Kap.1
Als ich heute
Morgen so im Zug meinen Gedanken nach hing, erinnerte ich mich plötzlich an einen
längst verdrängten Vorfall. Als ich noch verheiratet war, habe ich einmal
nachts einen Spanner dabei erwischt, wie er am Fenster des Nebenhauses stand
und meine Nachbarn beim Rumfummeln beobachtete. Ich bin sofort raus, habe ihn
aber leider nur noch an der Jacke zu fassen bekommen, die ich ihm dann auch
komplett runtergerissen habe. In der Jacke: Zigaretten und eine Google Maps Satellitenansicht der Nachbarschaft mit irgendwelchen Notizen auf Japanisch. Trotzdem fragte
mich die herbeigerufene Polizei, ob der Täter ein Ausländer war. Und zwar noch
bevor sie fragten, ob er Japaner war.
In der Folgezeit
bekam meine Frau mehrere eigenartige Anrufe, in denen ein „Kommissar“ wissen
wollte, wann sie duschen geht, was sie zum schlafen anzieht, wie oft wir Sex
haben und so weiter. Treudoof wie viele
Japanerinnen nun mal sind, ist sie ihm erstmal auf den Leim gegangen, bis er
etwas „direkter“ wurde. Ein Anruf bei „seiner“ Dienststelle brachte dann ans
Licht, das ihn dort niemand kennt. Erst wollte bei der Polizei niemand so
richtig reagieren, weil ja „noch nichts passiert“ sei. Erst als ich mit
brutaler Selbstjustiz drohte, kam Bewegung in den faulen Haufen und eine
Fangschaltung wurde installiert. Die Anrufe hörten dann auch auf. Wir bekamen
aber keine Auskunft von der Polizei, was sich da jetzt abgespielt hat.
Eigenartig nur, das in dem Zeitraum ein Apartment im Nebenhaus geräumt wurde,
dessen Mieter laut Nachbarn eines Nachts „abgeholt“ wurde.
Ich kannte den
Mieter. Ein junger Japaner. Student. Er hat sich ein paarmal mit mir
unterhalten. Sein komischen Fragen nach meiner Familie kamen mir damals ein
bisschen schräg vor, aber keinesfalls verdächtig. Ob er auch der Spanner war?
Vermutlich. Der hatte nämlich Schlappen und eine Schlafanzughose an, mit denen
man sich normalerweise nicht allzu weit von seiner Bude entfernt. Ob er uns auch
beobachtet hat? Mag sein. Wir hatten zwar Rollos im Schlafzimmer, aber oft haben wir es erst gar nicht bis ins Schlafzimmer geschafft. Nun ja, ich
hoffe das er im Knast einen lieben Zellengenossen hat, der sich ganz besonders „liebevoll“
um ihn kümmert......
Kap. 2
In Japan gibt es
keine Verbrechen. Punkt. Aus. Basta. Und wenn Verbrechen begangen werden, dann
nur von Ausländern. Aus. Basta. Punkt. Das ist zumindest der allgemeine Tenor
der japanischen Medien und ja, leider auch der meisten Japaner. Nachdem endlich
auch ein Deutscher als „gefährlicher Verbrecher“ in den Medien aufgetaucht ist,
sind leider auch wir Deutschen nicht mehr vor diversen Anschuldigungen sicher.
Immerhin kann ich mich, ganz der japanischen Doktrin folgend, damit
herausreden, das der Student der vor den Bullen abgehauen ist (http://www.tabibito.de/japan/blog/2013/11/15/neu-kommunale-durchsagen-in-japan-jetzt-auch-auf-deutsch/), kein „reinrassiger“ Deutscher ist. He,
was denn? Hier darf man das sagen!
Wenn man aber mal
etwas genauer hinter die Kulissen schaut und nicht nur das liest, was in
westlichen Mainstreammedien so steht, kommt man schnell dahinter, das in Japan
genau so viel kriminelles Zeuch vorgeht wie in anderen Ländern. Man kümmert
sich hier nur besser um die „gerechte Verteilung“ der Verbrechen in den Medien.
Wenn ein Ausländer mal aus dem Ruder läuft, kommt er auf die Titelseiten und in
die Abendnachrichten, in denen mit Computergrafiken eine genaue Analyse des
Verbrechens aufgearbeitet wird. Das in der selben Zeit tausende von japanischen
Frauen von japanischen Männern gestalkt werden, hunderte von japanischen Frauen
von japanischen Männern vergewaltigt werden (gern auch Minderjährige) und auch
jeden Tag japanische Frauen von japanischen Männern ermordet werden, geht in
dem ganzen Trubel um die „gefährlichen Ausländer“ gern mal komplett unter.
Aah, das
friedliche Japan, in dem man die Haustür nicht abschließen muss. Haha! Ja
genau. In Deutschland habe ich an noch keinem Privathaus Aufkleber von
Sicherheitsfirmen gesehen. Hier in Japan, besonders in den Großstädten ist das
völlig normal und ein Riesengeschäft. Aber warum? In Japan wird doch nichts
gestohlen, oder? Doch! Einige Gegenden Tokyos scheinen sehr beliebt bei
Einbrechern zu sein. So z.B. Machida, oder Azabu. Nimmt man die täglichen
Wohnungseinbrüche in Japan mal zusammen und geht davon aus das die Japaner
recht haben und nur Ausländer diese Verbrechen begehen, müssten eigentlich ALLE
Ausländer hauptberufliche Ganoven sein. Gut, ein paar der Ausländer die ich
kenne, sind sicher nicht ganz koscher, aber normalerweise gehen wir alle einer
geregelten Arbeit nach, oder lassen uns zumindest von einer reichen Japanerin
haushalten.
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Typischer Alsok-Wachdienst-Mietbulle |
Noch dazu hat man
zumindest als Nichtasiate überhaupt keine Möglichkeit, nach einem Verbrechen
einfach so in der Masse unterzutauchen. Irgendeiner hat immer den Gaijin
gesehen. Verlasst euch drauf!
Aber man sieht
doch kaum Polizisten in Tokyo (ausser an der US-Botschaft....). Wenn so viele
Verbrechen begangen werden, warum gibt es dann nicht mehr Polizisten? Gute
Frage! Die gibt es! Die sitzen aber nicht als Büttel verkleidet in ihrem Koban,
oder halten gefährliche Terror-Obasan auf ihren Mamacharis an, sondern gehen in
zivil auf Streife. Knapp 50% der Streifenpolizisten in Tokyo arbeitet „verdeckt“
in Zivilklamotten und mischt sich unter die Menge. Verglichen z.B. mit
Deutschland, ist das eine gewaltige Menge.
Kap. 3
Wusstet ihr
eigentlich schon, das der im Augenblick in Deutschland wieder so beliebte „Enkeltrick“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Enkeltrick) gar nicht in Deutschland, wo sich ja angeblich
keiner um seine alten Familienmitglieder kümmert, als erstes aufgetaucht ist,
sondern lange vorher in Japan, wo sich ja jeder mit Leib und Seele um seine
alten Familienmitglieder kümmert (zumindest lt. vorherrschender Meinung in
Westmedien...) „erfunden“ wurde? In
Japan heißt der Enkeltrickbetrug "Ore ore sagi" (Ich bin's,ich
bin's-Betrug), weil die Trickbetrüger sich per Telefon bei alten Leuten mit
"Ore da yo, ore!" (Ich bin's) melden, die verwirrten alten Leute sie
dann beim vermuteten Name nennen und schon schnappt die Falle zu. Die
Schadenssummen sind gigantisch (mehrere 100 Millionen Euro im Jahr) und genau
da kommen wieder die „verdeckten“ Polizisten ins Spiel, die in Banken und Postämtern
die Senioren ansprechen, die gerade größere Summen abgehoben haben. Und das,
obwohl es doch in Japan angeblich so sicher ist. Wer dahinter steckt? Die Yakuza,
diese edlen Ritter, die sich nicht an einfachen Leuten bereichern.......
Hält sich doch
seit Ewigkeiten die Geschichte, das die edlen Yakuza nach dem Beben in Kobe (1995)
noch vor den Rettungsmannschaften als erste vor Ort waren und mit Decken,
Lebensmitteln und Zeugs ausgeholfen haben. Das stimmt! Man darf aber nicht
unterschlagen, das sie NUR ihren zahlreichen Mitgliedern geholfen haben und
nicht der "normalen" Bevölkerung.
Fakt ist: In
Japan gibt es genau so viele Verbrechen wie in anderen Ländern. Nur wir
Ausländer bekommen davon halt nichts davon mit, da wir uns meistens nicht mit
den einschlägigen Medien auseinandersetzen. Besonders die männlichen Ausländer.
Bei den weiblichen Gaijin sieht es da schon anders aus, kann so doch fast jede
meiner weiblichen Gaijin-Bekannten mehrere „Vorgänge“ aufzählen. Meistens geht
es um Stalking oder sexuelle und allgemeine Belästigungen. Und man höre und
staune: Meistens sind die Täter Japaner........
UPDATE: Wer sich dafür interessiert, was hier tatsächlich so an Verbrechen abgeht, dem empfehle ich wärmstens folgende HP: http://xn--g4xo5ykna.net/ Alles in Japanisch, aber Google Translate verschafft einen Überblick. Danke nochmal an Tabibito für den Link.
Wird
fortgesetzt........