Hattu Kopfschmerzen?

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Sonntagmorgen 10 Uhr. Ich werde wach, aber lasse meine Augen noch eine Weile geschlossen. Das mache ich immer so. Mein Kopf schmerzt. Ist eigentlich nichts ungewöhnliches für einen Sonntagmorgen. Von weit her höre ich „Sexual Healing“ von Marvin Gaye. Nein, nicht von weit her. Aus dem Inneren meines Kopfs. Oh du lieber Jesus, was habe ich bloss wieder gemacht? Ich denke an meinen Sohn. Er zieht immer das Papa in die Länge, wenn er etwas fragen will. Was er mich wohl jetzt fragen würde? Papaaaa?

Langsam öffne ich meine Augen. Nein, das ist nicht mein Zuhause. Wo bin ich? Langsam schiebt sich eine Person in mein Blickfeld. Als es meine Augen schaffen die Schärfe richtig einzustellen, kommt eine Krankenschwester zum Vorschein. Eine japanische Krankenschwester. Na toll, wieder einer dieser J-Porn-Träume. Muss das sein? Aus dem Augenwinkel sehe ich meinen Kollegen auf einem Stuhl am Fussende des Bettes sitzen. Er schläft, den Kopf vornüber gebeugt. Typisch Japaner. Also doch kein Traum. Jedesmal wenn er zu weit nach unten wegnickt, schnellt sein Kopf automatisch wieder hoch in eine Art Schwebezustand. Sieht interessant aus. Er hat einen Stoppelbart, sein Hemd ist voller Flecken und er sieht generell scheisse aus. So eine Nacht war es also wieder......

Noch immer steht die Krankenschwester schweigend am Bett. Naja, eine Schönheit ist sie nicht. Ich aber auch nicht. Ich sehe mein Gesicht im Spiegel, den sie mir wortlos vor das Gesicht hält. So sieht man also aus, wenn man nichtsahnend im Krankenhaus aufwacht. Meine Augen sind blutunterlaufen und meine Lippen sehen rissig aus. Hm, alles ganz normal für einen Sonntagmorgen, bis ich den grossen blauen Fleck auf meiner Stirn sehe. Meine Hand langt zu der Stelle, doch die Krankenschwester ist schneller. Sie hält meine Hand fest und schüttelt den Kopf. Vielleicht kann sie nicht sprechen?

„Kawase!“ „KAWASE!!“ „Wach auf!“ Der Schmerz in meinem Kopf zieht sich wie eine Gewitterwolke über dem blauen Fleck zusammen. Und da kommt auch schon der Blitz. Kraftlos lasse ich mich auf das Kissen fallen. Langsam ebbt der Schmerz ab. Kawases Wasserkopf schiebt sich in mein Blickfeld. Steht ihm gut, der Stoppelbart. Sieht irgendwie männlich aus. Er grinst mich an.

„Mensch, Kawase. Was habe ich gestern wieder gemacht?“
„Du? Gar nichts! Du bist auf einmal umgefallen!“
„Umgefallen? Einfach so?“
„Ja, einfach so. Wie ein Sack Reis. Und du bist voll mit dem Kopf auf die Erde geknallt! Hoho, das hat vielleicht geknackt!“
„Wtf?? Wieso denn das?“
„Was weiss ich?“ Du warst den ganzen Abend schon nicht gut drauf! Auf jeden Fall haben sie dich abgeholt und ins Krankenhaus gebracht. Sie sagen, du hattest einen Schwächeanfall.“

„Ich? Einen Schwächeanfall? Quatsch nicht!“

Mensch! Kopfbeule! KOPFBEULE! Nicht so ne Beule! Scheiss Google!

Als ob sie ihm zustimmen will, nickt die Krankenschwester heftig mit dem Kopf. Vielleicht kann sie wirklich nicht sprechen?

„Sie haben dir den Magen ausgepumpt. Du hättest Medikamente und Alkohol konsumiert. In rauhen Mengen!“

Und wieder nickt die Krankenschwester heftig.

„Aber..... Ich....... was?“

Über mir schwebt das Damoklesschwert des Schmerzes und drückt mir auf meine Kopfbeule. Langsam puzzle ich den vorherigen Tag wieder zusammen. Ja, ich habe tatsächlich Medikamente genommen. Am Morgen hatte ich leichtes Fieber. Sicher nur eine leichte Grippe. Naja, ich hätte vielleicht doch nicht die ganze Flasche „Vick Medinait“ (Hier in Japan heisst es Vick, nicht Wick....) trinken sollen. Aber das schmeckte so lecker. Und danach hätte ich vielleicht nur eine Grippekapsel nehmen sollen anstatt 3. Und am Nachmittag hab ich mir noch einen „Erkältungs-Power Up-Drink im Drugstore geholt. Na gut, waren 2. Danach ging es mir auch schon viel besser. Klar, auf all dem Zeugs stand drauf, das man nach der Einnahme AUF GAR KEINEN FALL ALKOHOL TRINKEN DARF!!! Aber wer achtet schon darauf? ICH! Ab jetzt! Isch schwör ey, Alter!

Papaaaa?


  

3 Chinesen mit 'nem Kontrabass.......

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„3 Chinesen mit nem Tütchen Gras, sitzen auf Straße und rauchen was. Da kam die Polizei, ja was ist denn das? Drei Chinesen mit nem Tütchen Gras.“ Hach, das waren noch Zeiten, als wir in der Schule noch gutes deutsches Liedgut gesungen haben.....

Was ist eigentlich los mit der Welt?

Erst wird einem Massenmörder der Friedensnobelpreis verliehen und dann geht auch noch der Literaturnobelpreis an einen Chinesen den keine Sau kennt. Reicht es denn wirklich aus, das man aus einem politisch fragwürdigem Land kommt, dummes Zeug labert, scheisse aussieht und versucht die Massen zu bewegen?

Gut, Obama kann Massen bewegen. Die einen mit der Waffe in der Hand, die anderen in einem langen schwarzen Sack liegend. Mit Reissverschluss. Wenn dies die Vergabekriterien fuer den Friedensnobelpreis sind, hätte man ihn eigentlich auch an Adolf Hitler vergeben müssen. Er wollte ja schliesslich auch nur Frieden. Und er wollte allen Leuten nur gutes. Naja, ausser Mongos und Juden vielleicht. Und immerhin hat sein Buch „Mein Kampf“ jahrelang die Bestsellerlisten in Europa angeführt. Gehörte „Mein Kampf“ doch schliesslich zum Standardinventar eines vernünftigen deutschen Haushaltes und wurde zur Hochzeit als Geschenk übergeben,  später auch an jedes Neugeborene. Und in Deutschland wurden vor dem 2. Weltkrieg viele, viele Kinder geboren. Gut, nicht alle sahen wirklich arisch aus, aber als Kanonenfutter für die Ostfront waren sie allemal gut genug.

Aber was ist mit Mo Yan? Kennt irgendwer dessen Bücher, oder hat überhaupt mal was von ihm gehört? Er ist ja noch nichtmal ein Regimekritiker! Warum wird so einem Nichts der Preis verliehen, während ein Literatur-Superstar wie Haruki Murakami leer ausgeht? Auch Murakami will die Massen bewegen. Zum Nachdenken. Schliesslich behauptet sogar die SZ: „Der japanische Bestsellerautor Haruki Murakami tut nur so, als schreibe er Bücher. Eigentlich will er die Welt retten.“ Und Murakami selbst sagt ueber IQ84: „Unsere Gegenwart scheint mir irreal. Das ist ein Gefühl, das viele haben. Wir können nicht mehr sagen, was real ist und was irreal. Oder surreal. Die Welt sieht heute oft aus wie eine Fantasiewelt. Deshalb dachte ich, da muss es doch eine andere Welt geben. Eine, in der Bush nicht gewählt worden wäre, in der es keinen Irakkrieg gegeben hätte. Ich wollte eine solche andere Welt erfinden.“

Ist es nicht bedenklich, das meistens ausgerechnet die Autoren, dessen Bücher in China verboten sind und verbrannt werden, im Ausland berühmt werden? Vielleicht sind die Bücher ja wirklich so schlecht, das sie nur als „Brennholz“ dienen können. Ich mein, eine Milliarde Chinesen können sich doch nicht irren. Oder doch? Den Literaturnobelpreis bekommt von denen jedenfalls keiner. Den bekommt ein linientreues Parteimitglied (siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Mo_Yan). Wenn er doch wenigstens mit hässlichen Kunstwerken oder überflüssigen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht hätte, so wie der völlig überschätzte, grenzdebile Spinner Ai Weiwei.

Ich kann mit den Schriften von Mo Yan nichts anfangen. Nach den ersten paar Seiten von „Das rote Kornfeld“, wurde mir schlecht und ich konnte nicht weiterlesen. Wie kann man nur versuchen, das Leben der einfachen chinesischen Landbevölkerung in einer so geschwurbelten, idealisierten Sprache darzustellen? Das Leben für die chinesische Landbevölkerung war und ist beschissen, da muss man nichts in kommunistischen Farben verschönert und romantisiert darstellen. Klar, Mo Yan’s Bücher werden sich jetzt verkaufen wie die Nacktbilder von Prinzessin Catherine. Schliesslich gingen auch Zigmillionen Verblendete ins Kino und schauten sich den langweiligen Scheissfilm „Jenseits von Afrika“ an, nur weil der mehrere Oskars gewonnen hatte. Dafür, das mich meine damalige Freundin in diesen elendigen Schmalzfilm geschlört hat, wuerde ich ihr am liebsten heute noch eins in die Fresse hauen.

Mein Favorit (und auch der von vielen Wettbüros...) Murakami, braucht diesen ganzen Zauber nicht. Seine Bücher werden gekauft und gelesen, weil sie einfach gut sind. Seine Bücher schaffen Gemeinsamkeiten zwischen Gaijin und Japanern. Während die westlichen Leser glauben, die Antihelden in Murakami’s Romanen werden dramatisiert dargestellt, wissen die Japaner, das im wirklichen Alltag von Big-T alles noch viel beschissener ist. Und das sage ich, der mit 200 Japanern zusammenarbeitet. Jeder hat sein persönliches Drama und auch als Ausländer wird man, je laenger man in Big-T verweilt, langsam aber sicher in den eigenartigen Sog aus Drama, Verzweiflung und innerer Einsamkeit gezogen. 

Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund.....

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Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Nein, das merkt man nicht so sehr an den Temparaturen, die tagsüber immer noch locker 23-25 Grad erreichen, sondern am Mottenkugelgestank in der Bahn. Laut Kalender ist jetzt Herbst, also muss man jetzt Winterklamotten tragen. Punkt, fertig, aus. 

In den letzten 2 Wochen war ich auf Biztrip im tiefsten Inaka (googelt gefälligst selber.....), irgendwo in den Bergen von Saitama. Es gibt dort kein Businesshotel, also mussten wir in einem Spahotel uebernachten, was die Sache deutlich angenehmer machte. Was mich immer wieder verwundert, sobald ich aus Big-T raus bin: Die Inakaleute (also Leute vom Dorf) sind viel freundlicher, stressfreier und auch lässiger im Umgang mit uns Gaijin. Ja, da freuen sich die Leute noch, wenn man ein bisschen Japanisch raushaut und kriegen sich kaum wieder ein. In Tokyo kriegt man meistens ne Antwort auf Engrisch. Wenn überhaupt. Selbst Frauen sprechen einen in Inaka mal aus eigener Initiative an. In Tokyo fast unmöglich. Und wenn dich in Big-T eine anspricht, dann willst du das nicht. Glaubs mir.

Aber ich verheddere mich wieder in Unwichtigkeiten. Obwohl es ja grad diese sind, die das Leben so lebenswert machen. Wenn ihr also auf einen politisch engagierten Text hofft: Verzieht euch, aber flott!


Donnerstagabend im örtlichen Konbini. "Oha, der Whiskey kostet hier nur 10 Euro die Pulle! Echter XYZ! der kostet aber in (Hier selbst Land mit schwacher Währung eintragen.....) noch (Hier selbst schwache Währung eintragen. Z.B.: Euro...)! Da nehmen wir doch gleich für jeden eine Pulle!" Und so nimmt das Übel seinen Anfang. 3 Typen aus Ländern wie sie unterschiedlicher nicht sein können, sind vom Kunde zum Karaokeabend eingeladen worden und natürlich muss man vor dem Gesinge erstmal ordentlich vorglühen. Klare Sache.

Ich erspare euch mal die Einzelheiten, aber wenn sich ein besoffener in Kanada lebender Pole, ein besoffener in Japan lebender Deutscher und ein in Japan lebender, aber bei einer deutschen Firma beschäftigter besoffener Japaner über den 2. Weltkrieg unterhalten, dann kann es "hoch" hergehen. Um es mal zu untertreiben....

Wenn sich aber diese 3 danach noch zum Karaoke mit ihren japanischen Kunden treffen, ist das Disaster vorprogrammiert. Ok, da ist zum einen die 25jährige japanische Chemieingenieurin, Spitzname "Fass misch net an!", dann der Manager der jap. Abteilung "Ich lache nur, wenn meine Olle vom Balkon stürzt." und der Senior Ingenieur ala: "Ich hasse alles", ein paar mir unbekannte OL's (Office Ladies), 3-4 Schmocks in Salariman-Uniform und  ..... naja ...... 3 total besoffene Gaijin. Hey! Die Party kann abgehen!

Programmpunkt Nr.1: Erst wird alles von SMAP gesungen. Wir Unwissenden summen alles lustlos mit und fügen schon mal -zur Freude aller Anwesenden- ein "fuck that bullshit!" ein. Aber holla! Nein, wir werden nicht Moskau oder 99 Luftballons singen. Auch nicht sturzbesoffen. Das muss zwischen Polen, Deutschland und Japan demokratisch abgestimmt werden: "He, Dudes! Lasst uns doch Phil Collins, "Against all odds" singen." Ok, demokratisch abgestimmt: 1. Wer zur Hölle ist Phil Collins? (Polen), 2. Das hört sich schwul an (Japan) und 3. He, der hat ne Glatze, also könnt ihr das auch singen, ihr Tranlappen (BRD)! Ergebnis: Na klar singen wir die Schnulze.

Gleich vorweg: Tut es nicht! Besonders nicht ausserhalb grosser Städte, oder alle Inakaschnallen wollen mindestens 4 Kinder von euch! Ich hab dann noch vorgeschlagen "Fuck me pumps" von Heroine Winehouse zu singen, was leider einstimmig abgelehnt wurde. Also haben wir zur Krönung noch "I'll never stop." von N'sync zum besten gegeben. Und das wurde wörtlich genommen. Was? Das kennt ihr nicht? Scheiss drauf, die kannten es auch nicht.

Und dann ....... Ja und dann haben wir mit Boney M angefangen. Warum zur Hölle kennen selbst 25jährige Japanerinnen Lieder von Boney M? Ich mein, da stimmt doch grundsätzlich was nicht! "Brown girl in the ring." Acapella gesungen von japanischen Ingenieuren ....Wtf??? Nach meinem grandiosem Solo "My cherie amour." war der Abend besiegelt. Das Wrack rollt bergab und leider sind die Bremsen kaputt. Wie immer. 

Holy fucking bullshit! Boney M!

Freitagmorgen, 7 Uhr. Der Hotelwecker brüllt mich zurück in die Matrix. Ich liege komplett angezogen neben dem Bett. Ich hab es nicht mal geschafft die Schuhe auszuziehen. Mit letzter Kraft öffne ich meinen total verklebten Mund. Plopp! Mein Brillengestell sieht aus wie eines dieser "Kunstwerke" die irgendwelche Spinner aus Müll zusammenlöten. Das letzte woran ich mich erinnern kann ist, das "Fass misch net an!" mit einer Pulle Baileys ankam und ich wohl mindestens 90% davon allein vernichtet habe. Oh Jesus! Bitte nicht! Schneller Blick aufs Bett: Leer. Gut! Keine Sperma-, Blut- und Kotspuren zu sehen. Offensichtlich hab ich allein geschlafen. Glück gehabt! 

So, auf gehts! Klamotten hab ich ja schon an. Schnell aufs Klo, aus allen vorhandenen Körperöffnungen den nur teilweise umgewandelten Mageninhalt loswerden, kurz durchs Gesicht kratzen und auf gehts in die Lobby. Ein neuer Tag beginnt. Yosh!

P.S.: Warum kennt eigentlich kein einziger Japaner den Song "Don't stand so close to me." von The Police?



Ein Wurm im Apfel.....

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Eine ganz gewöhnliche Situation:

Coolio torkelt mal wieder sturzbesoffen aus der Bar. Es ist kurz vor Mitternacht, also wird es Zeit, das ich mich schleunigst zur Station begebe um in den letzten, mit alkoholisierten Zombies überfüllten Zug zu springen, der mich für ein paar Kröten zumindest in die Nähe meiner herrschaftlichen Behausung bringt. Falls ich es schaffe nicht einzuschlafen. Was mir selten gelingt.

Nur gut, das ich überhaupt keine Ahnung habe wo ich eigentlich bin. Sieht irgendwie alles gleich aus, besonders nachts. Besonders besoffen. Zu fragen macht kaum Sinn, denn die meisten Leute die mir entgegenkommen, haben offensichtliche Probleme sich auf den Beinen zu halten. Na prima.
Kein Problem, für solche Fälle hab ich ja mein iPhone 4S, jetzt noch besser durch das neue Upgrade auf iOs 6.was weiß ich. Also, flink auf "Karten" gepatscht und schon sehe ich wo ich bin. Aber was ist das?

Gut, links kann man essen, rechts bum....  äh.... schlafen.
Aber wo zur Hölle bin ich?

Oi, so besoffen bin ich doch gar nicht, oder? Nein, so sehr ich meine Augen auch zusammenkneife, ich erkenne da nix. Und wo ist eigentlich Street View? Das hat mir sonst immer sehr geholfen: Dicke wie ein Pony, keine Ahnung wo ich bin? Mit Street View und Navi hab ich immer zur Station gefunden. Tja, Street View gibbet nich mehr, vernünftig zoombare Karten auch nicht. Danke Apple! Jaja, ich kann Google Maps natürlich noch im Browser aufrufen, aber erzähl mir das mal, wenn ich wegen meiner 3 Promille kreuz und quer über die Strasse schwanke. Außerdem hat die Browserversion so gar nix mit der alten App zu tun. Schweinerei! Und ein Grund mehr, beim nächsten Mal auf ein Android-Smartphone auszuweichen.

Am nächsten Tag habe ich im Büro noch ein bisschen rumprobiert und habe einfach mal auf "mein Standort" getippt und siehe da:

Erinnert mich irgendwie an die Aufnahmen der Marssonde.

Tja, meine Firma gibt es wohl nicht. Obwohl das Gebäude schon 6 Jahre alt ist. Wenn Apple sagt: "Da ist kein Gebäude!", dann ist da auch keins. Basta! Ein Riesenscheiss, Apple! Und das bekommt ihr nicht in ein paar Wochen ausgebügelt. Die Zoomstufen der Karte sind so mies, die sind zur Navigation in einer fremden Stadt vollkommen ungeeignet. Ach was, die taugen nicht mal in einer bekannten Stadt. Naja, warten wir mal ab, ob Google ein App in den Apple Store einstellen darf und es damit dann wieder vernünftige Karten und vor allem das absolut unverzichtbare Street View gibt. Wenn nicht, gibts beim nächsten Mal ein Android Smartie.

Zitat des Jahres......

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Ach was, des Jahrtausends!


Jean-Claude Juncker erklärt die Demokratie:

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."
(Junker setzt sich seit 2009 massiv u.a. für EuroBond ein)

Und es war Sommer (Radio version).....

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Hallo meine Schnuffis!

Ja doch, ich lebe noch. Auch wenn meine Geruchs- und Geschmacksnerven die ganze Woche mächtig überstrapaziert wurden. Warum? Ich war in einer Fabrik die Betonabwasserrohre herstellt. Solche:

Zum Größenvergleich: Die Stehleiter nebenan ist 3 Meter hoch.

Na gut, die Rohre selber haben nicht so gestunken. Eher das was hinterher durchfließt: Nämlich euer Pipi und Kaka. Na toll, jetzt ist mir schlecht. Aber der Grund für meine arg malträtierten Sinne war das hier:

Ich glaube ja sie meinten: Please LEAVE the toilet clean....

Ja genau, ein Plumpsklo. Lustig was? Eine Fabrik, die Abwasserrohre herstellt, hat ihr eigenes Klo nicht an die öffentlichen Abwasserkanäle angeschlossen. Nun, leider (oder GottseiDank!) gibt es noch kein Geruchsinternet, aber der "Duft" auf diesem stillen Örtchen war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Es hat so gestunken, das sich nicht mal die sonst üblichen Insekten in die Bude getraut haben.

Für mich war sofort klar: DA geh ICH nicht drauf. Nun ja, leider war es letzte Woche extrem heiss und ich musste viel trinken. Sehr viel. Unglaublich viel! Und trotz allem Schwitzen muss das Zeugs ja auch irgendwann wieder raus. Nachdem ich meinem Kollege also recht anschaulich erklärt habe, das ich mir lieber von einer .....ZENSIERT!..... die ......ZENSIERT!.... ....ZENSIERT!..... lassen würde, als auf das Plumpsklo zu gehen, bin ich also raus und ab hinter die Lagerhalle, Hosenschlitz auf, 3-Punktstellung eingenommen und gestrullert wie ein Rennpferd. Bis, ja bis der Kleinbus mit der Putzfrauentruppe DIREKT neben mir parkt und mir alle (auch der Fahrer....) auf's Gemächt glotzen. Für die weiblichen Leser erkläre ich es nochmal: Mittendrin abwürgen tut weh. Sehr weh.......

Von da an bin ich also doch in das stinkende Toilettenhäuschen aus der Hölle gegangen. Und ich sag euch: 2 Minuten die Luft anhalten ist nicht einfach. Gar nicht einfach.....

Dann war da noch: Der Betonfabrikarbeiter, der in billigsten "Uniqlo"-Klamotten Richtung Bushaltestelle stolpert, aber so eine Tasche umgehangen hat:

Ja doch, ne Prada.....

Warum zur Hölle kauft sich ein Fabrikarbeiter eine Prada-Handtasche fuer 3000 Euro? Ja, Handtasche. Die sieht nur so gross aus, weil der Typ so klein war. Und das war ne echte. Kein Billiggeklumpe aus Nordkorea. Fälschungen erkennt man nach 5 Jahren Tokyo auf 100 Meter. Ja, Männer und Frauen. Irgendwie bin ich ja froh, das mich die Putzfrauen beim wildpinkeln erwischt haben und nicht der Typ mit der Prada.......

Immerhin gibts in Nagahama eine echt gute Bäckerei mit einigermaßen gut nachgemachtem Vollkornbrot nach deutscher Art. Nur der Name der Bäckerei ist irgendwie .......... eigenartig:




Und zum guten Schluss noch ein Beweisfoto:



Jaha, es ist heiss in Tokyo. Nicht vergessen: Es ist fast Mitte September. Und nein, meine Knutschkugel hat nicht stundenlang in der Sonne gebraten. Die Aufnahme habe ich noch IM Parkhaus gemacht!

Gehabt euch wohl......



Nichts neues im Osten (uncensored Version)

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Wie würde ich mich selbst einschätzen? Wie würdet ihr mich, oder besser, euch selbst einschätzen? Nun ja, ich selbst sehe mich als ausgebufften (um nicht zu sagen abgefuckten), mit allen Wassern gewaschenen Mittvierziger, der jeden Tag mit einem total abgedrehten Land um die Vorherrschaft in seinem eigenen Gehirn kämpft. Mich kann nach Jahren im Chaos eigentlich nichts mehr erschüttern. Dinge, die mir vor Jahren noch äusserst übel aufgestossen sind, gehen mir mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes am Arsch vorbei. Japan erzieht zur Geduld und Gelassenheit. Viele Expats, Abenteurer, oder Freaks mit gelbem Fieber, die es nach Japan verschlägt, werden nach ein paar Jahren mit der ständigen Reizüberflutung, besonders in Tokyo, aber durchaus auch in ländlicheren Gegenden, nicht mehr fertig und flüchten fluchend zurück in das ruhige Deutschland. Erdbeben, Tsunamis, explodierende AKWs, riesige Insekten, Dschungelklima im Sommer, J-Gals und andere Katastrophen tun ein übriges. 

Also, ich stolpere mittlerweile recht ausgeglichen durch meinen japanischen Alltag. Gibt es ein Erdbeben, springe ich nicht wie von einer Tarantel gestochen aus dem Bett, sondern warte erst einmal gespannt ab. Rumpelt es länger als gewoehnlich, stelle ich mir meinen Notrucksack in Griffweite, aber lege mich wieder hin und kann auch relativ schnell wieder einpennen. Und wird mir auf der Strasse oder im Zug mal wieder ein „Kaeru!“ (wohl sowas wie: Verpiss dich dahin wo du hergekommen bist!) entgegengeschmettert, kann ich diesen meist älteren Leuten schnell den Wind aus den Segeln nehmen, indem ich mich als Deutscher und nicht als „Amerikayaro“ zu erkennen gebe. Auch eine riesige Kakerlake bringt mich nicht mehr aus der Ruhe, sondern cool wie Gary Cooper in „High Noon“, trete ich dem Drecksviech gegenüber und „erschiesse“ es mit einer Ladung Gokiburijeto. Ohne mit der Wimper zu zucken.

Aber ..... und jetzt komme ich endlich zum Punkt: Aber wenn es hier in Japan um Politik geht, dann zucken mir nicht nur die Wimpern, sondern gleich alle Haare! Beispiel: Wenn man in der letzten Zeit die Glotzkiste anmacht und auf „History Channel“ oder National Geographic“ wechselt, grinst einem fast immer eine, besonders uns Deutschen, nur allzubekannte Drecksvisage entgegen: Adolf Hitler. Ja. Genau der. Seit ein paar Monaten sieht man nur noch Dokus über den ersten und zweiten Weltkrieg, über den Pazifikkrieg, die Atombombenabwürfe, Vietnam und Desert Storm. Da gibt es die bösen Kommunisten, die bösen Faschisten, die bösen Mullahs und natuerlich die bösesten von allen: Die Deutschen! Die Amis sind ganz lieb und die Japaner sind aber doch nur in den Krieg hineingeschlittert und sind ganz klar Opfer.

Da kommen dann in den Dokus die Soldaten der Alliierten (nein, nicht Achse des Bösen...) zu Wort und lassen sich darüber aus, wie sie uns Krauts, Sausages, Schweinedeutschen, Dreckspack, usw., das Lebenslicht ausgeblasen haben. Und besonders bei den russischen Veteranen, die oft sichtlich ausgemergelt und ohne Zähne, aber dafuer mit zig Orden an der ausgefransten Uniform in einer total versifften Drecksbude hausen, da frage ich mich oft, wer da eigentlich was verloren hat. Man stelle sich den internationalen Aufschrei vor, wenn die Deutschen Dokumentationen in diesem Stil veröffentlichen würden.

Nun gut. Sei’s drum. Ich frage mich nur, was das alles soll? Die meisten dieser Dokus sind in Amerika eingekauft, bzw. werden von den amerikanischen Sendern „History Channel“ und National Geographic“ ausgestrahlt. Oft im Originalton (fucking Krauts...) und mit japanischen Untertiteln, dessen Qualität einen an der Eignung des Übersetzers zweifeln lässt. Da wird zum Beispiel aus einem: „Die Japaner haben einen klaren Angriffskrieg geführt“ ein „Japan hat sich wegen seines Rohstoffmangels praktisch vorsorglich verteidigt“, oder ähnlicher Schwachsinn. Ganz grosses Kino!

Warum aber diese Häufung von kriegerischen Dokumentationen? Müssen die Japaner mal wieder auf einen von Amerika ausgehenden Angriffskrieg, z.B. gegen Syrien oder den Iran konditioniert werden? Im Bezug der Konditionierung auf einen Iranangriff ist auch „lustig“, das sogar Dokumentationen ueber den Sechstagekrieg, in dem sich Israel und so ziemlich alle Mullahs aus der Gegend gegenüberstanden, gezeigt werden. Natürlich sind die Israelis die Guten, die die bösen, bösen Mullahs plattmachen. Hm, eigenartig. Wer bestimmt eigentlich, wer gut oder böse ist?

Oder müssen die Japaner auf einen Konflikt mit ihren eigenen Nachbarn hin konditioniert werden? Der kürzlich wieder aufgeflammte „Inselkonflikt“ mit China und Korea laesst das vermuten. Wurden doch kürzlich wegen der „Besetzung“ der Senkaku Inseln (winzige, unbewohnte Eilande im Ostchinesischen Meer) durch einige japanische Senioren, in einigen chinesischen Städten japanische Flaggen verbrannt und japanische Geschäfte beschädigt. Alles nur, weil der senile Bürgermeister Tokyos und ein paar seiner ebenso grenzdebilen Freunde es sich zum Lebensziel gemacht haben, diese Inseln Japan einzuverleiben und zu diesem Zweck ordentlich Geld in rechte Gruppen zu pumpen, damit diese sich dann zu den Inseln aufmachen, um diese zu besetzen. Aussage eines dieser Besetzer: „Auf den Insel gibt es noch original japanische Häuser, also gehören sie auch zu Japan!“ Aha, original japanische Schwedenhäuser, oder was? 

Anmerkung d. Red.: In Disneyland Tokyo stehen noch original amerikanische Häuser. Gehört Tokyo etwa zu den USA? Und warum gehören Saipan und Hawaii dann nicht auch zu Japan, obwohl da vor nicht allzulanger Zeit auch jede Menge „original japanische Häuser“ standen? Und wo haben die chinesischen Demonstranten eigentlich immer die japanischen Flaggen zum verbrennen her? Fragen über Fragen....


Update:

Habe grad eben mit einer japanischen Freundin (nur Freundin…) über das Thema geredet. Sie ist eine der wenigen Japanerinnen, ja eigentlich Japaner überhaupt, mit denen man über Weltpolitik reden kann. Sie arbeitet als Redakteurin bei einer grossen japanischen Zeitung und „bei ihr kommt auch das auf den Tisch, was der Kisha-Club nicht in die Zeitungen lässt“ (OT). Ihrer Meinung nach werden solche Aktionen wie die Besetzungen, vom Westen, bzw. explizit, der USA fremdgesteuert. Lustigerweise sagt sie „Weisse“.....

So ist z.B. der jap. Buergermeister Ishihara vor diesen Aktionen in die USA geflogen und hat dort Politiker und Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden getroffen. Direkt danach hat er die Aktion mit der Besetzung ins Leben gerufen. So sollen dann auch mehrere der Demonstranten in den USA gelebt, bzw. studiert haben. Auch an den Besetzungen der Inseln durch chinesische Bürger, seien mehrere in den USA aufgewachsene Chinesen dabeigewesen. Laut meiner Freundin soll so Unruhe in Asien geschaffen werden, um von den Unruhen im nahen Osten abzulenken. Das wäre auch der Grund, das in letzter Zeit so viele Kriegsfilme und Kriegsdokus im japanischen TV laufen, um die Japaner in agressive Stimmung zu bringen. Interessant......