Ihr denkt ich bin irgendwie ein bisschen schraeg? Streite ich gar nicht ab! Sei’s drum, ich befinde mich in bester Gesellschaft, denn meiner Meinung nach ist Tokyo die Hauptstadt, wenn nicht gar der Heimatplanet der Bekloppten.
Warum?
Von den eigenen Unzulaenglichkeiten mal abgesehen, trifft man hier so ziemlich jede Eigenart des „Bekloppten“. Es faengt morgens im Zug (fuer mich die Brutstaette allen Wahnsinns....) mit den Leuten an, die sich gezielt mit dem Gesicht zum Fenster in eine Ecke quetschen und sich keinen Zentimeter mehr bewegen, obwohl eigentlich Platz genug da waere. Was hat das zu bedeuten? Ich weiss es nicht.
Dann gibt es die Alleinunterhalter, die sich im Zug aeusserst angeregt unterhalten, nur eben mit sich selbst, oft untermalt von heftiger Gestikulation. Passiert das mit einem, wenn man 20 Jahre als Salaryman gearbeitet hat und einem weder die eigene Familie, noch die Arbeitskollegen zuhoeren? Von dieser Spezies gibt es verschiedene Unterarten, wie den „Auf der Toilette mit seinem Dingdong-Quatscher“ oder „Allein im Auto vor sich selbst hin-Quatscher“. Was werden da fuer Themen angeschnitten? Und: Wer hat im Endeffekt recht? Egal, auf jeden Fall bekloppt!
Dann gibt diese alten Maenner, die mit einem betont „suessen“ Hund morgens im Strom der Schueler Gassi gehen und darauf hoffen, das eines der Maedchen im zu kurzen Schulrock sich bueckt um den dusseligen Koeter zu streicheln, damit sie einen Blick auf auf deren Unterhosen erheischen koennen. Gut, das gehoert wohl eher in die Sparte „Fetisch“, von denen es in Japan unzaehlige gibt, ist aber eindeutig als bekloppt zu verzeichnen.
Was ist mit den alten Maennern, die in voller Sportmontur morgens im Park, oft aber auch an Strassenecken stehen und dort ohne Schlaeger und Ball Golf spielen? Ist das etwa normal? Auch hier gibt es wieder verschiedene Unterarten, die sich unter dem Oberbegriff „Schattensport“ zusammenfassen lassen, wie z.B. das sehr beliebte„Schatten-Baseball“. Auch immer weiter verbreitet ist das „Herumrudern mit den Armen ohne jeden Zusammenhang“, was nach Auffassung einiger Spezialisten die Vorstufe zum „Schatten-Wii“ darstellt. Eindeutig bekloppt.
Weiter gehts mit den meistens jungen Maennern, oft arbeitslos und noch zuhause bei Mama, die sich ihr Zimmer mit zahllosen Anziehpuppen vollstopfen und nichts schoener finden, als diesen Puppen andere Klamotten anzuziehen und sich darauf dann einen von der Palme zu wedeln. Natuerlich gibt es auch hier wieder verschiedene Unterarten, wie z.B. den „Crush-Fetischist“ der sich Videos ansieht, in denen (oft dicke) Frauen mit Stilettos eine Modelleisenbahn zertreten und er sich daraufhin „den Biber raeuchert“. Ganz klar, die haben nicht alle beisammen!
Ja doch, es soll auch Leute geben, die sich auf sowas einen.......
....... na, ihr wisst schon.
Halt! Bisher war fast immer von Maennern die Rede. Gibt es denn keine bekloppten Frauen in Japan? Ganz klar: Doch! Aber egal was fuer einen Tick die Frauen hier haben, er laesst sich praktisch immer mit dem Wort: „Kawaii!!!“ (suess, knuddelig, niedlich, usw..) erklaeren.
Dieses staendige Kawaii!!! hin und Kawaii!!! her ist wohl auch der Hauptgrund, das ich niemals ohne Walkman und ordentlich laute Musik einen Zug besteige, obwohl das besonders Freitagsabends gefaehrlich sein kann. Da sind naemlich jede Menge „vollbetankte“ Salarymen unterwegs und ich kann nicht hoeren, wenn der Typ hinter mir anfaengt, seinen Mageninhalt kuenstlerisch naiv auf der Rueckseite meiner teuren Lederjacke zu verteilen. Nein, die sind nicht bekloppt (zumindest nicht im traditionellen Sinne), sondern einfach nur sturzbesoffen.
Nun, manche Sachen sind einfach nicht kawaii! Zum Beispiel die Dauerfummelei mit dem Handy. Egal wo und wie, das Teil wird den ganzen Tag, fast ohne Ausnahme bearbeitet. Obwohl in der U-Bahn ueberhaupt keine Verbindung mit dem Netz moeglich ist, wird geschrieben was das Zeug haelt. Abgeschickt wird dieser Stuss dann vom naechsten Bahnhof aus, an dem fuer ein paar Sekunden das Netz zur Verfuegung steht, bevor der Zug wieder im dunklen Schlund Tokyo’s verschwindet. Zeit um die naechste Internetseite zu laden ist meist auch noch und wenn das nix wird, kann man ja wenigstens noch ein Spielchen anfangen. Natuerlich ist das nicht nur auf Frauen beschraenkt, jedoch sind es meistens weibliche Vetreter, die glauben, das sie ihre lebenswichtigen Nachrichten auch waehrend des Aussteigens aus dem Zug und auf der Treppe lesen muessen und so den kompletten Verkehr ins Stocken bringen. Noch schlimmer sind da nur die neurdings vorhandenen Iphonejuenger, die das Dingens gleich garnicht mehr wegpacken, sondern staendig offen zur Schau tragen, weswegen ich mir staendig irgendwelche daemlichen Musikvideos, oder noch schlimmer, aus dem japanischen TV aufgenommene Dorama (Soaps)ansehen muss! Klarer Fall, die sind bekloppt!
Gibt es eigentlich auch bekloppte Auslaender in Japan? Grundsaetzlich sind alle Auslaender fuer die Japaner sowieso „irgendwie anders“. Wenn man dann erzaehlt, was man in Deutschland fuer Arbeitszeiten hatte, oder wieviel bezahlten Urlaub, wie gross die Wohnung/das Haus im Gruenen war, wieviel Freizeit man hatte, wie schnell man mit dem Auto/Motorrad fahren konnte, usw., denken die Japaner: Und das alles gibt der auf fuer ein Leben in Japan? Mann, ist der bekloppt!!
Bis denne!
OmG! Michael Jackson ist tot
Waehrend die Internetforen in zwei Lager gespalten sind, (Trauer und haemische Freude), kommen mir viele Erinnerungen hoch. Ich als Arafo (around 40) bin mit seiner Musik aufgewachsen. In einer fuer die Entwicklung eines fruehreifen Teenagers wichtigen Zeit, war er immer mit seinen Songs praesent. Ich habe zu Michael Jackson‘s Musik getanzt, mitgesungen und bei so mancher Erkundung von unerforschten Feuchtgebieten, sprich: Rumfummeln mit Maedels, war ich dankbar das er mit seiner Musik die Hemmschwelle bei den Maedchen doch teilweise erheblich verringern konnte.
Ueber die Zeit danach, die vielen Skandale und zumindest ungewoehnlichen Geschichten aus seinem Leben will ich jetzt gar nicht nachdenken. Wenn einem so viel Aufmerksamkeit zuteil wird, muss man ja letztlich bekloppt, oder zumindest seltsam werden. Er ist tot und der Tod ist immer traurig, deshalb lege ich auf die Meinung von jungen Leuten, die nur mit seinen Skandalen aufgewachsen sind und nicht mit seinen unglaublichen Erfolgen, im Augenblick keinen Wert.
Ruhe in Frieden King of Pop!
Wie gern wuerde ich mal wieder etwas ausfuehrlicher ueber Motorraeder schreiben, schliesslich ist das eigentlich der Hauptzweck dieser Seite. Leider ist im Augenblick Regenzeit. Das heisst: Praktisch taeglich starke Regenfaelle bei Temperaturen um die 30 Grad rum. Die Luftfeuchtigkeit ist im Augenblick wohl auf demselben Level wie im Amazonas-Regenwald. Ohne Klimaanlage haelt man es im Haus kaum aus. Alles klebt, Tueren schliessen nicht mehr vernuenftig und Schimmel wird auch in neuen Haeusern zum Problem.
In letzter Zeit mache ich mir immer oefter Gedanken ueber meine berufliche Zukunft. Freunde und Bekannte regen sich ueber meine Bedenken auf: „Was? Bist du bescheuert? Dein Job ist wie 6 Richtige im Lotto!“ Hmm, wo sie Recht haben, haben sie Recht. Trotzdem, sobald einTraum wahr wird, ist er nur noch Alltag. Ausruhen und Zurecklehnen gehoert nicht unbedingt zu meinen vorrangigen Lebenszielen.
Mein Traum: Ich wuerde gern meinen eigenen Motorradladen eroeffnen. Zum Anfang erstmal importieren und auf Kundenwunsch umbauen, spaeter dann komplett auf Kundenwunsch eigene Maschinen bauen. Ihr denkt, besonders im Mutterland von Honda, Kawasaki, Yamaha und Suzuki eine idiotische, zum Scheitern verurteilte Idee? Warum? Besonders in Japan ist Individualitaet Trumpf! Harley Davidson ist die Nummer Eins bei den Importen. In Japan werden deutlich mehr Harleys verkauft als in allen deutschsprachigen Laendern Europas zusammen. Warum? Warum bezahlen die Japaner fuer oelende Rappeltechnik aus den Siebzigern mindestens doppelt, meistens dreimal soviel, wie fuer eine technisch ausgereifte, zuverlaessige, japanische Maschine?
Hmm, Japaner als Bad Ass Biker. Irgendwie passt das nicht.........
Amerika ist in Japan immer noch das Traumland Nr. 1! Amerika = unbegrenzte Freiheit. Gut, bei den Anwohnern der amerikanischen Militaerstuetzpunkte in Japan mag das anders aussehen, aber insgesamt gesehen herrscht diese Meinung in Japan vor. Rund um Tokyo sieht man am Wochenende bei sonnigem Wetter mehr amerikanische und europaeische Motorradmarken als Einheimische. Wenn ich mal auf japanische Biker stosse, fragen sie meistens: „Warum faehrst du eine Kawasaki?“ Antwort: „Weil das in Deutschland ganz normal ist!“ Reaktion: „Eeeehhhh?!?“
Na, mal sehen was daraus wird. Meine japanische Familie bietet mir beste
Voraussetzungen durch die vorhandenen Autolaeden und Anschluss ans „Gulliver“-Auktionsnetz, in dem neuerdings auch Motorraeder gehandelt werden: http://bike.221616.com/
Mal ganz davon abgesehen, bin ich wohl einer der wenigen hier (Big Al ausgenommen....), der zum Motorradfahren vernuenftige Schutzkleidung traegt. Letzte Tage hat mich wieder mal eine Ducati ueberholt, deren Fahrer in Muskelshirt (ohne Muskeln....), Bermudashorts und Flipflops unterwegs war und seinen Halbschalenhelm laessig auf der hinteren Kopfhaelfte „befestigt“ hatte. Fehlte nur noch die Kippe im Maul. Integralhelm ist fuer mich ein Muss, Protektorenjacke sowieso und natuerlich festes Schuhwerk. Gut, ich habe nicht immer eine Mopedhose an, weil es einfach zu heiss ist, aber dann eine Jeans mit eingenaehten Protektoren, oder doppelt dickem Stoff an den Problemstellen.
Bis denne!
Ahh, es gibt doch nichts schoeneres, als fruehmorgens mit einer handwarmen, in den Schritt gerammten Luis Vuitton-Handtasche zur Arbeit zu fahren..........
Nach knapp dreieinhalb Jahren in Japan, wird es Zeit Bilanz zu ziehen. Kontakt nach Japan habe ich seit ca. 7 Jahren, trotzdem haette ich nicht im Traum daran gedacht, einmal hier zu leben und zu arbeiten. „Schuld“ ist meine japanische Frau. Ohne sie haette ich schwerlich Gruende gefunden, meinen Lebensmittelpunkt nach Tokyo zu verlegen. Klar, Auswandern ist ne‘ tolle Sache. Doch zuerst denkt man da wohl eher an Australien, USA, Kanada, oder in meinem Fall an Suedamerika. Ich war mir immer ziemlich sicher, das ich mit ca. 30 im Dschungel irgendeines suedamerikanischen Landes leben werde. Naja, Suedamerika ist es nicht, aber mit knapp 40 Jahren bin ich letztendlich im „Dschungel“ Tokyo gelandet.
Warum? Ja, warum eigentlich? Zu allererst der Liebe wegen, dann spielt wohl eine gewisse Abenteuerlust eine Rolle, die schon immer in mir geschlummert hat und ganz allgemein auch das Gefuehl, das es in Deutschland in vielerlei Hinsicht immer mehr bergab geht. Ich kann hier natuerlich nur meine persoenliche Meinung wiedergeben, sehe mich im Gespraech mit Freunden aus Deutschland aber immer wieder bestaetigt.
Die meisten Japanauswanderer, besonders jene die sich in Tokyo niedergelassen haben, machen 3 Phasen durch, die ich hier mal etwas verallgemeinert wiedergeben will:
Phase 1: Japan ist klasse! Deutschland ist doof!
Die angenehmste Phase. Grad frisch ausgewandert, kann einem so schnell nichts den Tag vermiesen. Alles in Japan ist klasse, die Menschen sind freundlich, man schwebt auf Wolke Nr. 7. Aus Deutschland kommen nur noch Horrornews: Pah, das geht mich jetzt nichts mehr an, sollen sie doch alle machen was sie wollen in „D“. Alles hier geht rasend schnell: In den typischen Bars finden sich tolle neue Freunde, Arbeit findet sich auch schnell und mit der japanischen Freundin/Frau laeuft auch alles super. Alles ist so neu und toll! Wer immer Japan kritisiert ist ein Arsch und wird sofort wie ein schaedlicher Virus abgesondert.
Phase 2: Japan ist nicht mehr ganz so klasse. Deutschland ist immer noch doof!
Die kritische Phase. Schnell merkt man, das die tollen Freunde die man in den typischen „Gaijinbars“ kennengelernt hat, wohl zu den groessten Losern und Charakterwracks gehoeren, die man je getroffen hat. Echte Freundschaften entwickeln sich daraus kaum. Man trifft sich nur noch um den Frust wegzuballern und/oder ueber Japan herzuziehen. Mit der Freundin/Frau gibt es auch immer oefter Aerger. Irgendwie ist das kulturelle Verstaendnis auf beiden Seiten versteinert. Die schnell gefundene Arbeit stellt sich als miese Abzocke heraus, wo man fuer ein paar Kroeten echte Sklavenarbeit verrichten muss und der Chef ein rassistisches Arschloch ist. Die Japaner sind immer noch freundlich, aber man hat das Gefuehl, alles ist nur oberflaechlich. Nirgends hat man seine Ruhe, immer ist Jemand um einen herum. Der Laerm der Metropole nervt nur noch, der oeffentliche Nahverkehr ist eine Qual um die kein Weg herumgeht. Am liebsten moechte man sich die deutsche Flagge auf die Stirn taetowieren lassen, weil alle Japaner davon ausgehen das man Amerikaner ist.
Phase 3: Japan, leck mich am Arsch! Deutschland ist trotzdem noch doof!
Die gefaehrliche Phase. Resignation macht sich breit. Schon auf dem Weg zur Arbeit (wenn man denn welche hat...) ist man geladen, geht keinem mehr aus dem Weg, rempelt jeden an. Alle Japaner, besonders die Maenner, sieht man nur noch als Idioten, Untermenschen, als Feind. Viele der tollen Freunde sind schon zu Beginn dieser Phase wieder in ihre Heimat abgehauen, um sich dort wieder an der „Titte der Wohlfahrt“ festzusaugen. Die Beziehung zur Freundin/Frau duldet man nur noch, schliesslich gibt es ja in Roppongi genug Schlampen, die auf „weisses Fleisch“ aus sind. Laengst hat man gemerkt, das einem in dieser grauen Metropole nicht die gebratenen Tauben ins Maul fliegen und das Geld nicht auf der Strasse liegt. Den einzigen Job, den man bekommen konnte war Englisch/Deutschlehrer, Kellner oder Gemueseschaeler. Die gespielte Freundlichkeit der Japaner geht einem nur noch auf den Sack. Alles in Japan ist schlecht und wird aufs schaerfste kritisiert.
Wenn es erst einmal soweit ist, gibt es nur noch den Weg zurueck in die Heimat. Nicht alles, was ich oben geschrieben habe, trifft auch auf mich zu, aber es war sicher aehnlich. GsD habe ich einen tollen Job mit guter Bezahlung gefunden und eine echt verstaendnissvolle und geduldige Frau, so das es bei mir nicht zur „Phase 3“ gekommen ist. Aber besonders der oeffentliche Nahverkehr hat mich immer wieder an den Abgrund gebracht. Natuerlich sind die vollgestopften Bahnen immer noch ein Problem fuer mich, aber mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, bzw. versuche die Symptome zu bekaempfen. Auch dieser Blog hilft mir dabei, den Frust von der Seele zu reden/schreiben. Die (fuer mich) typischen Probleme, mit denen man in Japan zu kaempfen hat:
1. Unter japanischen Maennern findet man als Auslaender nur schwerlich echte Freunde. Nur mit viel Gefuehl und Geduld kann man sich soweit annaehern, das man sich gegenseitig Freund nennt.
2. Japaner werden einem Auslaender gegenueber selten ihre wahren Gefuehle zeigen. Meistens merkt man erst spaeter, das man in ein Fettnaepfchen getreten ist. Oft stoesst man den Leuten mit der typisch deutschen Direktheit ganz gehoerig vor den Kopf. Das gilt auch fuer die eigene Freundin/Frau und langjaehrige Arbeitskollegen.
3. Das Leben in einer Metropole wie Tokyo ist anstrengend und kraeftezehrend, besonders wenn man aus einer deutschen Kleinstadt kommt. Man sollte sich rechtzeitig ein Ventil, einen Ausgleich fuer diese Belastung suchen, wie z.B. in meinem Fall das Motorradfahren. Andere bevorzugen lange Besuche im Onsen (natuerliche, heisse Quelle), oder verziehen sich am Wochenende in die noch reichlich vorhandene japanische Natur. Wer nur „Halli-Galli“ lebt, zerbricht daran frueher oder spaeter.
4. Japanische Frauen „ticken“ anders als Deutsche. Wer diesen Umstand vernachlaessigt, wird sich schnell in einer ungluecklichen Beziehung wiederfinden. Kinder sind die absolute Nr. 1 fuer jap. Frauen. Wer sich nicht damit abfinden kann, die „zweite Geige zu spielen“, hat ein echtes Problem. Besonders die maennlichen Kinder werden gehaetschelt und vertaetschelt, das einem als Deutschen die Nackenhaare zu Berge stehen.....
5. Arbeiten in einer rein japanischen Firma kann fuer einen an deutsche Verhaeltnisse gewoehnten „Kollegen“ echt die Hoelle sein. Unverstaendlich langsame Entscheidungsketten, Ueberstunden ohne Ende, gottgleiche Kunden und schlecht ausgebildete Arbeitskollegen koennen einem das Leben zur Qual machen. Wer schon immer dachte, das nur die Deutschen selbst fuer den Toilettengang einen Plan brauchen, wird von den Japanern eines Besseren belehrt.
6. Japanisch ist eine extrem schwere Sprache, die man nicht mal eben so nebenbei lernen kann. Und wenn man es dann nach ein paar Jahren so einigermassen beherrscht, kann man immer noch nicht japanisch lesen. Von den 3 verwendeten Schriften sind Hiragana und Kanji noch relativ leicht zu lernen. Fuer die ca. 2000 Kanji (chinesische Schriftzeichen, insgesamt ueber 3000)die man fuers taegliche Leben braucht, benoetigt man da schon ein bisschen laenger.......
7. Freizeit ist ein seltenes und kostbares Gut in Japan. Selbst in einer „nichtjapanischen“ Firma wird laenger gearbeitet als in deutschen Bueros und der Weg nach Haus ist im Schnitt eine Stunde lang. Deshalb ist die Planung des Wochenendes enorm wichtig.
Wenn man sich mit diesen Eigenheiten arrangieren kann, ist man fuer ein Leben in Japan gut gewappnet. Wem noch mehr einfaellt: Ich bin gern bereit Vorschlaege in diese Liste aufzunehmen.
Bis dann!
Japan dreht am Rad! Ueberall steht im Augenblick dieses verdammte, nach billigem Fusel riechende Desinfektionsmittel rum. Alles wegen der Schweinegrippe. Danke Mexiko! In den Praefekturen Hyogo und Osaka waren in den letzten 2 Wochen insgesamt ueber 1000 Schulen, Kindergaerten und oeffentliche Einrichtungen geschlossen. Jetzt ist die Schweinegrippe auch in Tokyo angekommen. Tokyo ist die Erkaeltungshauptstadt der Welt, kein Wunder also das die Tokyoter angesichts der „imensen“ Bedrohung vollkommen ausflippen. Masken und Desinfektionsmittel werden gebunkert, in den Laeden sind die betreffenden Regale leer. Unglaublich!
Gut, wer schonmal in einer Tokyoter U-Bahn gefahren ist, kann die Panik wenigstens zum Teil verstehen. Mann steht dicht an dicht und es wird geschwitzt, gehustet, geniest und sonstwie Bakterien abgesondert. Praktisch in jedem oeffentlichen Gebauede stehen die Pullen mit Desinfektionsmittel am Eingang und auf den Toiletten sowieso. In einigen Firmen liegen sogar Einwegthermometer aus, oder man wird per Waermebildkamera auf Fieber untersucht. Dabei gab es bisher nur ein paar Dutzend Erkrankungen und keinen Todesfall.
Sobald ein Kollege im Buero anruft und sich wegen Fieber krank meldet, bricht die Hoelle aus. Alle fassen sich automatisch an den Kopf um zu pruefen, ob sie vielleicht doch Fieber haben und danach werden sich die Finger mit dem stinkenden Desinfektionsmittel wundgerieben. Gestern habe ich sogar gesehen, das ein aus dem Ausland zurueckgekehrter Kollege seinen Koffer mit dem Zeug ausgeputzt hat! Hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende und wir koennen auf die naechste, alljaehrliche Krankheitsattacke warten. Was ist es naechstes Mal? Huehnergrippe, SARS, die Beulenpest?
Im Augenblick der Verkaufsschlager Nr. 1: Desinfektionsmittel
Jeder hat so seine Ticks. Ich natuerlich auch und ich mache (zumindest aus den meisten....) keinen Hehl daraus. Ich hasse es, wenn sich in meiner direkten Umgebung jemand kratzt. Besonders wenn auf dem Kopf gekratzt wird, bereitet mir das echtes, koerperliches Unbehagen. In Tokyo’s U-bahnen habe ich kaum Gelegenheit, diesen Situationen aus dem Weg zu gehen.
Heute morgen war es mal wieder soweit. In der vollgequetschten Ginza Line fing direkt vor mir jemand an sich die Birne zu kratzen. Kurzer Blick: Der Anzug fleckig, Schuhe schraeg abgelaufen, die Haare mit Gel und massig Haarspray einigermassen in Form gezwaengt, das liess nichts gutes erwarten. Und richtig, nach kurzer Zeit fing es an zu rieseln. Der Typ hatte sich an seine Problemstelle vorgearbeitet und nun fingen seine Schuppen an, mir langsam auf den schwarzen Anzug zu rieseln.
Ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe mir letztendlich einen schwarzen Anzug gekauft und treibe damit immer mehr in Richtung typischer „Salaryman“. Nein, das ganze hat einen rein praktischen Hintergrung: Meine japanische Verwandschaft kommt langsam in das Alter, in dem man: 1. Mit Hochzeiten rechnen muss, oder 2. auf „Abgaenge“, also Beerdigungen vorbereitet sein muss. Also ein rein formeller Anzug, der natuerlich auch zur Arbeit getragen wird. Nur um auf obige Gegebenheiten wartend im Schrank zu haengen, dafuer war das Teil zu teuer.
Naja, zurueck zum Thema. Also, waehrend mir die weissen Flocken durch die Klimaanlage auf den Anzug gefaechert wurden, gingen mir allerlei Gedanken durch den Kopf: Fuer mich ist sowas der „Super-Gau“, alles was von Anderen abgesondert wird, sind gefaehrliche Bakterien. Waehrend ich also meine „Ansaugoeffnungen“ Mund und Nase durch einfaches Wegdrehen aus dem Gefahrenbereich brachte, war mein Anzug dieser Invasion feindlicher Bakterienstaemme schutzlos ausgeliefert. Waehrend ich den Typ in Gedanken schon zu Boden gewuergt hatte, nahmen in der „echten Welt“ auch langsam meine Mitfahrer von dem Problem Notiz und versuchten sich wegzudrehen, wobei sie mir einen mitleidigen Blick zuwarfen. Danke, Arschloecher!
Was tun? Grossartig wegdrehen ging nicht, da die Bahn rappelvoll war, Umdrehen wuerde nur den Effekt haben, das mir das Zeug auf den Ruecken rieselt. Kurz und gut, beim naechsten Abbremsen des Zuges liess ich die Haltestange los und meine 90 Kilo suchten sich ihren Weg durch die Menge. Ahh, endlich weg von dem Bakterienherd. Die restlichen Fahrgaeste fanden das natuerlich nicht unbedingt freundlich von mir, so fing ich mir einige boese Blicke ein, wohl auch ein paar angeekelte, wegen der „Bluetenpracht“ auf meinem Anzug. Gottseidank, meine Haltestelle! Nix wie raus aus der Brutstaette und schnell dieses widerliche Zeug vom Anzug geschuettelt. Ahh, jetzt geht’s wieder!
Werd ich langsam bekloppt? Hmm, vielleicht geht’s eher in die Richtung Grossstadtneurotiker.....
Eigentlich sieht man meistens nur T-shirts mit englischen Aufdrucken, die vorn und hinten nicht passen, falsch uebersetzt sind, oder einfach hirnlos sind. Oft sind die Aufdrucke aber richtig, nur der (die) Traeger(in) weiss nicht was dort ueberhaupt steht. So sieht man in Tokyo schonmal 12 jaehrige Maedchen mit T-Shirts, auf denen folgendes steht: „I am a bitch“, oder noch besser: „Fucking bitch“. Naja, wer weiss.... T-Shirts mit deutschem Text sind selten, aber ab und zu sieht man eine Stilbluete (Mit der neuen Nikon P90 meiner Frau aus ca. 50 Meter Entfernung aufgenommen):
Aarghh! Und dann auch noch in Pink!
Und hier noch ein Exemplar aus der Sparte „Tuev-Schocker“:
Solche extrem tiefergelegten Roller sieht man in letzter Zeit oft.
Wie kommen die bloss um die Kurven?
Bis bald!
Aahh, endlich wird es waermer. Dieses Jahr ist das Wetter schon ein bisschen komisch in Japan. Normalerweise wirde es schon Anfang April ordentlich warm mit so um die 20 Grad rum, aber dieses Jahr hat es bis in den Mai gedauert, bis wir hier stabile Temperaturen ueber 20 Grad hatten. Hmm, wenn ich so darueber nachdenke, gibt es fuer mich eigentlich nur zwei Zustaende hier: Zu kalt oder zu heiss, angenehm sind die Temperaturen selten. Besonders die Fahrt zum Arbeitsplatz wird zur Qual in den heissen, ueberfuellten Zuegen. Da hilft nur eins: Ein kuehles Getraenk muss her. Nachdem ich bisher immer einen Bogen um das „2. Klasse-Bier“ gemacht habe, hier „Haposhu“ genannt, habe ich jetzt doch eine Moeglichkeit gefunden, das Zeug schmackhaft zu machen:
Nodogoshi&Cola
Kurze Info: „Haposhu“ ist eine Art Gebraeu, aber eben kein echtes Bier. Nachdem die japanische Regierung vor ein paar Jahren das echte Bier hoeher besteuert hatte, fingen findige Brauer an, so eine „Art“ Bier zu brauen. Sieht aus wie Bier und schmeckt auch fast so. Aber eben nur fast. Waehrend sich die Japaner das Zeugs literweise reinschuetten, hatte ich bisher immer ein Verlangen nach echtem Bier. Na gut, im heissen Sommer, so als „Zischer“, kann man mal eine eisgekuehlte Dose trinken, aber fuer laengere „Besaeufnisse“ kam das Zeug fuer mich nicht in Frage. Na gut, eines Abends fanden sich im Kuehlschrank nur 2 Dosen „Nodogoshi“, wohl das Nr. 1 Haposhu in Japan. Pur wollte ich das Zeugs nicht trinken, also hab ich’s einfach mal halb und halb mit Cola gemixt. Und siehe da, es schmeckt! Ist natuerlich keine Alternative zu meinem heissgeliebten „Suntory Premium Malts“ oder „Yebisu“, aber fuer einen Fernsehabend reichts.
Nach langem Suchen habe ich endlich ein paar Mitfahrer gefunden. Beide sind Deutsche. Nicht das ich nicht gern mit Japanern fahren wuerde, aber in meiner Firma sind alle japanischen Biker echte Tourer und fahren am Wochenende schonmal 2000 Kilometer zusammen. Das geht mit meinem Moped schlicht und einfach nicht, dafuer ist es viel zu unbequem. Tagestouren sind aber locker drin und die machen mit mehreren in der Gruppe einfach mehr Spass. Also Bosozoku-Hirnis, aufgepasst! Jetzt kommen die Deutschen im Pack! 
Honda Fireblade 1000RR und Kawasaki Z 1000 beim Ausgluehen
am Tsukiko in Kanagawa.