang darüber freuen, das wir die guten Werbegimmicks schon selbst eingesackt haben und nur die Kugelschreiber mitgebracht haben, die seit 5 Jahren in irgendeiner staubigen Ecke liegen und eh nicht mehr schreiben. 3 Tage lang überlegt ob ich nicht meinen Sperrmüll mitbringe und am Messestand ausstelle, weil eh alles mitgenommen wird, selbst unsere offenen Getränke. 3 Tage Ironie, Sarkasmus und Wortwitz mit nichtjapanischen Ingenieuren. 3 Tage Spaß beim Verköstigen eben dieser Ingenieure mit allem Glibberzeugs was die japanische Küche so hergibt. 3 Tage lang aufgequollene Füße, da ich ja unbedingt neue Schuhe zur Messe anziehen musste. 3 Tage lang um 7 Uhr morgens stockbesoffen aufstehen und erstmal 5 Minuten zur Orientierung brauchen, um dann festzustellen das man es wieder nicht geschafft hat, sich Mantel und Schuhe auszuziehen. 3 Tage lang mit Messemodels flirten. 3 Tage lang die kulinarischen Feinheiten der Messeküche genießen: Beefcurry, Chickencurry, Porkcurry, Vegetablecurry, Curry mit Curry, Curry mit Reis, Reis mit Curry. 3 Tage lang total verpennt und noch schlechter gelaunt als sonst, in einer viel zu vollen Bahn zur Messe tingeln. 3 Tage lang am Messestand trotzdem gute Laune haben. 3 Tage.........

Uuuaaaaaahhhh!!!!

Alles neu macht der........ Februar?

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Donnerstagmorgen, es ist arschkalt. So kalt war es in Tokyo die letzten 10 Jahre nicht. Seit 3 Wochen konstant knapp unter null Grad in der Nacht, so um die 7-10 Grad am Tag. Jaja, ich weiß was jetzt wieder kommt: 0 Grad. Oh! Memmbruder, Weichei, Tranlappen, usw. Hey, eure Buden sind einigermaßen isoliert! Wenn ich abends nach Hause komme, schalte ich direkt Aircon, Gasheizer und den Heizteppich an. Ja, lacht ruhig! Ich hab nen verdammten Heizteppich! Ohne den würde ich mir an manchen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes meine Eier abfrieren. Und ja, trotz meines fortgeschrittenen Alters brauch ich die Dinger noch. Irgendwie hänge ich an ihnen, obwohl die ja eigentlich an mir hängen. Uhm, lassen wir das.......

Also, neuer Versuch. Donnerstagmorgen, 9.01 Uhr. Ich steige aus dem Aufzug und trotte im Halbschlaf in die Firma. Klar, nur ein paar meiner „fleißige japanische Bienen“-Kollegen sind schon da. Die meisten stopfen sich wohl grad noch stinkende, fermentierte Bohnen in den Schlund. Die sitzen lieber bis 20 Uhr in der Firma und tun nix. Ich komme lieber früh, tu nix und gehe dafür früh.

Aber meine Tippi ist schon da, die gute Fee. Seit 8 Jahren arbeitet sie mit einer an Wahnsinn grenzenden Engelsgeduld an meiner Seite. Ja, wird sind uns mal ziemlich nahe gekommen, aber haben uns wieder auf einen der Arbeit zuträglichen Abstand einigen können. Sie war schon 4 mal verlobt. Viele meiner Kollegen glauben, ich hätte sie für die japanischen Männer verdorben. Als sie mir zugeteilt wurde, war sie ein typisches, liebes 27jähriges japanisch-devotes Mädel, nun ist sie ironisch, sarkastisch und gibt Widerworte. Und das geht ja mal gleich gar nicht. Hm, eigentlich die perfekte Besetzung für die Rolle meiner nächsten Ex-Frau, oder?

Nope! Am Arbeitsplatz rumfummeln geht selten gut. Es sei denn, einer geht. Und derjenige bin ich. Nein, das hat nichts mit ihr zu tun. Das hat nur etwas mit mir zu tun. Ich will einfach nicht mehr. Nach 8 Jahren „corporate Japan“ wird es Zeit für etwas anderes. Ab Mitte des Jahres werde ich für mehrere nichtasiatische Firmen als freiberuflicher technischer Konsultant arbeiten und ganz Asien beackern. Ja, ich bleibe erstmal in Japan und pflege meine Hassliebe zu Tokyo. Warum sollten meine treuen Leser wissen. Die anderen müssen halt meinen Blog komplett lesen. Immerhin habe ich mich dann von der enormen Last befreit, mit 200 Japanern unter der Leitung eines ins negative japanisierten Deutschen zu arbeiten. Es ging einfach nicht mehr.


Mal sehen wohin das führt......

Na und?

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Was? Ich bin immer nur negativ? Das stimmt doch gar nicht! Ich hab auch einiges an positiven Beiträgen geschrieben. Irgendwann. Doch, wirklich!

Dies hier ist MEIN Blog. ICH schreibe hier was ICH will. Der Blog hilft mir seit etlichen Jahren, meinen Frustüberschuß abzubauen. Anders geht das hier im Land der Harmonie nicht. Wie das die Japaner machen? Tja, da gibt es die einen, wohl der Löwenanteil, die allen Frust runterschlucken und ihn sich abends schönsaufen. Zusammen mit den gefrusteten Kollegen. Nebenbei fällt dann hier und da auch mal Frustabbausex mit einer schöngesoffenen Kollegin an. Und am nächsten Tag fängt der ganze Scheiß von vorne an.

Dann gibt es diejenigen, die allen Frust runterschlucken und abends nach der Arbeit einfach ihre Bude nicht mehr verlassen. An Wochenenden sowieso nicht. Soziales gibt es nur noch in sozialen Netzwerken oder in Videospielen. Und da wundert man sich dann, wenn so einige Japaner ihre Videospielhelden heiraten wollen.

Dann gibt es diejenigen, die allen Frust runterschlucken bis einfach nix mehr geht und zum Frustabbau einfach mal eben vor den nächsten Expresszug springen. Da die meisten Japaner ja Buddhisten sind, kommen sie dafür ja nicht in die Hölle, sondern werden wiedergeboren. Mit dem gleichen Frust.

Und dann bin da ich. Der Ausländer, der die ganze Harmonie in Japan eh nicht versteht und sowieso nur stört. Der einfach nicht kapieren will, das sein ganzes Gemecker, wenn auch technisch richtig, eh keinen interessiert, weil ja alles eh harmonisch ist. Und so.

Aber ich schweife mal wieder ab. Wie immer.........

Gestern stehe ich im Zug neben einer jungen Ausländerin. Ziemlich klein und mopsig, aber ist schon ok, es gibt ja so einige Japaner, die dafür zahlen das sich dicke Ausländerinnen nackt über sie rüberwälzen. Aus dem Augenwinkel sehe ich, das sie mich entdeckt, die Augen rollt und sich von mir abwendet. Wtf? Was ist eigentlich los hier? Ok, bei männlichen Gaijin läuft es ja oft so ab, das wenn sie sich begegnen, erstmal hasserfüllte Blicke wie Laserstrahlen abgeschossen werden. Jaja, keine Angst. Ich weiß das dies nur dein Japan ist. Und ich nehm dir deine J-Trulla auch ganz bestimmt nicht weg, so wie zig Gaijin sie schon vorher genommen haben. Für so nen Scheiß habe ich gar keine Zeit. Ich will einfach nur nach Hause. Ehrlisch!

Soweit so gut. Ist akzeptiert. Aber jetzt fangen die Gaijinweibchen auch damit an? Ich hab doch gar nix gemacht! Einfach nur gutaussehend und gutangezogen im Zug gestanden! Ich hab sie nicht mal angeschaut! Ist schon komisch, weil die meisten weiblichen Gaijin aus Männermangel eher nicht so drauf sind. Ja, natürlich! Die meisten japanischen Männer haben Angst vor starken ausländischen Frauen. Und die Gaijinjungs haben eh alle gelbes Fieber und wollen ne Japanerin poppen. Aber so einer bin ich doch gar nicht! Ich bin geheilt! Naja, fast.

Fragen über Fragen........


Das Jahr neigt sich dem Ende zu.........

7

Es nützt ja alles nix. Steh auf du faule Sau!. Meine Augen öffnen sich zu einem gewissen Grad, erfassen die Wanduhr, auf der verschwommen die Uhrzeit zu erkennen ist. 6.45 Uhr morgens. 10 Minuten noch! Nein! Raus jetzt! Du hast heute ein wichtiges Meeting! Soll ich einfach anrufen und sagen das ich krank bin? Hm, was hatte ich denn in diesem Jahr noch nicht? Lepra? Ne, unglaubwürdig. Tripper? Absolut glaubwürdig, aber neeee. Das reicht jetzt! Raus aus dem Bett! 7.00 Uhr morgens. Mein Mobile trällert los. Wer lässt sich bloß solche öden Wecktöne einfallen? SNOOZE!

Ein alter Japanveteran hat mir mal gesagt: „Wenn du hier in Japan glücklich werden willst, musst du lernen einfach alles zu leugnen. Leugne das du unzufrieden bist, leugne die Menschenmassen, Leugne die Luftfeuchtigkeit, den latenten Rassismus, die Langeweile, die Isolation, die traurige Wahrheit das du lieber irgendwo anders sein würdest, einfach alles!“ Weise Worte.

Ich schlage die Bettdecke weg. Eisige Luft umspielt meine Beine. Verflucht! Aber es nützt ja nix, also leugne ich heute die Kälte und die beschissene Isolation meiner Hochpreis-Niederqualitätsbude. Mit der rechten Hand schalte ich die Klimaanlage an, mit dem linken Fuß den Gasheizer. Da sag noch mal einer, Männer wären nicht multitaskingfähig. Das Thermometer auf dem Gasheizer zeigt 7 Grad an. Ich stehe auf, nehme die Milch aus dem Kühlschrank. Das Thermometer im Kühlschrank zeigt 7 Grad an. Verd....... ich leugne das Thermometer. Mistviech!

Als ich eine Stunde später fertig für die Arbeit bin, beträgt die Raumtemperatur kuschelige 22 Grad. Ich öffne die Tür, eiskalter Wind schlägt mir ins Gesicht. Leugnen! Das Thermometer an der Bank auf dem Weg zum Bahnhof zeigt 7 Grad. Ich HASSE Thermometer! Kein Ding, hab nen dicken Mantel an. Als ich in den total vollgepackten Zug komme, sind es drinnen mindestens 25 Grad. Macht ja Sinn, wenn die Leute für eiskaltes Wetter angezogen sind......

Heute ist der Zug wieder besonders voll. Wahrscheinlich ist wieder jeder wegen der Kälte auf den letzten Drücker raus. So wie ich. Grmpfl! Ich bin fest überzeugt, das es sogar Mörder auf dem Weg in den Knast bequemer haben als ich in diesem total vollgepackten Zug. Die Züge Richtung Ausschwitz waren wahrscheinlich weniger voll! Und rochen besser. Uups, das war jetzt wieder politisch unkorrekt, oder? Mir wurscht!

80% der Männer im Zug tragen ne Brille. 80% von diesen 80% ne hässliche Emo-Erich Honecker-Gedächtnis-Hornbrille. Alle sehen ziemlich angepisst aus. Wegen ihren hässlichen Brillen? Weil sie hier im Abteil praktisch dampfgekocht werden? Da hilft nur eins: Leugnen!

Aber ich weiche schon wieder ab. Was wollte ich eigentlich? Ach ja! Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, meine treuen Leser! Vielleicht habt ihr ja Glück und nächstes Jahr schreibe ich wieder mehr?

Vertragt euch!