Ich bin ein Gaijin! Holt mich hier raus!

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Und während ganz Deutschland noch der Show nachtrauert, ist sie für mich als Gaijin hier in Tokyo grausame Realität. Jeden verdammten Tag muss ich für 10 Stunden mit schleimigen, fürchterlich aus dem Maul stinkenden Salarimen in einem Glaskasten verbringen. Und knapp 2 Stunden davon, rollt dieser Kasten auch noch im Zentimeterabstand an von Erdbeben geschwächten Wänden entlang. Meine ganz persönliche Dschungelprüfung. Jeden Tag. Und ich krieg keine Sterne dafür. Mir wird nur schlecht.

Neulich beim Abendessen fragte ich meinen Kollegen: “Was zur Hölle ist das denn??“ „Fischeingeweide. Lecker, was?“ „Urks! Und was war das davor?“ „Ganze frittierte Babyspatzen. Schön knusprig, oder?.“ „Doppelurks! Und was gibt es als nächstes? Schlange??“ „Quatsch, sowas essen wir hier nicht! Es gibt rohe Fischeier auf Krebshirn.“ Während ich im hohen Bogen aus dem Fenster kotze, beschleicht mich der dringende Verdacht, das ich das Fenster vorher hätte öffnen sollen.

Gut, die Frauen hier sind nicht ganz so gut bestückt wie die C-Schlampen aus dem Originaldschungel, zumindest obenrum, aber in Sachen Doofheit stehen sie dem Original in nichts nach. Oh, ich bitte vielmals um Entschuldigung. Ich meinte natürlich Naivität......

Auch hier wird man als Aussenseiter aus der Gruppe gewählt. Nein, eigentlich wird man gar nicht erst hineingewählt. Eine Weile mitspielen darf der Gaijin aber trotzdem, damit er der ganzen Welt mitteilen kann, wie toll es hier ist. Und so.


GsD (Für Leser die noch nicht so lange dabei sind: Gott sei Dank!) gibt es auch im wahren Leben Werbeunterbrechungen. So wie diese hier. Heute Morgen im Zug:



Coco ist eine der vielen „English Conversation Schools“ (Eikaiwa) in Japan. Erst 2012 gegründet, macht sie vor allem mit „ungewöhnlichen“ Werbespots und Postern auf sich aufmerksam. So wie diesem hier, in dem suggeriert wird, das man sich mit Englisch viel besser gegen die Konkurrenz durchsetzen kann, wenn man es als J-Dude auf ein Gaijinweibchen abgesehen hat. Durchaus richtig. Besonders wenn man, wie der Typ auf dem Poster, ein leicht tuntiger Ölkopp in einem komplett weißen Outfit ist. Wetten das er auch noch spitze, weiße Plateauschuhe trägt?

Nun ja. Ich hab herzlich gelacht. Und mir sofort den Zorn einiger meiner Waggonmitfahrer eingefangen. Schwupp! Schon bist du rausgewählt.......  



Just another day in paradise.......

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Mein Träume sind oft so realistisch, das, wenn ich aus diesen aufwache, erstmal eine Zeit brauche um mich zu orientieren. Oft frage ich mich angesichts des abgedrehten Daseins in Tokyo, was jetzt eigentlich der Traum ist. An solchen Tagen schaue ich dann total verpennt in den Spiegel und kann direkt sehen, wie ich mal mit 80 aussehe. An solchen Tagen bleibt man dann besser zu Haus. Aber es nützt ja nichts, es muss gerudert werden, damit die Galeere vorwärts kommt.

Also schäle ich mich missmutig aus meinem Futon. Und stehe in meiner eiskalten Bude. Da segensreiche Erfindungen wie Isolierung hier in Japan einfach wegignoriert werden, ist es innen kaum wärmer als draussen. Aber da ich ja morgens grundlegend gutgelaunt bin, besonders nachdem ich unter der Woche keinen Alkohol mehr trinke, starte ich jetzt voll durch und sprühe mir statt Deo erstmal eine Ladung Haarspray unter die Arme. Anmerk. a. d. Red.: Morgens nach dem Aufstehen DIREKT die Brille aufsetzen. Hm, klebt und brennt ein bisschen, aber riecht eigentlich auch nicht schlecht. Aber ich bin ja gut gelaunt. GUT GELAUNT BIN ICH!

Ja, ihr habt richtig gelesen: Ich trinke in der Woche keinen Alkohol mehr. Ich versuche es. So gut wie möglich. Ehrlich. Ohne genug Alkohol in Tokyo (und vor allem MIT Tokyo....) leben und arbeiten, geht das gut? Nein. Eigentlich könnte ich mich auch gleich mit rot lackiertem Arsch in einen Käfig voller Kampfstiere sperren lassen. Obwohl ich mal gelesen habe, das die gar nicht auf die rote Farbe reagieren, sondern auf das Flattern des Tuches. Nun, ich bin mir sicher, das bei mir auch genug rumflattern würde, wenn erstmal so ein Viech hinter mir her galoppiert.

Um es mit einfacheren Worten auszudrücken: Ich bin leicht reizbar, wenn ich vollkommen ohne meinen Weltverbessertrank unterwegs bin. Ach komm, mit Musik geht alles besser. Gut das mir genau in dem Augenblick mein heissgeliebter Cowon X7 aus der Hand rutscht und auf den Boden fällt. Diesmal war wohl das eine mal zuviel. Tot. Nix geht mehr. Also gehts ohne Musik in den Zug. ABER ICH BIN JA GUTGELAUNT.

Die Türen des Waggons öffnen sich, mir beschlägt die Brille. Kein Wunder. Draussen sind grad mal 5 Grad, im Waggon so um die 25. Ich will grad einsteigen, da haut mich eine Wolke menschlicher Ausdünstungen bald aus den Socken. Sweet Jesus, was hat der bloss gegessen? Ja der! Japanische Frauen furzen nicht im Zug. Oder? ODER?


Aber sowas von...........


Na gut, geh ich halt in den nächsten und rempele mich durch die Menge. Nur um dann im nächsten Waggon festzustellen, das hier die Quelle des Gestanks ist. Das kann kein normaler Furz sein! Tippe mal schwer auf „Land mitgekommen“. Höchstwahrscheinlich in flüssiger Form. Gut, box ich mich halt durch in den nächsten Waggon. Aah, frische Luft. Naja, was man halt hier in Tokyo so als frische Luft bezeichnen kann. Hm, komisch. Warum glotzen die mich denn alle so an? He, ich hab den nicht sausen lassen. Ehrlich! Halt warte, das sind ja alles Frauen! Na toll, im „Anti-Rumfummel-Frauenwaggon“ gelandet. Ach kommt Mädels, als ob ich an euch rumfummeln würde. Meine üblichen Ziele fahren nicht zur Arbeit, sondern liegen jetzt wahrscheinlich mit einem ihrer anderen Fuckbuddies im ehelichen Bett und haben ausserehelichen Verkehr, während sich der gehörnte Ehemann auf dem Weg zur Arbeit ein paar Schulmädchenmangas reinpfeift und so sein eigenes trauriges Sexsoll erfüllt.

Nein, hier bleibe ich jetzt stehen. Selber schuld. Und schon weiss ich wieder, warum ich sonst niemals ohne Ohrhörer voller Musik in die Bahn steige. Und habe ich schon erwähnt das ich im Frauenwaggon stehe? Ruhig bleiben coolio, immerhin sind es keine Kampfstiere.......



Wird fortgesetzt......... Vielleicht........ 

2014....

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Ein frohes neues Jahr euch allen!

Auch ohne Kalender merke ich immer sofort, wenn in Tokyo ein neues Jahr angefangen hat. An den ersten Tagen des neuen Jahres sprinten nämlich viele Salarimen mit neuen Schuhen ins Büro. Die müssen dann mindestens bis zum nächsten Bonus halten und werden frühestens dann weggeworfen, wenn die Absätze so schräg abgelaufen sind, das die Kollegen auch ohne Alkohol ganz ordentliche Schräglage haben.

Ich habe es doch tatsächlich noch geschafft, in 2013 ganze 53 Einträge rauszuhauen. Obwohl ich den „Betrieb“ hier eigentlich stark einschränken wollte. Nun, auch für dieses Jahr gehe ich davon aus, das ich nicht regelmäßig schreiben werde. Ich habe einfach zu viele andere Sachen um die Ohren. Privat und beruflich. Lassen wir uns überraschen.

Vielleicht kommen ja auch endlich mal die versprochenen Gastbeiträge, um hier ein bisschen Farbe reinzubringen. Also, haut rein!

Ansonsten sieht meine Planung für 2014 in etwa so aus: Weniger Alkohol, mehr Sport, mehr gesundes Essen, mehr (privat) reisen, meine Freizeit ein bisschen aktiver gestalten. Vielleicht klappts ja dieses Jahr auch wieder mit der Liebe. Der Frühling kommt und ein paar übriggebliebene Damen deuten durchaus Interesse an. Naja, mal sehen.  


Gehabt euch wohl.......

Every day the same old bullshit......

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Ich habe die Wahl zwischen 2 Umsteigestationen. Shibuya oder Shinjuku. Nun, Shinjuku gehört zu den verkehrsreichsten Bahnhöfen der Welt und in der Stoßzeit morgens so um 9 Uhr rum, verlassen ca. 500 Leute in der Sekunde die zahlreichen Plattformen und strömen durch die Katakomben. Also, bevor ich in Shinjuku umsteige, rasiere ich mir lieber mit der linken Hand, mit verbundenen Augen und einem stumpfen Einwegrasierer den Sack. Ohne Rasierschaum. Bleibt also nur Shibuya. Aber in Shibuya das kleinere Übel zu sehen, ist so als ob man zwischen vorzeitiger Ejakulation oder Blähungen mit Ausfluss wählen darf. Jeder Morgen ist eine echte Herausforderung und gehört wohl in die Top 3 der Dinge, die mir hier am übelsten aufstoßen.

Der Gang durch die Katakomben bedarf eines gewissen Systems. Zumindest für mich. Viele Japaner, besonders Männer, nehmen es für gottgegeben, das sie orientierungslos und jedwede vorgegebene Laufrichtung ignorierend, vollkommen losgelöst durch den morgendlichen Ansturm der Massen spazieren können. Bis sie dann im wahrsten Sinne des Wortes auf mich prallen. Im Laufe der Jahre habe ich also ein fast perfektes Frühwarnsystem gegen entgegenkommende Spackos entwickelt. Ich hab das irgendwann schon mal in einem Beitrag erwähnt und will das jetzt nicht weiter ausführen. Sucht selbst. (Anmerk. d. Red.: Das hast du gut gemacht! Bringt mehr Klicks!)

Leider hilft mein Frühwarnsystem nur gegen Objekte auf Kollisionskurs. Gegen Handybremser, Mangaleser, quatschende Paare und Omas mit Rollator, die plötzlich vor einem auftauchen, hilft das herzlich wenig. Ohnehin schon mit einer deutlich längeren Schrittweite als der Durchschnittsjapaner ausgerüstet, muss ich mich oft durch Lücken drängen, die sich in der schwarzen Masse auftun. Wenn dann einer dieser Bremser auftaucht (Die Mr. und Mrs. Important mit ihren Mobiltelefonen hasse ich am meisten!) hilft nur noch Geschwindigkeit drosseln. „Brücke an Maschinenraum! Sofort die Geschwindigkeit drosseln! Handybremser voraus!“ Wie ich die hasse!

Endlich schließen sich die Türen des Zuges. Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Das U-bahnsystem in Tokyo ist absolut spitze. Sauber, schnell, pünktlich und kaum Pannen! In der Welt wird die U-bahn in Tokyo ja immer als Generalbeispiel für das effiziente und genaue Arbeiten der Japaner genannt. Bullshit, sage ich! Die Bahn MUSS so genau funktionieren! Es DARF keine Abweichungen geben! Nicht mal eine kleine! Wer einmal, so wie ich, einen Ausfall der Yamanotelinie mitgemacht hat, der weiß was das bedeutet. Nämlich: Die Kacke ist am dampfen! Und zwar gewaltig!

Nur 10 Minuten Stillstand wegen “Gegenständen“ auf den Schienen (vielleicht der 12jährige Toshi, der von seinen Mitschülern mit Ijime in den Tod gemobbt wurde?) und die Hölle bricht los. Binnen Sekunden sind die Bahnsteige so dermaßen überfüllt, das die Züge schon alleine deshalb nicht mehr fahren können, weil ständig jemand von der Plattform auf die Gleise fällt. Sobald klar ist das der Zug nicht kommt, kehrt die schwarze Masse auf dem Absatz um und versucht in andere Linien, Busse und Taxen auszuweichen und trifft auf dem Rückzug auf die immer noch den Bahnsteig „angreifenden“ Truppen, die keine Info gehört haben, oder es einfach nicht glauben wollen. Chaos! Alles kommt zum Stillstand! Schon nutzen einige Grabscher die Gelegenheit und fangen schon außerhalb des Zuges zu fummeln an! Gelegenheit macht Diebe! Einige alte Leute werden bis in die Bewusstlosigkeit gequetscht! Rettungsdienste versuchen sich einen Weg durch das Getümmel zu schlagen! Wohoho!

An den Gates der anderen Linien stehen jetzt Bahnbeamte mit kleinen Zetteln in der Hand, auf denen steht das nicht der Überbringer, sondern JR an seinem „zu spät kommen“ schuld ist. Sie kommen kaum mit dem Austeilen nach. Nach 10 Minuten rollt wieder der erste Zug im Schneckentempo an die Plattform, damit wenigstens keiner mehr auf die Schienen fällt. Nach ein paar Minuten kommt die Durchsage, das die Strecke wieder frei ist. Die Türen öffnen sich. Die Drücker mit ihren weißen Handschuhen müssen jetzt Schwerstarbeit leisten. Mehrmals öffnen sich die Türen wieder, weil doch noch eine Handtasche heraushängt. Im Schneckentempo geht es durch die anderen Bahnhöfe, weil sich auf deren Bahnsteigen natürlich auch die nicht abtransportierten Massen stapeln. Der Zug ist zu 150% voll. Aggressivität und Schweißgeruch liegen in der Luft.

Doch nach einer Stunde ist der Zauber vorbei. Nur noch die vielen verlorenen „Entschuldigungszettel“ und die erschöpften Gesichter der Bahnmitarbeiter erinnern an das Chaos zuvor. Mehrere hunderttausend Leute sitzen nach ordentlicher Verspätung an ihrem Arbeitsplatz und können nun endlich in den erhofften Dämmerzustand bis zum Feierabend fallen. Tokyo tickt weiter.......






Beobachtungen 3

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Kap.1

Als ich heute Morgen so im Zug meinen Gedanken nach hing, erinnerte ich mich plötzlich an einen längst verdrängten Vorfall. Als ich noch verheiratet war, habe ich einmal nachts einen Spanner dabei erwischt, wie er am Fenster des Nebenhauses stand und meine Nachbarn beim Rumfummeln beobachtete. Ich bin sofort raus, habe ihn aber leider nur noch an der Jacke zu fassen bekommen, die ich ihm dann auch komplett runtergerissen habe. In der Jacke: Zigaretten und eine Google Maps Satellitenansicht der Nachbarschaft mit irgendwelchen Notizen auf Japanisch. Trotzdem fragte mich die herbeigerufene Polizei, ob der Täter ein Ausländer war. Und zwar noch bevor sie fragten, ob er Japaner war.

In der Folgezeit bekam meine Frau mehrere eigenartige Anrufe, in denen ein „Kommissar“ wissen wollte, wann sie duschen geht, was sie zum schlafen anzieht, wie oft wir Sex haben und so weiter. Treudoof wie viele Japanerinnen nun mal sind, ist sie ihm erstmal auf den Leim gegangen, bis er etwas „direkter“ wurde. Ein Anruf bei „seiner“ Dienststelle brachte dann ans Licht, das ihn dort niemand kennt. Erst wollte bei der Polizei niemand so richtig reagieren, weil ja „noch nichts passiert“ sei. Erst als ich mit brutaler Selbstjustiz drohte, kam Bewegung in den faulen Haufen und eine Fangschaltung wurde installiert. Die Anrufe hörten dann auch auf. Wir bekamen aber keine Auskunft von der Polizei, was sich da jetzt abgespielt hat. Eigenartig nur, das in dem Zeitraum ein Apartment im Nebenhaus geräumt wurde, dessen Mieter laut Nachbarn eines Nachts „abgeholt“ wurde.

Ich kannte den Mieter. Ein junger Japaner. Student. Er hat sich ein paarmal mit mir unterhalten. Sein komischen Fragen nach meiner Familie kamen mir damals ein bisschen schräg vor, aber keinesfalls verdächtig. Ob er auch der Spanner war? Vermutlich. Der hatte nämlich Schlappen und eine Schlafanzughose an, mit denen man sich normalerweise nicht allzu weit von seiner Bude entfernt. Ob er uns auch beobachtet hat? Mag sein. Wir hatten zwar Rollos im Schlafzimmer, aber oft haben wir es erst gar nicht bis ins Schlafzimmer geschafft. Nun ja, ich hoffe das er im Knast einen lieben Zellengenossen hat, der sich ganz besonders „liebevoll“ um ihn kümmert......



Kap. 2

In Japan gibt es keine Verbrechen. Punkt. Aus. Basta. Und wenn Verbrechen begangen werden, dann nur von Ausländern. Aus. Basta. Punkt. Das ist zumindest der allgemeine Tenor der japanischen Medien und ja, leider auch der meisten Japaner. Nachdem endlich auch ein Deutscher als „gefährlicher Verbrecher“ in den Medien aufgetaucht ist, sind leider auch wir Deutschen nicht mehr vor diversen Anschuldigungen sicher. Immerhin kann ich mich, ganz der japanischen Doktrin folgend, damit herausreden, das der Student der vor den Bullen abgehauen ist (http://www.tabibito.de/japan/blog/2013/11/15/neu-kommunale-durchsagen-in-japan-jetzt-auch-auf-deutsch/), kein „reinrassiger“ Deutscher ist. He, was denn? Hier darf man das sagen!

Wenn man aber mal etwas genauer hinter die Kulissen schaut und nicht nur das liest, was in westlichen Mainstreammedien so steht, kommt man schnell dahinter, das in Japan genau so viel kriminelles Zeuch vorgeht wie in anderen Ländern. Man kümmert sich hier nur besser um die „gerechte Verteilung“ der Verbrechen in den Medien. Wenn ein Ausländer mal aus dem Ruder läuft, kommt er auf die Titelseiten und in die Abendnachrichten, in denen mit Computergrafiken eine genaue Analyse des Verbrechens aufgearbeitet wird. Das in der selben Zeit tausende von japanischen Frauen von japanischen Männern gestalkt werden, hunderte von japanischen Frauen von japanischen Männern vergewaltigt werden (gern auch Minderjährige) und auch jeden Tag japanische Frauen von japanischen Männern ermordet werden, geht in dem ganzen Trubel um die „gefährlichen Ausländer“ gern mal komplett unter.

Aah, das friedliche Japan, in dem man die Haustür nicht abschließen muss. Haha! Ja genau. In Deutschland habe ich an noch keinem Privathaus Aufkleber von Sicherheitsfirmen gesehen. Hier in Japan, besonders in den Großstädten ist das völlig normal und ein Riesengeschäft. Aber warum? In Japan wird doch nichts gestohlen, oder? Doch! Einige Gegenden Tokyos scheinen sehr beliebt bei Einbrechern zu sein. So z.B. Machida, oder Azabu. Nimmt man die täglichen Wohnungseinbrüche in Japan mal zusammen und geht davon aus das die Japaner recht haben und nur Ausländer diese Verbrechen begehen, müssten eigentlich ALLE Ausländer hauptberufliche Ganoven sein. Gut, ein paar der Ausländer die ich kenne, sind sicher nicht ganz koscher, aber normalerweise gehen wir alle einer geregelten Arbeit nach, oder lassen uns zumindest von einer reichen Japanerin haushalten.


Typischer Alsok-Wachdienst-Mietbulle

Noch dazu hat man zumindest als Nichtasiate überhaupt keine Möglichkeit, nach einem Verbrechen einfach so in der Masse unterzutauchen. Irgendeiner hat immer den Gaijin gesehen. Verlasst euch drauf!

Aber man sieht doch kaum Polizisten in Tokyo (ausser an der US-Botschaft....). Wenn so viele Verbrechen begangen werden, warum gibt es dann nicht mehr Polizisten? Gute Frage! Die gibt es! Die sitzen aber nicht als Büttel verkleidet in ihrem Koban, oder halten gefährliche Terror-Obasan auf ihren Mamacharis an, sondern gehen in zivil auf Streife. Knapp 50% der Streifenpolizisten in Tokyo arbeitet „verdeckt“ in Zivilklamotten und mischt sich unter die Menge. Verglichen z.B. mit Deutschland, ist das eine gewaltige Menge.




Kap. 3

Wusstet ihr eigentlich schon, das der im Augenblick in Deutschland wieder so beliebte „Enkeltrick“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Enkeltrick) gar nicht in Deutschland, wo sich ja angeblich keiner um seine alten Familienmitglieder kümmert, als erstes aufgetaucht ist, sondern lange vorher in Japan, wo sich ja jeder mit Leib und Seele um seine alten Familienmitglieder kümmert (zumindest lt. vorherrschender Meinung in Westmedien...) „erfunden“ wurde?  In Japan heißt der Enkeltrickbetrug "Ore ore sagi" (Ich bin's,ich bin's-Betrug), weil die Trickbetrüger sich per Telefon bei alten Leuten mit "Ore da yo, ore!" (Ich bin's) melden, die verwirrten alten Leute sie dann beim vermuteten Name nennen und schon schnappt die Falle zu. Die Schadenssummen sind gigantisch (mehrere 100 Millionen Euro im Jahr) und genau da kommen wieder die „verdeckten“ Polizisten ins Spiel, die in Banken und Postämtern die Senioren ansprechen, die gerade größere Summen abgehoben haben. Und das, obwohl es doch in Japan angeblich so sicher ist. Wer dahinter steckt? Die Yakuza, diese edlen Ritter, die sich nicht an einfachen Leuten bereichern.......

Hält sich doch seit Ewigkeiten die Geschichte, das die edlen Yakuza nach dem Beben in Kobe (1995) noch vor den Rettungsmannschaften als erste vor Ort waren und mit Decken, Lebensmitteln und Zeugs ausgeholfen haben. Das stimmt! Man darf aber nicht unterschlagen, das sie NUR ihren zahlreichen Mitgliedern geholfen haben und nicht der "normalen" Bevölkerung.

Fakt ist: In Japan gibt es genau so viele Verbrechen wie in anderen Ländern. Nur wir Ausländer bekommen davon halt nichts davon mit, da wir uns meistens nicht mit den einschlägigen Medien auseinandersetzen. Besonders die männlichen Ausländer. Bei den weiblichen Gaijin sieht es da schon anders aus, kann so doch fast jede meiner weiblichen Gaijin-Bekannten mehrere „Vorgänge“ aufzählen. Meistens geht es um Stalking oder sexuelle und allgemeine Belästigungen. Und man höre und staune: Meistens sind die Täter Japaner........

UPDATE: Wer sich dafür interessiert, was hier tatsächlich so an Verbrechen abgeht, dem empfehle ich wärmstens folgende HP: http://xn--g4xo5ykna.net/  Alles in Japanisch, aber Google Translate verschafft einen Überblick. Danke nochmal an Tabibito für den Link.

Wird fortgesetzt........ 

Beobachtungen 2

43



"Der Tag, an dem du was Schlechtes machst, mach es vernünftig. Die Welt ist für die Durchtriebenen und nicht für die Doofen" (Volksmund)



Auf meinen letzen Eintrag gab es erfreulich viele Reaktionen, ja sogar eine Art Diskussion im Kommentarbereich. Schön! So soll das sein! Erst ein gut gefüllter Kommentarbereich macht einen Blog lebendig und ermuntert immer wieder zum weitermachen. Offensichtlich scheine ich mit meinen Beobachtungen nicht so ganz daneben zu liegen, ist doch die Mehrheit der Kommentatoren grundlegend meiner Meinung. Ja, Ausnahmen gibt es auch, aber dort wird immer mit den gleichen Totschlagargumenten gearbeitet: Erdbeben und andere Katastrophen, Klima und Konsorten sind an allem Schuld. Und wenn man diese Argumente sinnvoll widerlegt, wird es persönlich. Ist nicht schlimm, auch dafür habe ich Verständnis und werde nicht nachtreten. 


Fortsetzung


.........so gemacht und deshalb machen sie es auch weiter so. Basta! Wer dieses eigenartige Einstellung verstehen will, muss sich den Werdegang eines normalen Japaners mal etwas genauer anschauen. Schon im Kindergarten lernen die Kinder auf Zuruf (man könnte auch Befehl sagen...) aufzustehen, sich zu versammeln, essen zu gehen, schlafen zu gehen, usw. Gut, das ist ja in westlichen Kindergärten nicht anders, oder? Doch! Denn in Japan gibt es für jede auszuführende Handlung gewisse Sprüche (Aisatsu), die zu gewissen Handlungen aufrufen. Und auf die Aufforderung antworten die Kinder geschlossen. Wie beim Militär? Nun, nicht unbedingt weit hergeholt......

In den Schulen geht es weiter: Man stelle sich nur mal während des Sportunterrichtes an einen Schulzaun und horche dem Ton der Sportlehrer, gern auch durch ein Megaphon verstärkt. Keine Aktion bleibt unkommentiert, ständig folgen Aufforderungen wie z.B.: „Yamada, Ball aufheben! Suzuki, schneller laufen! Ueda, Maul halten! Und so weiter. Und das hört ja nach der Schule nicht auf! Ihr Leben lang werden Japaner von Ansagen durchs Leben dirigiert: „Vergiss dies nicht, lass das nicht liegen, setz dich gerade hin, telefoniere nicht, halte einfach generell dein Maul und hör zu!” Ob im Zug, im Flugzeug, im Amt, in der Muckibude, im Lovehotel und draussen auf der Straße, überall wird man permanent zugequatscht. Selbst zuhause geht es weiter! Waschmaschinen, Toaster, Microwelle, ja sogar das Badezimmer, quatschen einen dauerhaft zu!  

Dahinter steckt durchaus ein System. Wird man doch so schon von Kindesbeinen auf Gehorsam konditioniert. Das japanische System der schnellen Industrialisierung brauchte keine Intellektuellen, sondern Arbeitsdrohnen. Leider haben die Machthaber den entscheidenden Zeitpunkt verpasst und das System praktisch unverändert in die Zeit nach der „Bubble“ übernommen. Individuelles Denken ist nicht gefragt, nur das Funktionieren in der Gruppe, sprich Firma. So wird japanischen Kindern jedwede Kreativität abtrainiert. Aussenseiter werden mit Zustimmung der Lehrer gemobbt. Von der tollen Kultur- und Naturliebe der Japaner wird wohl in den Schulen gesprochen, gelehrt wird sie aber nicht. Kein Wunder also, das es den meisten Japanern „am Arsch vorbei geht“, was mit ihrer Kultur und Natur passiert.

Diese Konditionierung auf Arbeitsdrohnen ist bereits nach der High School vollkommen abgeschlossen. Wenn die Eingangstests für die Universitäten, die praktisch nur aus reinem Auswendiglernen bestehen, abgeschlossen sind, genießen die Studenten ihre letzten 4 Jahre in Freiheit. Selbst auf Eliteunis wie der Todai finden sich überraschend wenige „aktive“ Studiengänge. Wozu sollen die Studenten auch noch aktiv studieren? In den Firmen werden sie eh aufs neue spezifisch auf ihren Job angelernt. Zu viel individuelles Wissen schadet da nur.

Für die rechte Regierung Japans tun sich so ungeahnte Möglichkeiten auf. Rechte Regierung? Ja! Eine aktive Linke gibt es in Japan nicht. Die Koalition kann man nur mit sehr viel Nachsicht als „gemäßigt“ rechts bezeichnen. Lassen sich doch dank Konditionierung leicht kriegerische Parolen verbreiten, die bei der angesäuerten Bevölkerung auf fruchtbaren Boden treffen. Siehe den gegenwärtigen Konflikt mit China, oder die alten, schwelenden Konflikte in ganz Asien. Außerhalb der Parteien gibt es eigentlich nur noch die Ultrarechten, die mit ihren schwarzen Vans durch die Gegend fahren und die Japaner mit ihren, gern durch aufwändige Megaphonanlagen bis zur Schmerzgrenze verstärkten Parolen, eine weitere Konditionierung verpassen. Und wer als Politiker oder Person des öffentlichen Wesens zu weit nach links kippt, dem statten die lieben Herren mit den schwarzen Vans gerne einen mehrtägigen Besuch ab. Direkt vor der Haustür und mit voll aufgedrehtem Soundsystem und wütenden Demonstranten. Polizei? Haha! Ja genau! Die wird sich hüten einzugreifen. Schließlich wollen die Büttels auch nach dem Dienst ein ruhiges Leben haben. Außerdem könnten sie ja in der Zeit keine alten Leute auf ihren Terror-Mamacharis anhalten.......

Ein perfektes System also. Fast. Hat man es doch verpasst, in eine Zukunft nach dem Kopieren von westlicher Technologie und dessen Massenverbreitung durch die japanischen Arbeitsdrohnen zu investieren. Nun stehen sie da die Japaner, mit einem unaufholbaren Rückstand auf die westlichen Industriestaaten, einer kaputten, zubetonierten Natur, kaum zu kreativem Denken fähigen Akademikern und nur noch in Spuren vorhandener Kultur. Selbst China und Indien sind technologisch weiter. Alles Quatsch? Gut, dann nenne mir doch jemand z.B. eine japanischstämmige Softwarefirma die in etwa mit Größen wie Microsoft, SAP, Oracle, Novell, Adobe, usw. mithalten kann. Schwierig was? Es gibt keine! Ja aber .......... Toyota ist doch der größte Automobilhersteller. Ja, mag sein. Aber Kreativität ist eher bei den Softwarehäusern gefragt, während die Automobilhersteller nur von eben diesen Kreativcentern abgreifen und bei eigenen, echten Innovationen mächtig abstinken....

Es hat schon seinen Grund, das eine einzige europäische Universität (Cambridge) 7 mal so viele Nobelpreisgewinner hervorgebracht hat, wie ganz Japan. Nicht mal wenn man nur noch die lebenden Nobelpreisgewinner aus Cambridge zählt, macht Japan einen Stich. Und wo haben die paar japanischen Nobelpreisgewinner (ausserhalb des Nobelpreises für Literatur) zum grössten Teil studiert? Kleiner Tip: Nicht in Japan!


Wird fortgesetzt..........

      

Beobachtungen

31


Jiguruma ni oppishigareshi sumire kana.

Das Haiku ist ein Zeichen für die tiefe japanische Naturliebe. Es entspricht der japanischen Vorstellung, wonach Haiku „die eigentliche Naturdichtung der japanischen Seele“ sei (Toshimitsu Hasumi).



Ich hasse Jetlag! Wenn ich dann mal vernünftig schlafen kann, träume ich den wildesten Scheiß. Jetzt grad zum Beispiel träume ich, das ich von lauter blonden Frauen mit großen Brüsten umgeben bin. Halt warte, das ist gar kein Traum! Ich bin nämlich in Polen auf Biztrip. Das heißt, ich war dort. Letzte Woche. Schön wars.

Es gibt dort tatsächlich noch mehrere vollkommen historische Städte und trotz 2 Weltkriegen, mehreren innereuropäischen Kriegen, zig Aufständen, Kommunismus und reichlich Wodka, konnte Polen sich seine Vergangenheit bewahren. Japan wurde nicht einmal ansatzweise von fremden Truppen eingenommen, noch von seinen Kriegsgegnern nachhaltig verwüstet und trotzdem findet man kaum noch historische Bauten, geschweige denn historische Städte oder Dörfer abseits der typischen „Touristenfallen“. Kyoto? Bis auf ein paar Tempel eine kotzhäßliche Stadt voller Betonbunker. Selbst wenn man an den Sehenswürdigkeiten Fotos macht, muss man den Bildausschnitt bewusst eng halten, wenn man nicht irgendwelche Betonklötze, Lovehotels, Strommasten oder irgendwelche rostigen Wellblechbuden auf den Fotos haben will. Ist alles unsere Schuld! Ja! Schließlich haben wir Westler doch das arme Japan angegriffen. Japan hat sich nur verteidigt.

Eigenartigerweise sind aber in Kyoto gar keine Bomben runtergekommen. Die Amerikaner haben extra eine Ausnahme gemacht und dieses damalige Weltkulturerbe ausgespart und nicht vollkommen ausradiert, wie zum Beispiel Dresden. Trotzdem finden sich in Dresden alle Nase lang historische Bauten. In Kyoto? Nope. Von 1-2 Straßenzügen, die leidlich mit viel Beton für Touristen instand gehalten werden, mal abgesehen, gibt es da nix. Nach Kyoto fährt man morgens hin und abends wieder zurück, weil es einfach keinen Grund gibt, dort über Nacht zu bleiben. Ein paar Stunden reichen und man hat das komplette Kulturgut Japans gesehen. Nach dem 2. Weltkrieg haben die Japaner ihr Kulturerbe, die wunderschöne Stadt Kyoto selbst „zerbombt“ und einen alten Straßenzug nach dem anderen platt gemacht, um Platz für seelenlose Betonklötze wie den neuen Hauptbahnhof zu schaffen.

Man stelle sich mal vor, man steigt z.B. in Florenz aus dem Zug aus und steht plötzlich in einem überdimensionierten Ufo aus Beton und Glas. Vollkommen geschockt draußen angekommen, wird man dann von ein paar ultrabunten Comicstatuen aus Plastik begrüsst die einen kaum von der rot-weißen Hässlichkeit des Kyoto-Tower ablenken können. Um überhaupt ein historisches Gebäude sehen zu können, muss man den Bus oder ein Taxi nehmen. Es gab damals Planungen, den kompletten Bahnhof unterirdisch zu verlegen. Nein, teurer war das nicht. Wohl einfach nur zu „uncool“. Die Bäume um den alten Bahnhof wurden ohne Federlesen abgesägt. Aber dafür gibt es ja jetzt eine Lightshow mit der Kirschblüte oder den verfärbten Herbstblättern im Ufo.

Auf den Dörfern mit einigermaßen historischer Restbebauung sieht es nicht viel besser aus. Da werden riesige Monstren von „Mehrzweckhallen“ in die Reisfelder geknallt um der alternden Landbevölkerung so etwas wie „kulturelle Gemeinschaft“ zu ermöglichen, anstatt die verbauten Riesensummen für die Instandhaltung von historischen Ortskernen zu verwenden. Wenn dann mal Häuser renoviert werden, wird die historische Struktur komplett entfernt und durch Plastik und Rigips ersetzt. Und damit man wenigstens noch was zum Leiden hat, wird keine neuzeitliche Heizung oder Isolierung eingebaut. Man denkt schon seit zig Jahren darüber nach, die Stromleitungen im Untergrund zu verlegen. Macht ja auch Sinn in einem erdbebengefährdetem Land, da herabstürzende Masten oder herunterhängende Kabel eine Riesengefahr darstellen, die auch noch die Evakuierung behindern. Nein, das haben die Japaner immer schon so gemacht, also machen sie es auch weiterhin so. Außerdem kann man mit den Betonmasten richtig gut Geld verdienen. Das viele Bürokraten aus den Behörden für Bau und Konstruktion nach ihrer Pensionierung noch in der Bauwirtschaft landen, macht ein Umdenken fast unmöglich.

Ca. 90% der verbleibenden Landbevölkerung arbeitet in Beschäftigungsmaßnahmen der Bauindustrie und betoniert so langsam aber sicher auch noch den letzten Berghang zu, baut vollkommen unnötige Strassen in die Wälder, in denen kaum Holzwirtschaft betrieben wird, oder kanalisiert jeden noch so kleinen Bachlauf. Während in der restlichen zivilisierten Welt die Flüsse wieder naturalisiert werden, verkauft das Konglomerat aus Yakuza, Bauunternehmen und korrupten Politikern diese Flüsse als große Gefahr, die gebändigt werden muss. Über 90% der japanischen Flüsse sind künstlich eingefasst! Über 40% der japanischen Küste werden von hässlichen Betonklötzen verziert, obwohl man im Westen schon vor Jahren festgestellt hat, das diese Maßnahmen gegen Unterspülungen eben grade die Unterspülungen des Strandes nur noch weiter beschleunigen. Stoppt man das ganze deshalb? Nein. Das waren ja westliche Studien und außerdem haben die Japaner das ja schon immer..........


Wird fortgesetzt........