Frohes neues Jahr,
Oder wie die Japaner sagen: Akemashite omedetou gozaimasu! Ich hoffe ihr konntet alle ordentlich einen abfeiern auf Sylvester, weil ich konnte es nicht. Party, Saufen bis zum Morgen, laute Musik? Nix da! In Japan ist Neujahr absolute Stille angesagt, von den typischen Auslaenderkneipen mal abgesehen. Ganz Japan hockt am 31. Dezember vor dem Fernseher und schaut sich auf NHK eine hirnrissige „Countdown-Show“ an. Egal, ich hab mir mit meiner Frau trotzdem ein paar Bier und ein paar Glaeser Wein genehmigt, so das wir (typisch deutsch eben) am 1. Januar mit einem ordentlichen Schaedel aufgewacht sind und uns sofort auf dem Weg zum naechsten Schrein gemacht haben um zu beten. Hier ein paar Impressionen: 
Eingang zum Sugawara-Schrein in Setagaya-Ku
Hauptgebaeude/Setagaya-Schrein. Dort wird Geld gespendet und dann gebetet, bzw. Wuensche geaeussert.
Vorm Beten muss man sich Haende und Gesicht reinigen
Souvenirverkauf und Feuerstelle. Den Qualm soll man sich auf kranke Koerperteile wedeln. Nicht selten sieht man Maenner, die sich den Qualm in den Schritt wedeln.......
Am 2. Januar gings dann mal wieder ins deutsche Dorf Tokyo. Darueber habe ich mich schon in einem frueheren Beitrag ausgelassen. Trotz allem Klamauk und schlecht kopiertem deutschen Gehabe immer eine Reise wert, zumal es dort riesige Grasflaechen gibt, auf denen sich die Kinder mal so richtig austoben koennen. Auf dem ca. 70 Km langen Hinweg waren die Autobahnen erstaunlicherweise wie leergefegt. Gute Gelegenheit, mit unserem BB auch mal ueber 80 zu fahren.
Komische Kombination: Nachgebautes Bayern und Bier aus Norddeutschland. Egal, 2.50 Euro die Dose und wohl bekomms.....
Gesehn im German Village Tokyo: Videospiel in dem man Lokfuehrer ist! Mann war das aufregend......schnarch........
Kaum Autos unterwegs. Seltenes Bild auf den Autobahnen rund um Tokyo, besonders auf dem Chuto Ko, Tokyo's Ringautobahn.
Um Weihnachten und Neujahr war ich mal wieder verstaerkt mit dem Bike unterwegs. Was in Deutschland wegen Minusgraden praktisch unmoeglich ist, macht hier bei ca. 10-15 Grad immer noch Spass. Thermohose an und ab auf den Bock. Leider sind kaum japanische Biker unterwegs, mit denen man bei einer Pause ein bisschen quatschen koennte. Auf der Strasse vermisse ich sie nicht so sehr, da man wesentlich gelassener fahren kann, ohne staendig mit allzu bescheuerten Fahrmanoevern rechnen zu muessen. Meine Kawa lief wie eine Naehmaschine. Sorgen machen mir nur einige kleine Anfluege von Rost auf den Spiegelgestaengen oder an einigen Sicherheitssplinten. Wird Zeit das mein Bike in eine richtige Garage kommt.
Sagamiko-Stausee in der Kanagawa-Praefektur.
Meine "Kleine".....
Dank ueppigem Weihnachtsbonus gab es reichlich Unterhaltungs- und andere Elektronik zur Bescherung. Unter anderem gab es:
Playstation 3 mit 160GB Harddisk, Sharp Aquos 32 Zoll HD-TV, Sony Cordless Virtual Surround Kopfhoerer, Nintendo DSi, NEC La Vie Notebook 16 Zoll Widescreen, Sanwa Cordless Laser Mouse, alle 4 Staffeln von “LOST” auf DVD’s, div. PS3- und DS-Spiele und einen Dyson DC22. Endlich ein „maennlicher“ Staubsauger......
Bis dann....
Arbeiten in Japan
Kein einfaches Thema. Strenge Visabestimmungen, ein fuer Auslaender stark eingeschraenkter Arbeitsmarkt und teils recht „eigenartige“ Arbeitsbedingungen lassen so manchen Gaijin (Auslaender) verzweifeln. Am besten gehe ich Punkt fuer Punkt alles ab:
Visa:
Ohne Visa keine Arbeit. Natuerlich gibt es auch in Japan „Illegale“, aber die sehen in der Regel asiatisch aus und kommen aus China, Korea, Thailand, usw. Als „Weisser“ hat man da keine Chance. Der einfachste Weg an ein Visa zu kommen ist natuerlich, eine(n) Einheimische(n) zu heiraten. Dieses „Spouse-Visa“erlaubt einem jegliche Arbeit, muss aber periodisch erneuert werden. Spezielle Arbeitsvisa gibt es auch, aber die Vorraussetzungen sind extrem hoch. Fuer ein Ingenieurvisum reicht nicht einfach das Diplom, man muss auch 10 Jahre Erfahrung in seinem Fachbereich nachweisen. So ahnlich sind auch die Vorraussetzungen fuer die meisten anderen Fachvisa. Hier ein Link: http://www.mofa.go.jp/j_info/visit/visa/index.html
Dann gibt es noch das „Working-Holidayvisum, das es jungen Leuten (18-30) erlaubt, fuer ein Jahr in Japan zu leben und zu arbeiten. Die Anforderungen sind nicht sehr hoch. Normalerweise reicht ein Nachweis ueber ausreichende Geldmittel fuer ein Rueckflugticket und los geht’s. Auch dazu hier ein Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Working_Holiday_Visa_(Japan)
Arbeitsmarkt:
Klar gibt es genug Arbeit. Wer ein Spousevisa hat, kann sofort losglegen mit: Gemuese schaelen, Teller waschen, Deutschunterricht, usw. Eben alles, was die Japaner nicht gern selber machen. Wer nicht als „Expad“ von seiner deutschen Firma nach Japan geschickt wird, hat es schwer auf dem japanischen Arbeitsmarkt. Qualifizierungen sind wertlos, solange man kein Japanisch spricht. Wer glaubt, nur mit Englisch durchzukommen, ist schlichtweg naiv. Es gibt einzelne Gluecksfaelle (mich selbst), aber das ist auf gar keinen Fall die Regel. Es gibt ein extra Arbeitsamt fuer Auslaender (Hello Works for foreigners in Shinjuku), aber die Anforderungen, die dort an qualifizierte Bewerber gestellt werden, sind enorm hoch. Fuer unqualifizierte Leute gibt es genug Stellen (siehe oben), aber die Bezahlung ist mies, z.B.: 900 Yen (ca. 7 Euro) die Stunde fuer Gemueseschaelen in einem sterilen Raum, das heisst: im Ganzkoerperkondom bei 5 Grad den ganzen Tag stehen und Kartoffeln oder sonstiges Zeug schaelen und das min. 8-10 Stunden lang. Kellnern ist auch mies. Die Bezahlung ist immer um die 1000 Yen (ca. 8 Euro) rum und (noch schlimmer!) Trinkgeld gibt es in Japan nicht! Das mag fuer die deutsche Provinz evtl. Genug Geld sein, aber in Tokyo kommt man damit nicht ueber die Runden. Selbst wenn man eine Stelle im Buero einer grossen Firma anfaengt, verdient man als Anfaenger oft unterdurchschnittlich. Ich hatte Glueck und wurde von Anfang an meinem Alter und Familienstand entsprechend bezahlt. Wenn man erstmal 5 Jahre in einer Firma auf dem Buckel hat, sind die Verdienste den deutschen durchaus ebenbuertig, wenn nicht hoeher. Wenn man dann noch die halbjaehrigen Bonuszahlungen (praktisch Urlaubs-und Weihnachtsgeld) mit einberechnet, kommt man auf ein deutlich hoeheres Gehalt als in Deutschland. Dieser Bonus wird nur zu ungefaehr 10% versteuert!
Arbeitszeiten:
Ja, die Geruechte ueber lange Arbeitszeiten und Wochenendarbeit sind zum Teil wahr, zumindest fuer japanische Firmen. Der Sektionschef erwartet, das seine Mitarbeiter nicht eher nach Haus gehen als er. Oder: Im Dunkeln kommen, im Dunkeln gehen. Kaputt machen sich die Japaner dabei aber nicht. Das Arbeitstempo zumindest in den Bueros ist deutlich niedriger als in Deutschland und wird durch die vielen Meetings und die lange Entscheidungskette noch weiter verlangsamt. Dazu kommt, das in japanischen Bueros oft unsystematisch und uneffizient gearbeitet wird. Ich arbeite zwar fuer eine deutsche Firma, aber alle meine Kollegen sind Japaner. Das deutsche Management achtet sehr auf unsere Arbeitszeiten und haelt uns an, nicht zu lang im Buero zu bleiben. Was sie in Deutschland nicht zweimal sagen braeuchten, ist hier in Japan schwer durchzusetzen. Oft bleiben meine Kollegen bis 8-9 Uhr abends im Buero, auch wenn eigentlich nichts wichtiges zu tun bleibt. Mittlerweile habe ich mich daran gewoehnt, aber anfangs war es doch schwer fuer mich, mit der in japanischen Bueros typischen Entscheidungskette zurechtzufinden, das heisst: In Deutschland kann ich als Ingenieur praktisch alles, was meinen Aufgabenbereich betrifft, selbststaendig entscheiden, in Japan muss ich praktisch alles von meinem Vorgesetzten absegnen lassen, was oft nicht ohne endlose Meetings und viel Bla Bla abgeht.
Bezahlten Urlaub gibt es, aber weniger als in Deutschland. Ich z.B. habe 20 Tage, was aber schon ueberdurchschnittlich ist. Normalerweise bekommt man in den ersten 3 Jahren 10 Tage Urlaub, danach steigt die Zahl der Tage mit der Zeit auf bis zu 25-30 Tage im Jahr. Ich sehe da kein Problem, weil Japan deutlich mehr Feiertage hat als Deutschland und diese oft arbeitnhmerguenstig auf einen Montag oder Freitag fallen.
Zusammenarbeit mit Japanern:
In meiner Firma sind fast alle Japaner den Umgang mit „Westlern“ gewohnt, das heisst: Oft laute Aussprache, direktes Ansprechen von Problemen, schnelles und eindeutiges Ja und Nein, persoenliche Ansprache, usw. Anfangs habe ich oefters in Fettnaeppfchen getreten, besonders mit einem schnellen und klaren Nein in den verschiedensten Situationen. Japaner kennen kein eindeutiges Nein, sie benutzen eher eine Art „Jain“. Das fuehrte anfangs auch zu Problemen mit meiner japanischen Ehefrau.
Ansonsten ist es doch ueberall das gleiche: Jeder versucht so gut wie moeglich ueber die Runden zu kommen und nach der Arbeit ein bisschen Spass zu haben. Dieser „Spass“ besteht bei meinen japanischen Kollegen darin, sich fast taeglich nach der Arbeit in einem Izakaya (Kneipe) oder einer Bar bis zum Blackout volllaufen zu lasssen. Bei diesen Trinkgelagen legen die Japaner ihre anfaengliche Zurueckhaltung komplett ab und es wird laut und lustig gefeiert. Wenn ich als Gaijin zusammen mit meinen japanischen Kollegen rausgehe, treffe ich oft die irrsten Typen oder erlebe unglaubliche Situationen in total schraegen Bars. Egal was auch passiert, am anderen Tag in der Firma wird nicht darueber gesprochen, oder zumindest nur unter vorgehaltener Hand......
Vorsicht ist geboten im Umgang mit japanischen Kunden. Bei uns in Deutschland heisst es: „Der Kunde ist Koenig“, obwohl das ja in den seltensten Faellen stimmt. In Japan heisst es: „Der Kunde ist Gott“ und das kann man durchaus woertlich nehmen. Da meine Kunden ausschliesslich Japaner sind, musste ich mich tierisch umgewoehnen und auch oft zurueckhalten. Egal wie bescheuert die Wuensche des Kunden auch sind, sie werden erfuellt und der Kunde hat grundsaetzlich Recht, auch wenn er eindeutig falsch liegt.
Bis dann......
Tokyo, Shibuya, Freitag Morgen, 8.30, 15 Grad, windig, die Frisur sitzt…….
Wie Teer ergiesst sich die schwarze Masse von „Salary men“ in die ohnehin schon ueberfuellten Bahnhoefe. Jeder hat es eilig, ueberall wird gerempelt. Und mittendrin ein Wesen im hellen Anzug. Oh Gott (Buddha), ein Alien! Kein Wunder das man uns Auslaender „Gaijin“ (woertlich uebersetzt: Aussenstehender) nennt. Langsam bahne ich mir einen Weg durch die Massen. Ein paar ganz Mutige gehen mir nicht aus dem Weg. Selber Schuld. Ich habe den +20 Vorteil, 20 Kilo und 20 cm mehr. Oft habe ich das Gefuehl, das es Typen gibt die speziell Auslaender anrempeln. Warum? Keine Ahnung! Ich habe selber einmal erlebt, das ein Typ am Gate (Ausgang) des Bahnhofs rumgelungert hat und als er mich sah, direkt in meinen Weg lief um mich anzurempeln. Kein Problem (+20 Vorteil...), aber als ich schon fast durch Gate war, wollte der Typ mich in KungFu-Manier treten. Zu seinem Nachteil war ich schneller und hab sein Bein weggestossen, so das es unsanft auf das Metallgehaeuse des Gates knallte. Ohne mich weiter um die Sache zu kuemmern, verliess ich den Bahnhof und verschwand in der Menge. Das war aber auch die einzige unangenehme Begegnung dieser speziellen Art, die ich hier in Japan hatte.
Apropos Frisur: Am Wochenende war ich mal wieder beim Friseur. Diesen (meiner Meinung nach) guten Friseursalon zu finden, war garnicht so einfach. Die ersten paar Male habe ich verschiedene Friseure in Tokyo ausprobiert, sah aber danach jedesmal so aus, als ob ich einen Stromschlag bekommen haette. Diese „Naruto“-Frisur hatte zwar den Vorteil, das sie durch den Einsatz von mindestens einer Dose Haarlack und Mengen von Wachs absolut wasser- und windfest war, die Qualitaet des Schnittes selber liess aber stark zu wuenschen uebrig. Nun, bei „Prisna“, meinem jetzigen Salon, wird gut geschnitten und ich bekomme jedesmal eine Japanischstunde vom feinsten, weil meine Friseuse absolut kein Englisch versteht. Nebenher bekommt man noch eine Kopf-und Rueckenmassage und das alles zum Preis von ca. 30 Euro. Teuer? Willkommen in Tokyo!
Meine Kawa habe ich nicht fuer den Winter eingemottet. Nur die Batterie habe ich ins Haus geholt und an ein Ladungserhaltungsgeraet angeschlossen. Im Augenblick suche ich eine Sattlerei, die mir Gel-Pads in die Sitzbank einarbeitet. Das Teil ist viel zu duenn, um mit Schaumstoff wirkungsvoll gepolstert zu sein. Ein neues ETC (El. Mauterfassung) muss auch her, das alte macht immer oefters Mucken. Fuer naechstes Jahr habe ich eine Tour quer durch Japan geplant.
Langsam geht das Jahr zu Ende und Weihnachtseinkaeufe stehen an. Tokyo hat sich schon vor einigen Wochen in ein Weihnachts-Lichtermeer verwandelt. Trotzdem kommt bei mir keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Ich werde mir dieses Jahr wohl eine Playstation 3 wuenschen. Da wir jetzt einen HD-Fernseher haben, lohnt sich das Teil endlich richtig. Ich hab keine Ahnung, ob ich auch deutsche Spiele auf der jap. PS3 zocken kann, habe aber zum Ausprobieren ein deutsches Spiel vom Grabbeltisch. Final Fantasy, ich komme!!!
Bis bald!
Vor dem, Ueberqueren der Strasse erst nach links schauen, dann nach rechts. Was in Europa hervoragend klappt (ausser auf „Monkey Island“....), hat hier in Japan schon so manchen Gaijin (Auslaender) mindestens ins Krankenhaus gebracht. Ich hab mich dran gewoehnt. Gefaehrlich wird es jetzt, wenn ich auf Geschaeftsreise in Europa bin....
Langsam wird es auch hier kaelter, tagsueber sind 20 Grad aber immer noch locker drin. Egal, es ist offiziell Herbst, also werden die dicken Klamotten rausgeholt und auch getragen. Mottenkugeln sind wohl noch sehr beliebt in Japan, weil der Geruch von Naphtalin jetzt besonders in den Zuegen extrem stoerend auffaellt. Auf die Idee, die Sachen erstmal zu waschen, bevor man total ueberfuellte Zuege ohne wirkungsvolle Lueftung betritt und damit saemtlichen Mitfahrern die Traenen in die Augen treibt, kommt kaum jemand.
Laestig sind auch die Typen, die im vollgerammelten Zug erstmal ihren Apple Ipod aus der Tasche wuehlen muessen, nur um etwas lauter zu stellen, oder ein anderes Lied zu hoeren und dabei saemtliche Nachbarn im Zug anrempeln. Was fuer eine beschissene Fehlentwicklung ist ein MP3-Player, den man staendig aus der Tasche kramen muss? Mein Sony Walkman kann das besser: Wohldefinierte Tasten lassen sich auch durch den Hosen- oder Hemdstoff erfuehlen und betaetigen. Noch eigenartiger finde ich aber, das die meisten Apple-Hoerer zwar Unmengen Kohle fuer ihren Player ausgeben, sich aber mit der elenden Qualitaet der original Apple-Ohrhoerer zufrieden geben. Ehrlich: Die 3 Euro-Notohrhoerer aus der Tankstelle hoeren sich besser an.
Genug gemeckert! Wie ihr sicher schon bemerkt habt, sind Zug oder U-Bahn immer ein Thema fuer mich. Kein Wunder, verbringt man doch hier in Tokyo einen Grossteil seiner kostbaren Zeit damit, von einem Stadtteil in den anderen zu pendeln. Vernuenftig klappt das nur mit Zug und U-Bahn. Auch auf laengeren Geschaeftsreisen innerhalb Japans bevorzugen viele Geschaeftsleute den Shinkansen, weil man sich das laestige Ein- und Auschecken ins Flugzeug sparen kann. Noch dazu findet man in den meisten Shinkansen immer noch zumindest Raucherraeume. Laestige Anfahrten vom Flughafen in die Stadt fallen auch weg.
Im Gegensatz zum deutschen ICE ist der Shinkansen immer puenktlich. Pannen sind extrem selten. Abundzu wirft sich mal einer vor den Zug, aber meistens benutzen diese armen Irren die innerstaedtischen Expressbahnen, ganz einfach weil sie leichter zu erreichen sind. Die Chuo-Linie faellt immer wieder mit Verzoegerungen durch Selbstmoerder auf.
Bis demnaechst........
Guten Morgen!
Es wird Zeit, mal etwas ueber das japanische Fernsehprogramm zu schreiben. Wer immer dachte, das deutsche Programm waere schlecht, wird nach ein paar Tagen TV in Japan sehen, das immer eine gewaltige Steigerung moeglich ist. Wer tagsueber durch die Kanaele zappt, sieht auf mindestens 8 der 12 „normalen“ Kanaele gebratene, gekochte, rohe, oder sonstwie verarbeitete Speisen in Nahaufnahme, oder Typen die sich das Zeug reinschaufeln als haetten sie 3 Wochen nichts zu essen bekommen, natuerlich nicht ohne das obligatorische „Umai“ (Lecker!) dabei rauszuposaunen.
Debuya, eine der besseren "Fress-Shows" im japanischen TV
Zappt man abends zur PrimeTime durch, sieht man immer noch auf der Haelfte der Kanaele Fress-TV, auf der anderen Haelfte sieht man Spielshows in den unglaublichsten Varianten. Wer sich dafuer interessiert: Auf My Tube gibt’s genug von dem Zeug. Internationale Spielfilme? Hoechstens 2-3 in der Woche! Und die sind dann gekuerzt bis zum „Gehtnichtmehr“. Trotzdem uebertreffen diese Filme locker die Originallaenge, weil alle 3 Minuten Werbung laeuft. Wobei diese Werbung zum absolut daemlichsten gehoert, das ich je gesehen habe. Meistens wird gesungen. Meistens irgendein alberner Song, gesungen mit Kieksstimme. Sogar Autos oder Damenbinden werden so beworben. Gut ist, das man z.B. Koyuki (die suesse Taka aus „Last Samurai“) oft in Panasonic-Werbespots zu sehen bekommt.Spaeter wird‘s dann Zeit fur‘s Dorama (Drama), so eine Art GZSZ oder Lindenstrasse auf Japanisch, nur noch schlimmer (ja doch, das geht!). Am schlimmsten sind dabei die (sued)koreanischen Dorama, bei denen der Schmalz nur so aus dem Fernseher fliesst. Blondgefaerbte Typen mit superweissen Zaehnen verfangen sich in minutenlangen Dialogen. Von den Klamotten, die sie dabei tragen, will ich erst garnicht anfangen, sonst rege ich mich nur wieder auf. Dazu gibt es nur eins zu sagen: Alfred Biolek oder Hape Kerkeling wuerden diese Typen gefallen......
Am schlimmsten ist eine Musikshow, deren Moderator so um die 70 Jahre alt ist, aber die neusten J-Popsongs und die dazugehoerigen Interpreten praesentiert. Der merkt garnicht, das sich seine Gaeste nur allzuoft ueber ihn lustig machen. Der Altersdurchschnitt besonders von maennlichen Moderatoren ist in Japan erschreckend hoch. Da wackeln schlechtsitzende Peruecken, blinken superweisse Porzellanzaehne, gepaart mit Klamotten, die selbst Dirk Bach zu peinlich waeren.
Wenigstens bekommen diese TV-Opas meistens eine huebsche, junge Dame an die Seite gesetzt, die nach jedem seiner Worte freundlich nicken darf und ab und zu auch mal einen Satz sprechen darf.
Aufgepasst! Bisher war nur von den „normalen“ Kanaelen die Rede. Wer mehr sehen will (meistens den selben Scheiss), braucht Kabel-TV. Dann gibt es auch noch Pay-TV (deutlich billiger als in Deutschland) mit relativ aktuellen, meistens amerikanischen Spielfilmen, die hier in Japan GottseiDank nur selten synchronisiert werden. Wer einmal Rambo auf Japanisch gesehen hat, weiss was ich meine. Dazu gibt es haufenweise Dokus auf „National Geographic“, so z.B. das von mir heissgeliebte „American Chopper“, das wohl auch in Deutschland jeder kennt und „3 Sheets“, in dem sich ein Reporter in den verschiedensten Laendern mit exotischen oertlichen Alkoholika volllaufen laesst.
Es gibt ein paar gute Shows im „oeffentlich-rechtlichen“ TV, wie z.B. Bakademia (Idiotenakademie), in der verrueckte Homevideos gezeigt werden, Tokyo Friend Park, eine nette Spielshow, die japanische Version von Versteckte Kamera, viel verrueckter als jede europaeische Version (siehe You Tube...), Before & After, die japanische Version von „Do it Yourself – S.O.S.“ und mehrere Sportshows, bei denen die Kandidaten wahnwitzige Parcours durchlaufen.
Obwohl fast nur Mist im TV laeuft, sind immer mehr japanische Haushalte technisch hervorragend bestueckt: Riesen-Flatscreen, Harddisk-BluRay-Recorder und Dolby Surround sieht man fast ueberall. Ich habe letzte Tage auch „nachgeruestet“ und einen Harddisk-BluRay-Recorder von Mitsubishi gekauft.

Der untere ist meiner! Gibts leider nicht in Deutschland........
Damit ihr nicht allzu neidisch werdet, sage ich euch nicht was das Teil hier gekostet hat......
Bis die Tage!






