Tokyo, 6.30pm, windig, die Frisur sitzt.....

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Wusstet ihr eigentlich, das der Markt fuer Peruecken in Japan der mit den groessten Wachstumsraten ist? Was dort an Geld verdient wird, ist unglaublich. Diverse „Zweithaar“-Firmen machen gross angelegt Werbung im TV, was man in Deutschland ja garnicht kennt. Auch mit dem ganzen Drum und Dran wird ein Schweinegeld verdient.

Eigentlich logo. Wer geht schon, einmal mit einer Peruecke gewappnet, zum normalen Friseur? Schliesslich kann (oder will) man das Teil nicht vor allen Anderen „normalbehaarten“ abnehmen und sagen: Hier, waschen legen und foenen, bitte! Die Perueckenhersteller haben ihre eigenen, sehr neutral gehaltenen Salons, in denen man die arg zerzauste „Matte“ wieder herrichten lassen kann. Diese Laeden werden natuerlich nicht grossartig beworben und liegen meistens sehr versteckt. Nach 2-3 Jahren ist die beste Peruecke hinueber und man braucht eine neue. Reparieren ist nicht. Die Haare dafuer kommen meistens aus dem benachbarten Asien und Indien.
Meistens erkennt man Perueckentraeger sofort, was nicht an der beschissenen Qualitaet, sondern einfach daran liegt, das die meisten Japaner diese Verjuengungskur einfach uebertreiben. Da wird gefoent, gefaerbt, und gegelt was das Zeug haelt und so mancher 50-60 Jaehrige hat danach eine Frisur, mit der ich nichtmal als 20 Jaehriger vor die Tuer gegangen waere. Damit nicht genug, wer etwas auf sich haelt, laesst sich auch noch die Augenbrauen stutzen und passend faerben.



Schoenes Beispiel fuer eine echt beschissene Peruecke.....

Wenn man in Japan in die Koerperpflegeabteilung fuer Maenner geht, stehen dort zu 50% erstmal alle moeglichen Haarwaesserchen und Wachstumsbeschleuniger. Daneben gibt es noch spezielle „Volumen“-Shampoos und Haarlack, der so stark ist, das man damit locker Moebel zusammenkleben kann. Auch gesehen: Lackfarbe, mit dem man den immer lichter werdenden Punkt auf dem Kopf in „Wagenfarbe“ lackieren kann, damit der Eindruck entsteht, dort waeren noch Haare. Deodorants sind dagegen nur vereinzelt vorhanden, was man nach Feierabend im Zug dann auch deutlich riechen kann. Hauptsache die Frisur sitzt.......

Ueberhaupt ist die Mode besonders bei juengeren Japanern fuer mich immer einen Lacher wert. Typen die hier als besonders cool gelten, wuerden wir in Deutschland mit Hape Kerkeling und Alfred Biolek in eine Reihe stellen. Rote Motorradlederjacke, kombiniert mit knallenger Paspeljeans und Westernstiefeln, kein Problem. Die perfekte Kleidung fuer den Kneipengang. Dazu eine hochgefoente Gelfrisur, am besten rotbraun gefaerbt und los gehts.



Smap, Japans aelteste Boygroup. Die Frisuren der Herren sind immer
auf dem neusten Trend-Stand, was sie dann doch wieder irgendwie wie
eine Girliegroup aussehen laesst.........


Bis dann......

Girls, girls, girls.....

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Ich trainiere jetzt regelmaessig im “Konami Sports Center”, ca. 5 min von meinem Haus entfernt. Yep, natuerlich ist das ganze mit 12800 yen (112 Euro) im Monat sauteuer, aber man darf auch nicht vergessen, das ich mittendrin im teuersten Stadtteil einer der groessten Staedte der Welt lebe. Das Studio ist dazu sehr gut ausgestattet mit: Sauna, 25 Meter-Schwimmbad, Whirlpool und nur den allerneusten Geraeten. In jedem Raum stehen mehrere Trainer bereit, die einem gern weiterhelfen. Konami? Kommt einem bekannt vor, oder? Einst ein Gigant bei Konsolenspielen, scheint Konami sich jetzt auch um die Gesundheit seiner Konsolen-geschaedigten Ex-Kundschaft zu kuemmern und verdient sich dabei eine goldene Nase.

Das Verhaeltnis Maenner-Frauen im Studio ist ca. 35-60%. Dabei bin ich immer wieder erstaunt, warum viele der Frauen ueberhaupt trainieren. Ich habe noch nie soviele Frauen im Alter von um die 30-40 gesehen, die einen so tollen Koerper haben. Naja, im Gegensatz zu Deutschland, wo viele Frauen denken, sie waeren doch voll ok, obwohl sie 10-15 Kilo zuviel haben, geht das hier in Japan garnicht. Obwohl schon schlank, wollen viele Frauen noch schlanker werden.

Womit wir schon beim eigentlichen Thema waeren. Wie ist das eigentlich mit den japanischen Frauen? Stimmt es, was man in Deutschland an Vorstellungen hat? Ganz klar: Jain! Z.B.: Bei den japanischen Frauen ist der Mann noch die Nummer 1. Sie tut alles um ihren Mann zu verwoehnen und ordnet sich vollkommen unter. Dazu von mir nur ein herzliches: Hahaha!!! Das mag stimmen, wenn sie sich fuer einen japanischen Mann entscheiden, aber nicht wenn sie sich mehr fuer Auslaender interessieren, die wir ja schliesslich sind. Diese Frauen haben den Umgang mit dem typischen japanischen Macho satt, der fruhmorgens das Haus verlaesst, spaet abends nach Haus kommt (natuerlich nicht, ohne vorher mit seinen Kollegen in die Kneipe zu gehen..) und nur noch sein Bier und Essen auf den Tisch haben will. Am Wochenende, wenn „Er“ eigentlich Zeit haette, sich auch mal um die Kinder zu kuemmern, geht’s ab zum Golf, oder es wird ausgiebig auf dem Sofa gepennt. Nein, das sind keine Ausnahmen, das ist die Regel! Ich habe schon mit vielen meiner jap. Kolleginnen gesprochen und bis auf wenige Ausnahmen erzaehlen alle die gleiche Geschichte.

Kinder sind fuer eine jap. Frau die absolute Nummer eins und besonders Soehne werden verhaetschelt und vertaetschelt. Kein Wunder, das die sich spaeter zum Macho mit eingegrenztem Frauenbild entwickeln. Toechter dagegen werden recht frueh in haeusliche Pflichten eingebunden. In meiner Familie sind diese Tendenzen zwar auch vorhanden, aber weit weniger ausgepraegt. Dennoch bedurfte es einer Engelsgeduld und starken Willen, um meine japanische Ehefrau von einer „mehr europaeischen“ Erziehung zu ueberzeugen.

Ja, japanische Frauen sind schoen. Ich habe natuerlich offensichtlich ein Faible fuer japanische Frauen, aber auch mal ganz neutral betrachtet, sind japanische Frauen oft gepflegter, kleiden sich modischer und sind freundlicher (nicht einfacher!) als der Rest der Welt. Wenn ich mal an einem Bahnhof auf einen Freund warte und mir die Leute angucke, faellt mir immer wieder auf, wie viele schoene Frauen es doch hier gibt. Viele Frauen ueber 40 sehen einfach toll aus. Was natuerlich nicht darueber hinwegtaeuschen darf, das japanische Frauen absolute Make Up-Kuenstler sind. Was meine Frau so an Schminkutensilien hat, ist nicht zu verachten, obwohl sie noch eher zu der gemaessigten Sorte zaehlt, was Make Up betrifft. Trotzdem wuerde meine Frau niemals auch nur fuer 5 Minuten ohne Make Up aus dem Haus gehen. Selbst in den Kombinis (24 Stunden-Laeden) ist das Make Up-Regal das groesste im Laden. Da wird gefaerbt und gepudert, Haare verlaengert, kuenstliche Wimpern und Fingernaegel geklebt, was das Zeug haelt. Viele Japanerinnen benutzen ein extra „White“-Puder, um noch weisser zu sein und rennen selbst im Sommer mit einem Regenschirm rum, um ja nicht braun zu werden. Ob das nun schoen ist, darueber kann man sich streiten.



Typisch japanische "Make Up-Suende". Ja sicher, niedlich ist sie,
aber irgendwie von allem ein bisschen viel......

Ungewoehnlich oft sieht man dagegen extrem schiefe Zaehne. Waehrend in Deutschland bei solchen Fehlstellungen relativ frueh reagiert wird und viele Kinder um die 10-12 rum schon eine Zahnspange haben, scheint das in Japan nicht sehr verbreitet zu sein. Mag auch daran liegen, das man in Japan doch einiges mehr beim Zahnarzt dazuzahlen muss als in Deutschland. Das Geld wird dann von vielen Frauen lieber in eine „Luis Vitton“- oder „Prada“-Handtasche investiert, die so oft ueberstolz zur Schau tragen. Nun gut, in letzter Zeit sieht man auch bei Frauen ueber 30 oefters mal Korrekturspangen. Langsam aber sicher scheint es beim Thema Zaehne also einen Wandel zu geben, nicht aber beim Thema Schuhe. High Heels sind fuer Japanerinnen ein absolutes Muss. Und seien die Beine auch noch so krumm, dick oder duenn, es muessen hohe Absaetze her. Oft kann man junge Frauen beobachten, die offensichtlich unter Schmerzen mit ihren High Heels herumschleichen. Oft sieht es so aus, als ob sie ihre teuren Handtaschen ausbalancieren muessten.

So, genug gelaestert. Demnaechst sind dann die japanischen Herren der Schoepfung dran......

Bis bald!

2009 Das Jahr der Kuh.....

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Frohes neues Jahr,
Oder wie die Japaner sagen: Akemashite omedetou gozaimasu! Ich hoffe ihr konntet alle ordentlich einen abfeiern auf Sylvester, weil ich konnte es nicht. Party, Saufen bis zum Morgen, laute Musik? Nix da! In Japan ist Neujahr absolute Stille angesagt, von den typischen Auslaenderkneipen mal abgesehen. Ganz Japan hockt am 31. Dezember vor dem Fernseher und schaut sich auf NHK eine hirnrissige „Countdown-Show“ an. Egal, ich hab mir mit meiner Frau trotzdem ein paar Bier und ein paar Glaeser Wein genehmigt, so das wir (typisch deutsch eben) am 1. Januar mit einem ordentlichen Schaedel aufgewacht sind und uns sofort auf dem Weg zum naechsten Schrein gemacht haben um zu beten. Hier ein paar Impressionen:


Eingang zum Sugawara-Schrein in Setagaya-Ku


Hauptgebaeude/Setagaya-Schrein. Dort wird Geld gespendet und dann gebetet, bzw. Wuensche geaeussert.


Vorm Beten muss man sich Haende und Gesicht reinigen


Souvenirverkauf und Feuerstelle. Den Qualm soll man sich auf kranke Koerperteile wedeln. Nicht selten sieht man Maenner, die sich den Qualm in den Schritt wedeln.......



Am 2. Januar gings dann mal wieder ins deutsche Dorf Tokyo. Darueber habe ich mich schon in einem frueheren Beitrag ausgelassen. Trotz allem Klamauk und schlecht kopiertem deutschen Gehabe immer eine Reise wert, zumal es dort riesige Grasflaechen gibt, auf denen sich die Kinder mal so richtig austoben koennen. Auf dem ca. 70 Km langen Hinweg waren die Autobahnen erstaunlicherweise wie leergefegt. Gute Gelegenheit, mit unserem BB auch mal ueber 80 zu fahren.


Komische Kombination: Nachgebautes Bayern und Bier aus Norddeutschland. Egal, 2.50 Euro die Dose und wohl bekomms.....


Gesehn im German Village Tokyo: Videospiel in dem man Lokfuehrer ist! Mann war das aufregend......schnarch........


Kaum Autos unterwegs. Seltenes Bild auf den Autobahnen rund um Tokyo, besonders auf dem Chuto Ko, Tokyo's Ringautobahn.




Um Weihnachten und Neujahr war ich mal wieder verstaerkt mit dem Bike unterwegs. Was in Deutschland wegen Minusgraden praktisch unmoeglich ist, macht hier bei ca. 10-15 Grad immer noch Spass. Thermohose an und ab auf den Bock. Leider sind kaum japanische Biker unterwegs, mit denen man bei einer Pause ein bisschen quatschen koennte. Auf der Strasse vermisse ich sie nicht so sehr, da man wesentlich gelassener fahren kann, ohne staendig mit allzu bescheuerten Fahrmanoevern rechnen zu muessen. Meine Kawa lief wie eine Naehmaschine. Sorgen machen mir nur einige kleine Anfluege von Rost auf den Spiegelgestaengen oder an einigen Sicherheitssplinten. Wird Zeit das mein Bike in eine richtige Garage kommt.


Sagamiko-Stausee in der Kanagawa-Praefektur.



Meine "Kleine".....


Dank ueppigem Weihnachtsbonus gab es reichlich Unterhaltungs- und andere Elektronik zur Bescherung. Unter anderem gab es:
Playstation 3 mit 160GB Harddisk, Sharp Aquos 32 Zoll HD-TV, Sony Cordless Virtual Surround Kopfhoerer, Nintendo DSi, NEC La Vie Notebook 16 Zoll Widescreen, Sanwa Cordless Laser Mouse, alle 4 Staffeln von “LOST” auf DVD’s, div. PS3- und DS-Spiele und einen Dyson DC22. Endlich ein „maennlicher“ Staubsauger......

Bis dann....

"Popo-Cafe"

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Grad noch gefunden:



Also ich weiss ja nicht, was die da ausser Kaffee sonst noch anbieten, aber.......

Schaffe, schaffe........

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Arbeiten in Japan

Kein einfaches Thema. Strenge Visabestimmungen, ein fuer Auslaender stark eingeschraenkter Arbeitsmarkt und teils recht „eigenartige“ Arbeitsbedingungen lassen so manchen Gaijin (Auslaender) verzweifeln. Am besten gehe ich Punkt fuer Punkt alles ab:


Visa:

Ohne Visa keine Arbeit. Natuerlich gibt es auch in Japan „Illegale“, aber die sehen in der Regel asiatisch aus und kommen aus China, Korea, Thailand, usw. Als „Weisser“ hat man da keine Chance. Der einfachste Weg an ein Visa zu kommen ist natuerlich, eine(n) Einheimische(n) zu heiraten. Dieses „Spouse-Visa“erlaubt einem jegliche Arbeit, muss aber periodisch erneuert werden. Spezielle Arbeitsvisa gibt es auch, aber die Vorraussetzungen sind extrem hoch. Fuer ein Ingenieurvisum reicht nicht einfach das Diplom, man muss auch 10 Jahre Erfahrung in seinem Fachbereich nachweisen. So ahnlich sind auch die Vorraussetzungen fuer die meisten anderen Fachvisa. Hier ein Link: http://www.mofa.go.jp/j_info/visit/visa/index.html
Dann gibt es noch das „Working-Holidayvisum, das es jungen Leuten (18-30) erlaubt, fuer ein Jahr in Japan zu leben und zu arbeiten. Die Anforderungen sind nicht sehr hoch. Normalerweise reicht ein Nachweis ueber ausreichende Geldmittel fuer ein Rueckflugticket und los geht’s. Auch dazu hier ein Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Working_Holiday_Visa_(Japan)


Arbeitsmarkt:

Klar gibt es genug Arbeit. Wer ein Spousevisa hat, kann sofort losglegen mit: Gemuese schaelen, Teller waschen, Deutschunterricht, usw. Eben alles, was die Japaner nicht gern selber machen. Wer nicht als „Expad“ von seiner deutschen Firma nach Japan geschickt wird, hat es schwer auf dem japanischen Arbeitsmarkt. Qualifizierungen sind wertlos, solange man kein Japanisch spricht. Wer glaubt, nur mit Englisch durchzukommen, ist schlichtweg naiv. Es gibt einzelne Gluecksfaelle (mich selbst), aber das ist auf gar keinen Fall die Regel. Es gibt ein extra Arbeitsamt fuer Auslaender (Hello Works for foreigners in Shinjuku), aber die Anforderungen, die dort an qualifizierte Bewerber gestellt werden, sind enorm hoch. Fuer unqualifizierte Leute gibt es genug Stellen (siehe oben), aber die Bezahlung ist mies, z.B.: 900 Yen (ca. 7 Euro) die Stunde fuer Gemueseschaelen in einem sterilen Raum, das heisst: im Ganzkoerperkondom bei 5 Grad den ganzen Tag stehen und Kartoffeln oder sonstiges Zeug schaelen und das min. 8-10 Stunden lang. Kellnern ist auch mies. Die Bezahlung ist immer um die 1000 Yen (ca. 8 Euro) rum und (noch schlimmer!) Trinkgeld gibt es in Japan nicht! Das mag fuer die deutsche Provinz evtl. Genug Geld sein, aber in Tokyo kommt man damit nicht ueber die Runden. Selbst wenn man eine Stelle im Buero einer grossen Firma anfaengt, verdient man als Anfaenger oft unterdurchschnittlich. Ich hatte Glueck und wurde von Anfang an meinem Alter und Familienstand entsprechend bezahlt. Wenn man erstmal 5 Jahre in einer Firma auf dem Buckel hat, sind die Verdienste den deutschen durchaus ebenbuertig, wenn nicht hoeher. Wenn man dann noch die halbjaehrigen Bonuszahlungen (praktisch Urlaubs-und Weihnachtsgeld) mit einberechnet, kommt man auf ein deutlich hoeheres Gehalt als in Deutschland. Dieser Bonus wird nur zu ungefaehr 10% versteuert!


Arbeitszeiten:

Ja, die Geruechte ueber lange Arbeitszeiten und Wochenendarbeit sind zum Teil wahr, zumindest fuer japanische Firmen. Der Sektionschef erwartet, das seine Mitarbeiter nicht eher nach Haus gehen als er. Oder: Im Dunkeln kommen, im Dunkeln gehen. Kaputt machen sich die Japaner dabei aber nicht. Das Arbeitstempo zumindest in den Bueros ist deutlich niedriger als in Deutschland und wird durch die vielen Meetings und die lange Entscheidungskette noch weiter verlangsamt. Dazu kommt, das in japanischen Bueros oft unsystematisch und uneffizient gearbeitet wird. Ich arbeite zwar fuer eine deutsche Firma, aber alle meine Kollegen sind Japaner. Das deutsche Management achtet sehr auf unsere Arbeitszeiten und haelt uns an, nicht zu lang im Buero zu bleiben. Was sie in Deutschland nicht zweimal sagen braeuchten, ist hier in Japan schwer durchzusetzen. Oft bleiben meine Kollegen bis 8-9 Uhr abends im Buero, auch wenn eigentlich nichts wichtiges zu tun bleibt. Mittlerweile habe ich mich daran gewoehnt, aber anfangs war es doch schwer fuer mich, mit der in japanischen Bueros typischen Entscheidungskette zurechtzufinden, das heisst: In Deutschland kann ich als Ingenieur praktisch alles, was meinen Aufgabenbereich betrifft, selbststaendig entscheiden, in Japan muss ich praktisch alles von meinem Vorgesetzten absegnen lassen, was oft nicht ohne endlose Meetings und viel Bla Bla abgeht.
Bezahlten Urlaub gibt es, aber weniger als in Deutschland. Ich z.B. habe 20 Tage, was aber schon ueberdurchschnittlich ist. Normalerweise bekommt man in den ersten 3 Jahren 10 Tage Urlaub, danach steigt die Zahl der Tage mit der Zeit auf bis zu 25-30 Tage im Jahr. Ich sehe da kein Problem, weil Japan deutlich mehr Feiertage hat als Deutschland und diese oft arbeitnhmerguenstig auf einen Montag oder Freitag fallen.


Zusammenarbeit mit Japanern:

In meiner Firma sind fast alle Japaner den Umgang mit „Westlern“ gewohnt, das heisst: Oft laute Aussprache, direktes Ansprechen von Problemen, schnelles und eindeutiges Ja und Nein, persoenliche Ansprache, usw. Anfangs habe ich oefters in Fettnaeppfchen getreten, besonders mit einem schnellen und klaren Nein in den verschiedensten Situationen. Japaner kennen kein eindeutiges Nein, sie benutzen eher eine Art „Jain“. Das fuehrte anfangs auch zu Problemen mit meiner japanischen Ehefrau.
Ansonsten ist es doch ueberall das gleiche: Jeder versucht so gut wie moeglich ueber die Runden zu kommen und nach der Arbeit ein bisschen Spass zu haben. Dieser „Spass“ besteht bei meinen japanischen Kollegen darin, sich fast taeglich nach der Arbeit in einem Izakaya (Kneipe) oder einer Bar bis zum Blackout volllaufen zu lasssen. Bei diesen Trinkgelagen legen die Japaner ihre anfaengliche Zurueckhaltung komplett ab und es wird laut und lustig gefeiert. Wenn ich als Gaijin zusammen mit meinen japanischen Kollegen rausgehe, treffe ich oft die irrsten Typen oder erlebe unglaubliche Situationen in total schraegen Bars. Egal was auch passiert, am anderen Tag in der Firma wird nicht darueber gesprochen, oder zumindest nur unter vorgehaltener Hand......

Vorsicht ist geboten im Umgang mit japanischen Kunden. Bei uns in Deutschland heisst es: „Der Kunde ist Koenig“, obwohl das ja in den seltensten Faellen stimmt. In Japan heisst es: „Der Kunde ist Gott“ und das kann man durchaus woertlich nehmen. Da meine Kunden ausschliesslich Japaner sind, musste ich mich tierisch umgewoehnen und auch oft zurueckhalten. Egal wie bescheuert die Wuensche des Kunden auch sind, sie werden erfuellt und der Kunde hat grundsaetzlich Recht, auch wenn er eindeutig falsch liegt.

Bis dann......

Oh du Froehliche......

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Tokyo, Shibuya, Freitag Morgen, 8.30, 15 Grad, windig, die Frisur sitzt…….

Wie Teer ergiesst sich die schwarze Masse von „Salary men“ in die ohnehin schon ueberfuellten Bahnhoefe. Jeder hat es eilig, ueberall wird gerempelt. Und mittendrin ein Wesen im hellen Anzug. Oh Gott (Buddha), ein Alien! Kein Wunder das man uns Auslaender „Gaijin“ (woertlich uebersetzt: Aussenstehender) nennt. Langsam bahne ich mir einen Weg durch die Massen. Ein paar ganz Mutige gehen mir nicht aus dem Weg. Selber Schuld. Ich habe den +20 Vorteil, 20 Kilo und 20 cm mehr. Oft habe ich das Gefuehl, das es Typen gibt die speziell Auslaender anrempeln. Warum? Keine Ahnung! Ich habe selber einmal erlebt, das ein Typ am Gate (Ausgang) des Bahnhofs rumgelungert hat und als er mich sah, direkt in meinen Weg lief um mich anzurempeln. Kein Problem (+20 Vorteil...), aber als ich schon fast durch Gate war, wollte der Typ mich in KungFu-Manier treten. Zu seinem Nachteil war ich schneller und hab sein Bein weggestossen, so das es unsanft auf das Metallgehaeuse des Gates knallte. Ohne mich weiter um die Sache zu kuemmern, verliess ich den Bahnhof und verschwand in der Menge. Das war aber auch die einzige unangenehme Begegnung dieser speziellen Art, die ich hier in Japan hatte.
Apropos Frisur: Am Wochenende war ich mal wieder beim Friseur. Diesen (meiner Meinung nach) guten Friseursalon zu finden, war garnicht so einfach. Die ersten paar Male habe ich verschiedene Friseure in Tokyo ausprobiert, sah aber danach jedesmal so aus, als ob ich einen Stromschlag bekommen haette. Diese „Naruto“-Frisur hatte zwar den Vorteil, das sie durch den Einsatz von mindestens einer Dose Haarlack und Mengen von Wachs absolut wasser- und windfest war, die Qualitaet des Schnittes selber liess aber stark zu wuenschen uebrig. Nun, bei „Prisna“, meinem jetzigen Salon, wird gut geschnitten und ich bekomme jedesmal eine Japanischstunde vom feinsten, weil meine Friseuse absolut kein Englisch versteht. Nebenher bekommt man noch eine Kopf-und Rueckenmassage und das alles zum Preis von ca. 30 Euro. Teuer? Willkommen in Tokyo!

Meine Kawa habe ich nicht fuer den Winter eingemottet. Nur die Batterie habe ich ins Haus geholt und an ein Ladungserhaltungsgeraet angeschlossen. Im Augenblick suche ich eine Sattlerei, die mir Gel-Pads in die Sitzbank einarbeitet. Das Teil ist viel zu duenn, um mit Schaumstoff wirkungsvoll gepolstert zu sein. Ein neues ETC (El. Mauterfassung) muss auch her, das alte macht immer oefters Mucken. Fuer naechstes Jahr habe ich eine Tour quer durch Japan geplant.

Langsam geht das Jahr zu Ende und Weihnachtseinkaeufe stehen an. Tokyo hat sich schon vor einigen Wochen in ein Weihnachts-Lichtermeer verwandelt. Trotzdem kommt bei mir keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Ich werde mir dieses Jahr wohl eine Playstation 3 wuenschen. Da wir jetzt einen HD-Fernseher haben, lohnt sich das Teil endlich richtig. Ich hab keine Ahnung, ob ich auch deutsche Spiele auf der jap. PS3 zocken kann, habe aber zum Ausprobieren ein deutsches Spiel vom Grabbeltisch. Final Fantasy, ich komme!!!

Bis bald!

Eine Reise die ist lustig........

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Vor dem, Ueberqueren der Strasse erst nach links schauen, dann nach rechts. Was in Europa hervoragend klappt (ausser auf „Monkey Island“....), hat hier in Japan schon so manchen Gaijin (Auslaender) mindestens ins Krankenhaus gebracht. Ich hab mich dran gewoehnt. Gefaehrlich wird es jetzt, wenn ich auf Geschaeftsreise in Europa bin....


Langsam wird es auch hier kaelter, tagsueber sind 20 Grad aber immer noch locker drin. Egal, es ist offiziell Herbst, also werden die dicken Klamotten rausgeholt und auch getragen. Mottenkugeln sind wohl noch sehr beliebt in Japan, weil der Geruch von Naphtalin jetzt besonders in den Zuegen extrem stoerend auffaellt. Auf die Idee, die Sachen erstmal zu waschen, bevor man total ueberfuellte Zuege ohne wirkungsvolle Lueftung betritt und damit saemtlichen Mitfahrern die Traenen in die Augen treibt, kommt kaum jemand.
Laestig sind auch die Typen, die im vollgerammelten Zug erstmal ihren Apple Ipod aus der Tasche wuehlen muessen, nur um etwas lauter zu stellen, oder ein anderes Lied zu hoeren und dabei saemtliche Nachbarn im Zug anrempeln. Was fuer eine beschissene Fehlentwicklung ist ein MP3-Player, den man staendig aus der Tasche kramen muss? Mein Sony Walkman kann das besser: Wohldefinierte Tasten lassen sich auch durch den Hosen- oder Hemdstoff erfuehlen und betaetigen. Noch eigenartiger finde ich aber, das die meisten Apple-Hoerer zwar Unmengen Kohle fuer ihren Player ausgeben, sich aber mit der elenden Qualitaet der original Apple-Ohrhoerer zufrieden geben. Ehrlich: Die 3 Euro-Notohrhoerer aus der Tankstelle hoeren sich besser an.

Genug gemeckert! Wie ihr sicher schon bemerkt habt, sind Zug oder U-Bahn immer ein Thema fuer mich. Kein Wunder, verbringt man doch hier in Tokyo einen Grossteil seiner kostbaren Zeit damit, von einem Stadtteil in den anderen zu pendeln. Vernuenftig klappt das nur mit Zug und U-Bahn. Auch auf laengeren Geschaeftsreisen innerhalb Japans bevorzugen viele Geschaeftsleute den Shinkansen, weil man sich das laestige Ein- und Auschecken ins Flugzeug sparen kann. Noch dazu findet man in den meisten Shinkansen immer noch zumindest Raucherraeume. Laestige Anfahrten vom Flughafen in die Stadt fallen auch weg.


Akita Shinkansen

Im Gegensatz zum deutschen ICE ist der Shinkansen immer puenktlich. Pannen sind extrem selten. Abundzu wirft sich mal einer vor den Zug, aber meistens benutzen diese armen Irren die innerstaedtischen Expressbahnen, ganz einfach weil sie leichter zu erreichen sind. Die Chuo-Linie faellt immer wieder mit Verzoegerungen durch Selbstmoerder auf.

2. Klasse im Shinkansen

1. Klasse im Shinkansen

Bis demnaechst........