Und es war Sommer (Radio version).....

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Hallo meine Schnuffis!

Ja doch, ich lebe noch. Auch wenn meine Geruchs- und Geschmacksnerven die ganze Woche mächtig überstrapaziert wurden. Warum? Ich war in einer Fabrik die Betonabwasserrohre herstellt. Solche:

Zum Größenvergleich: Die Stehleiter nebenan ist 3 Meter hoch.

Na gut, die Rohre selber haben nicht so gestunken. Eher das was hinterher durchfließt: Nämlich euer Pipi und Kaka. Na toll, jetzt ist mir schlecht. Aber der Grund für meine arg malträtierten Sinne war das hier:

Ich glaube ja sie meinten: Please LEAVE the toilet clean....

Ja genau, ein Plumpsklo. Lustig was? Eine Fabrik, die Abwasserrohre herstellt, hat ihr eigenes Klo nicht an die öffentlichen Abwasserkanäle angeschlossen. Nun, leider (oder GottseiDank!) gibt es noch kein Geruchsinternet, aber der "Duft" auf diesem stillen Örtchen war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Es hat so gestunken, das sich nicht mal die sonst üblichen Insekten in die Bude getraut haben.

Für mich war sofort klar: DA geh ICH nicht drauf. Nun ja, leider war es letzte Woche extrem heiss und ich musste viel trinken. Sehr viel. Unglaublich viel! Und trotz allem Schwitzen muss das Zeugs ja auch irgendwann wieder raus. Nachdem ich meinem Kollege also recht anschaulich erklärt habe, das ich mir lieber von einer .....ZENSIERT!..... die ......ZENSIERT!.... ....ZENSIERT!..... lassen würde, als auf das Plumpsklo zu gehen, bin ich also raus und ab hinter die Lagerhalle, Hosenschlitz auf, 3-Punktstellung eingenommen und gestrullert wie ein Rennpferd. Bis, ja bis der Kleinbus mit der Putzfrauentruppe DIREKT neben mir parkt und mir alle (auch der Fahrer....) auf's Gemächt glotzen. Für die weiblichen Leser erkläre ich es nochmal: Mittendrin abwürgen tut weh. Sehr weh.......

Von da an bin ich also doch in das stinkende Toilettenhäuschen aus der Hölle gegangen. Und ich sag euch: 2 Minuten die Luft anhalten ist nicht einfach. Gar nicht einfach.....

Dann war da noch: Der Betonfabrikarbeiter, der in billigsten "Uniqlo"-Klamotten Richtung Bushaltestelle stolpert, aber so eine Tasche umgehangen hat:

Ja doch, ne Prada.....

Warum zur Hölle kauft sich ein Fabrikarbeiter eine Prada-Handtasche fuer 3000 Euro? Ja, Handtasche. Die sieht nur so gross aus, weil der Typ so klein war. Und das war ne echte. Kein Billiggeklumpe aus Nordkorea. Fälschungen erkennt man nach 5 Jahren Tokyo auf 100 Meter. Ja, Männer und Frauen. Irgendwie bin ich ja froh, das mich die Putzfrauen beim wildpinkeln erwischt haben und nicht der Typ mit der Prada.......

Immerhin gibts in Nagahama eine echt gute Bäckerei mit einigermaßen gut nachgemachtem Vollkornbrot nach deutscher Art. Nur der Name der Bäckerei ist irgendwie .......... eigenartig:




Und zum guten Schluss noch ein Beweisfoto:



Jaha, es ist heiss in Tokyo. Nicht vergessen: Es ist fast Mitte September. Und nein, meine Knutschkugel hat nicht stundenlang in der Sonne gebraten. Die Aufnahme habe ich noch IM Parkhaus gemacht!

Gehabt euch wohl......



Nichts neues im Osten (uncensored Version)

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Wie würde ich mich selbst einschätzen? Wie würdet ihr mich, oder besser, euch selbst einschätzen? Nun ja, ich selbst sehe mich als ausgebufften (um nicht zu sagen abgefuckten), mit allen Wassern gewaschenen Mittvierziger, der jeden Tag mit einem total abgedrehten Land um die Vorherrschaft in seinem eigenen Gehirn kämpft. Mich kann nach Jahren im Chaos eigentlich nichts mehr erschüttern. Dinge, die mir vor Jahren noch äusserst übel aufgestossen sind, gehen mir mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes am Arsch vorbei. Japan erzieht zur Geduld und Gelassenheit. Viele Expats, Abenteurer, oder Freaks mit gelbem Fieber, die es nach Japan verschlägt, werden nach ein paar Jahren mit der ständigen Reizüberflutung, besonders in Tokyo, aber durchaus auch in ländlicheren Gegenden, nicht mehr fertig und flüchten fluchend zurück in das ruhige Deutschland. Erdbeben, Tsunamis, explodierende AKWs, riesige Insekten, Dschungelklima im Sommer, J-Gals und andere Katastrophen tun ein übriges. 

Also, ich stolpere mittlerweile recht ausgeglichen durch meinen japanischen Alltag. Gibt es ein Erdbeben, springe ich nicht wie von einer Tarantel gestochen aus dem Bett, sondern warte erst einmal gespannt ab. Rumpelt es länger als gewoehnlich, stelle ich mir meinen Notrucksack in Griffweite, aber lege mich wieder hin und kann auch relativ schnell wieder einpennen. Und wird mir auf der Strasse oder im Zug mal wieder ein „Kaeru!“ (wohl sowas wie: Verpiss dich dahin wo du hergekommen bist!) entgegengeschmettert, kann ich diesen meist älteren Leuten schnell den Wind aus den Segeln nehmen, indem ich mich als Deutscher und nicht als „Amerikayaro“ zu erkennen gebe. Auch eine riesige Kakerlake bringt mich nicht mehr aus der Ruhe, sondern cool wie Gary Cooper in „High Noon“, trete ich dem Drecksviech gegenüber und „erschiesse“ es mit einer Ladung Gokiburijeto. Ohne mit der Wimper zu zucken.

Aber ..... und jetzt komme ich endlich zum Punkt: Aber wenn es hier in Japan um Politik geht, dann zucken mir nicht nur die Wimpern, sondern gleich alle Haare! Beispiel: Wenn man in der letzten Zeit die Glotzkiste anmacht und auf „History Channel“ oder National Geographic“ wechselt, grinst einem fast immer eine, besonders uns Deutschen, nur allzubekannte Drecksvisage entgegen: Adolf Hitler. Ja. Genau der. Seit ein paar Monaten sieht man nur noch Dokus über den ersten und zweiten Weltkrieg, über den Pazifikkrieg, die Atombombenabwürfe, Vietnam und Desert Storm. Da gibt es die bösen Kommunisten, die bösen Faschisten, die bösen Mullahs und natuerlich die bösesten von allen: Die Deutschen! Die Amis sind ganz lieb und die Japaner sind aber doch nur in den Krieg hineingeschlittert und sind ganz klar Opfer.

Da kommen dann in den Dokus die Soldaten der Alliierten (nein, nicht Achse des Bösen...) zu Wort und lassen sich darüber aus, wie sie uns Krauts, Sausages, Schweinedeutschen, Dreckspack, usw., das Lebenslicht ausgeblasen haben. Und besonders bei den russischen Veteranen, die oft sichtlich ausgemergelt und ohne Zähne, aber dafuer mit zig Orden an der ausgefransten Uniform in einer total versifften Drecksbude hausen, da frage ich mich oft, wer da eigentlich was verloren hat. Man stelle sich den internationalen Aufschrei vor, wenn die Deutschen Dokumentationen in diesem Stil veröffentlichen würden.

Nun gut. Sei’s drum. Ich frage mich nur, was das alles soll? Die meisten dieser Dokus sind in Amerika eingekauft, bzw. werden von den amerikanischen Sendern „History Channel“ und National Geographic“ ausgestrahlt. Oft im Originalton (fucking Krauts...) und mit japanischen Untertiteln, dessen Qualität einen an der Eignung des Übersetzers zweifeln lässt. Da wird zum Beispiel aus einem: „Die Japaner haben einen klaren Angriffskrieg geführt“ ein „Japan hat sich wegen seines Rohstoffmangels praktisch vorsorglich verteidigt“, oder ähnlicher Schwachsinn. Ganz grosses Kino!

Warum aber diese Häufung von kriegerischen Dokumentationen? Müssen die Japaner mal wieder auf einen von Amerika ausgehenden Angriffskrieg, z.B. gegen Syrien oder den Iran konditioniert werden? Im Bezug der Konditionierung auf einen Iranangriff ist auch „lustig“, das sogar Dokumentationen ueber den Sechstagekrieg, in dem sich Israel und so ziemlich alle Mullahs aus der Gegend gegenüberstanden, gezeigt werden. Natürlich sind die Israelis die Guten, die die bösen, bösen Mullahs plattmachen. Hm, eigenartig. Wer bestimmt eigentlich, wer gut oder böse ist?

Oder müssen die Japaner auf einen Konflikt mit ihren eigenen Nachbarn hin konditioniert werden? Der kürzlich wieder aufgeflammte „Inselkonflikt“ mit China und Korea laesst das vermuten. Wurden doch kürzlich wegen der „Besetzung“ der Senkaku Inseln (winzige, unbewohnte Eilande im Ostchinesischen Meer) durch einige japanische Senioren, in einigen chinesischen Städten japanische Flaggen verbrannt und japanische Geschäfte beschädigt. Alles nur, weil der senile Bürgermeister Tokyos und ein paar seiner ebenso grenzdebilen Freunde es sich zum Lebensziel gemacht haben, diese Inseln Japan einzuverleiben und zu diesem Zweck ordentlich Geld in rechte Gruppen zu pumpen, damit diese sich dann zu den Inseln aufmachen, um diese zu besetzen. Aussage eines dieser Besetzer: „Auf den Insel gibt es noch original japanische Häuser, also gehören sie auch zu Japan!“ Aha, original japanische Schwedenhäuser, oder was? 

Anmerkung d. Red.: In Disneyland Tokyo stehen noch original amerikanische Häuser. Gehört Tokyo etwa zu den USA? Und warum gehören Saipan und Hawaii dann nicht auch zu Japan, obwohl da vor nicht allzulanger Zeit auch jede Menge „original japanische Häuser“ standen? Und wo haben die chinesischen Demonstranten eigentlich immer die japanischen Flaggen zum verbrennen her? Fragen über Fragen....


Update:

Habe grad eben mit einer japanischen Freundin (nur Freundin…) über das Thema geredet. Sie ist eine der wenigen Japanerinnen, ja eigentlich Japaner überhaupt, mit denen man über Weltpolitik reden kann. Sie arbeitet als Redakteurin bei einer grossen japanischen Zeitung und „bei ihr kommt auch das auf den Tisch, was der Kisha-Club nicht in die Zeitungen lässt“ (OT). Ihrer Meinung nach werden solche Aktionen wie die Besetzungen, vom Westen, bzw. explizit, der USA fremdgesteuert. Lustigerweise sagt sie „Weisse“.....

So ist z.B. der jap. Buergermeister Ishihara vor diesen Aktionen in die USA geflogen und hat dort Politiker und Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden getroffen. Direkt danach hat er die Aktion mit der Besetzung ins Leben gerufen. So sollen dann auch mehrere der Demonstranten in den USA gelebt, bzw. studiert haben. Auch an den Besetzungen der Inseln durch chinesische Bürger, seien mehrere in den USA aufgewachsene Chinesen dabeigewesen. Laut meiner Freundin soll so Unruhe in Asien geschaffen werden, um von den Unruhen im nahen Osten abzulenken. Das wäre auch der Grund, das in letzter Zeit so viele Kriegsfilme und Kriegsdokus im japanischen TV laufen, um die Japaner in agressive Stimmung zu bringen. Interessant......


Der alte Mann und die Metropole.....

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Der Zustand des Euro macht mir zunehmend Sorgen. Vor ein paar Jahren wurde der Euro noch mit 160-170 Yen gehandelt. Gut, das waren Spitzenwerte, aber so um die 135 Yen sind normal. Jetzt gibt es für einen Euro grad mal 95 Yen. Tendenz: wohl eher fallend.

Gut ist, das ich so extrem günstig Buecher, DVDs und Games in Deutschland einkaufen kann. Die 14 Euro Versand, die Amazon bis nach Japan berechnet, hat man locker wieder raus. Nicht nur wegen dem günstigen Wechselkurs, sondern weil Amazon.de die deutsche Mehrwertsteuer direkt abzieht. Das sind schon mal 14%.

Auch gut ist, das meine Firma zur Zeit sehr günstig in Deutschland einkaufen kann. Im letzten Jahr sind etliche Fabriken durch den Tsunami zerstört worden. Die Japaner wollen jetzt natürlich ihre deutschen Maschinen ersetzt haben. Des einen Leid ist des anderen Freud......

Schlecht ist, das ich mir nun extreme Sorgen um meine Rente mache. Nein, natürlich nicht nur wegen dem schlechten Wechselkurs, aber die sowieso schon unsichere Rente wird so nochmal um einen grossen Faktor unsicherer. Warum? Klar, Deutschland und Japan haben ein staatliches Rentenabkommen. Ich will hier jetzt nicht alle Fälle erläutern, aber für mich gilt: Ja, Japan akzeptiert meine bisher in Deutschland vorgenommenen Einzahlungen in das staatliche Rentensystem. Aber, und da kommt der Haken, nur die Einzahlungszeit. Sprich: Meine über 20 Jahre Einzahlungen in die deutsche Rentenkasse werden von Japan für die Berechnung der Mindesteinzahlungszeit in die Rentenkasse hinzugezogen. Anders kann ich ja auch sonst nicht an die in Japan erforderlichen 40 Versicherungsjahre (Deutschland: 35 Jahre) kommen.


Coolio's Zukunft?

Soweit kein Problem. Aber: Es gibt keine „Gesamtrente“ die später aus der japanischen Rentenkasse bezahlt wird. Die in den beiden Ländern erfüllten Versicherungsjahre werden zwar zusammengerechnet, aber nicht zusammen ausgezahlt. Bleibt der Eurokurs dauerhaft auf diesem niedrigen Niveau, bzw. fällt noch weiter, geht beim überweisen der deutschen Rente auf das japanische Konto und die natürlich damit verbundene Umrechnung in Yen, einiges an Kaufwert verloren.

Bleibt nur die Flucht nach Deutschland? Nope, da ja dann meine japanischen Rente durch den (angenommenen) miesen Wechselkurs auch drastisch an Wert verliert. Aargh, Teufelskreis! Da bleibt wohl nur die Flucht nach vorn und ich muss eines der reichen Singlegals, von denen es in Tokyo jede Menge gibt, an Land ziehen. Sozusagen als lebende Altersvorsorge.....

Sorry, heute mal kein Halli-Galli, aber dieses Thema wird so einige Deutsche in Japan betreffen, bzw. sollte euch bewusst sein, was evtl. bei der Planung eines Lebens in Japan so auf euch zu kommt. 

Wer sich etwas detaillierter ueber das Thema informieren will:

Nach der Werbung......

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Ab heute gibts bei Samurai Biker keine Werbung mehr.

Google hat mich wegen einem älteren Eintrag (http://samurai-biker.blogspot.jp/2011/12/ey-japan-was-geht-teil-8-j-porn.html) angemahnt. Naja, ist nicht das erste Mal. Nur diesmal wird sich am Text selbst nichts ändern, sondern ich blocke einfach alle Anzeigen. Basta. Auf die paar Kröten kommt es nun wirklich nicht an. Haben doch heute eh die meisten User einen Werbeblocker eingeschaltet.

Bye bye, Adsense.......

Schlaflos in Tokyo (Update)

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Gestern Nacht, 23.47 Uhr, in meiner Bude, alle Fenster auf, Klimaanlage aus.

Wenigstens gab es vorher noch gut was zu essen:

1. Name vergessen (Alkohol....). Sowas aehnliches wie Edamame, nur groesser.

2. Gyosa


3. Lecker Ramen!

Schlaflos in Tokyo......

26


23:46 Uhr: Der letzte Schluck Bier geht runter wie ein Glas voller glühender Heftzwecken. Ich kann kaum noch die Augen offen halten. TV aus. Lief eh den ganzen Abend nur Blödsinn. Hintergrundrauschen. Das Netbook bleibt an. Ist mein Arbeitstier. Schließlich muss ich vor der der Wirksamkeit des neuen „Internetpiraterie“-Gesetzes im Oktober noch so viele Filme wie möglich aus dem Netz ziehen.

0:02 Uhr: Die blauen Leuchtdioden im Netbook stören mich. Ich sehe sie durch meine geschlossenen Lider blinken. Aufstehen, im Schrank versenken, wieder hinlegen. Geh ich nochmal auf’s Klo? Nope, ich war eben. Das reicht bis zum Morgen.

0:13 Uhr: Ich muss pinkeln. Im Dunkeln stolpere ich über das Kabel vom Netbook und stoße mit dem Kopf an die Dachschräge. Verdammte Hundehütte! Jetzt, wo es ganz ruhig im Haus ist, macht die Kloabsaugung Lärm wie eine startende Concorde. Meine Augen brennen. Das kommt von der verdammten Klimaanlage.

0:25 Uhr: Die doofe Olle unter mir hustet sich die Lunge aus dem Leib. Danke! Ich war grad weggedämmert! Naja, immer noch besser als ihr Gestöhne, wenn ihr Loverboy ihr mal wieder 2 Minuten Freude bereitet. Danach pennt er dann meistens ein und schnarcht wie ein Brüllaffe mit Bronchitis.

0:.40 Uhr: Ich wache wieder auf. Einfach so. Mein Mund ist so trocken, als ob ich grad von einer Wüstenwanderung zurueckkomme. Verdammte Klimaanlage! Der eiskalte Apfelsaft wird mir wieder auf den Magen schlagen, aber trotzdem leere ich das Tetrapack in einem Zug. Ah, das tat gut! Zurück auf den Futon.

1:07 Uhr: Ich muss pinkeln. Wtf?? Wieder stolpere ich über das Kabel, aber diesmal ramme ich mir den Zehennagel am Türrahmen ein. Wo ist die versteckte Kamera? Mit pochendem Zeh lege ich mich wieder hin. Ich bin hellwach und saumüde zugleich. Na gut, lese ich halt noch ein bisschen. „Der Schwarm“. Nach geschätzten 10 Sekunden penne ich ein.

1:18 Uhr: Ich wache auf. Es dauert ein paar Augenblicke, bis ich merke das „Der Schwarm“ auf meinem Gesicht liegt. Der Lichtpunkt der Leselampe brennt sich in meine Augen. Sieht aus wie ein Weihnachtsbaum, wenn man die Augen zu macht. Meine Lider sind bleischwer, meine Augen brennen. Von der verdammten Klimaanlage.

1:33 Uhr: Die Klimaanlage fängt an zu piepen. Oh Jesus! Lass mich doch schlafen! Ich hab dir doch gar nichts getan! Naja, fast nichts. Toll, der Filter ist zu. Wie soll ich den mitten in der Nacht sauberkriegen? Staubsauger? Nee, dann kriege ich morgen wieder nen Anruf vom Hausverwalter. Obwohl ICH es nicht bin, der am Wochenende die ganze Nachbarschaft mit seinen Orgasmusschreien wach hält! Ich bin ganz ruhig. GANZ RUHIG BIN ICH!

1:34 Uhr: Ich mache die Balkontür auf. Ein bisschen frische Luft kann nicht schaden. Mir schlägt eine heiße Brise entgegen. Tokyo im Sommer! Selbst nachts kühlt es sich nicht ab und draußen sinds locker über 30 Grad. Ich nehme einen tiefen Atemzug. So in etwa muss es sich anfühlen, wenn man sich einen heissen Fön ins Maul hält und einen tiefen Lungenzug macht. Ich schüttele den verdammten Filter aus. Eine gute Idee bei Gegenwind......

1:40 Uhr: Ich baue den sauberen Filter ein und ziehe mein dreckiges Nachthemd (Jaja, lacht nur.....) aus. Mit einem Schluck Apfelsaft (Uhm, war im Sonderangebot....) spüle ich den Filterstaub runter. Hinlegen. Decke ..... ach was, eh viel zu warm. Schliesslich war die Klimaanlage ganze 5 Minuten aus und in der Bude sind es gefühlte 40 Grad.

2.38 Uhr: Bsssssssss .............. bsssssssssssss .............. BSSSSSSSSSSSSS!!!!! Ich hasse Mücken! Wer hat die überhaupt erfunden? Warum sind die eigentlich nicht zusammen mit den Dinosauriern ausgestorben? Selber Schuld. Erste Regel: Mach niemals, NIEMALS im Sommer nachts das Fenster auf und schieb den Mückendraht an die Seite! Ja, Mückendraht. Fliegen gibts hier kaum.

2.40 Uhr: Ich stolpere über das Kabel in die Küche und reisse das Gokiburo-Jeto aus dem Regal. Gut! Das ist zwar gegen Kakerlaken, kann aber gegen Mücken nicht falsch sein. Da ist das Schweinevieh! Entsichern, zielen, abziehen! Wie vom Blitz getroffen erstarrt die Mücke. Ein schöner, schneller Tod. Leider sass sie auf meiner Stereoanlage und das Spray frisst sich in das teure Display. Na toll. Egal. Hauptsache schlafen.

7.00 Uhr: Der Wecker klingelt. Es kommt mir so vor, als hätte ich nur ein paar Minuten geschlafen. Hm, pinkeln muss ich nicht. Kein Wunder. Ein Blick in den Spiegel: Aus roten, blutunterlaufenen Augen blickt mich ein Fremder an. „Ich weiss nicht wer du bist, aber ich rasier dich mal.“ Einen dreifachen Espresso und ein paar Backpfeifen später bin ich bereit für den Tag und öffne die Tür: Donnerstagmorgen, 8.25 Uhr. 34 Grad, die Sonne knallt mir erbarmungslos ins Gesicht. Ich fühle, wie mir der Schweiss zwischen die Arschbacken läuft. Ein kleiner Schritt fuer die Menschheit, ein grosser Schritt für mich. Ich stolpere aus meinem Apato. Ein neuer Tag beginnt. Yokoso Japan.

My home is my ......... Müllkippe!

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Oh du lieber Jesus! Jetzt ist es soweit! Ich bin ein für alle mal verloren!

Gestern bin ich aus meiner Bude raus, in Richtung Konbini (Kombini?Conbini?). Bier kaufen. Klar, ganz normale Sache: Auf Socken zur Eingangstür, kurz mit Nachdruck in die Schuhe geschlüpft und raus auf die Strasse. Aber jetzt kommt DAS Ding! Ich hatte gemerkt, das ich meinen Geldbeutel auf dem Wohnzimmertisch (Wohnzimmer? Ich hab doch nur 1 Zimmer....) liegen gelassen habe. Also nix wie die Treppe rauf, Tür auf und rein in die Bude. Mit Schuhen. Ist ja nur für ne' halbe Minute. Und jetzt kommts: Als ich wieder raus war, kam mir als erstes in den Sinn: "Hm, Mist! Jetzt hab ich bestimmt Dreck auf dem Teppich. Gleich mal saugen, wenn ich nach Haus komme."

                                                   WTF????

So weit haben sie mich jetzt schon, die verdammten Japaner! Ich schäme mich praktisch, das ich mit Schuhen in meine Bude gestürmt bin! Bitte Gott, erschiess mich! Ich mein, ist ja nicht so, das meine Schuhe irgendwie dreckig waren. Nein! Auf der verdammten Gitterdrahttreppe hoch zu meinem Apato wird automatisch jeder Dreck abgesondert. Nicht das jemals auch nur ein Krümmel dran wäre. Ich mein, wir sind hier in Japan, nicht in Bulgarien! Hier sind die Strassen geteert und sauber!

Klare Sache, man zieht die Schuhe aus, um nicht den ganzen Strassenstaub in die Bude zu tragen. Macht Sinn. Aber wenn ich da so an die meisten Apatos (besonders von Single-J-Gals) denke, glaube ich ja eher, das man die Schuhe am Eingang auszieht, damit der Dreck aus der Bude nicht auf die Strasse gelangt! Ja! Ehrlich! Eine ganz normale Singlebutze sieht meistens so aus:

Ach was! Wer aufräumt, ist nur zu faul zum suchen!


Hm, wenn ich so drüber nachdenke, macht es dann auch Sinn, das es an jeder Ecke ein Bumshotel gibt. Wer will schon seinen Geliebten, Fuckbuddy, One Night Stand, im Suff aufgesammelten, oder sonstwas, in so eine Bude mitnehmen? Und jetzt macht es auch Sinn, das einen so viele J-Gals nicht in ihre Bude lassen wollen. In einem der seltenen Fälle, wo ich doch mal in so ein J-Gal-Apato durfte, habe ich, als ich ein Sofakissen zurechtrücken wollte, 3! Vibratoren unter dem Sofa gefunden! Ich mein, einer ist ja ok, aber was macht man denn mit dreien und dann wohl auch noch gleichzeitig? Halt! Nicht drüber nachdenken, Coolio!

In einer anderen Bude waren die Mangahefte bis unter die Decke gestapelt und nur noch enge Gänge zur Toilette und zum Bett offen. Und selbst die waren zugemüllt. Wieder eine andere hatte 9! Meerschweinchen in ihrer kleinen Bude. Ohne Käfig! Und von durchlüften hielt sie nicht viel. Mir tränen heute noch die Augen. Heiliger Batman!

Die meisten Tussen kommen dann mit Ausreden wie: "Mein Oyabun (Besitzer) erlaubt keine Besucher." Oder: "Bei mir Zuhause sind die Wände so dünn." Oder: Mein Bruder/Schwester/Vater/Onkel/ Tante ist grad bei mir zu Besuch (und lässt sie allein um die Häuser ziehen...)." Mein Favorit: "Ich habe einen Hund/Katze/Känguru/Braunbär/Krokodil/Shetlandpony als Haustier. Der/die/das mag dich vielleicht nicht."

Was auch immer, glaubt es lieber. Dann bleibt euch in den meisten Fällen ein Schock erspart, falls sie stockbesoffen und geil wie Nachbar's Lumpi, doch ihre Grundsätze vergisst und dich zum Besamen mit in ihr Domizil nimmt. Pfui Deibel!