"Der Tag, an dem du was Schlechtes machst, mach es vernünftig. Die Welt ist für die Durchtriebenen und nicht für die Doofen" (Volksmund)
Auf meinen letzen
Eintrag gab es erfreulich viele Reaktionen, ja sogar eine Art Diskussion im
Kommentarbereich. Schön! So soll das sein! Erst ein gut gefüllter
Kommentarbereich macht einen Blog lebendig und ermuntert immer wieder zum
weitermachen. Offensichtlich scheine ich mit meinen Beobachtungen nicht so ganz daneben zu liegen, ist doch die Mehrheit der Kommentatoren grundlegend meiner Meinung. Ja, Ausnahmen gibt es auch, aber dort wird immer mit den gleichen Totschlagargumenten gearbeitet: Erdbeben und andere Katastrophen, Klima und Konsorten sind an allem Schuld. Und wenn man diese Argumente sinnvoll widerlegt, wird es persönlich. Ist nicht schlimm, auch dafür habe ich Verständnis und werde nicht nachtreten.
Fortsetzung
.........so
gemacht und deshalb machen sie es auch weiter so. Basta! Wer dieses eigenartige
Einstellung verstehen will, muss sich den Werdegang eines normalen Japaners mal
etwas genauer anschauen. Schon im Kindergarten lernen die Kinder auf Zuruf (man
könnte auch Befehl sagen...) aufzustehen, sich zu versammeln, essen zu gehen, schlafen
zu gehen, usw. Gut, das ist ja in westlichen Kindergärten nicht anders, oder?
Doch! Denn in Japan gibt es für jede auszuführende Handlung gewisse Sprüche
(Aisatsu), die zu gewissen Handlungen aufrufen. Und auf die Aufforderung antworten die Kinder geschlossen. Wie beim Militär? Nun, nicht
unbedingt weit hergeholt......
In den Schulen
geht es weiter: Man stelle sich nur mal während des Sportunterrichtes an einen
Schulzaun und horche dem Ton der Sportlehrer, gern auch durch ein Megaphon
verstärkt. Keine Aktion bleibt unkommentiert, ständig folgen Aufforderungen wie
z.B.: „Yamada, Ball aufheben! Suzuki, schneller laufen! Ueda, Maul halten! Und
so weiter. Und das hört ja nach der Schule nicht auf! Ihr Leben lang werden
Japaner von Ansagen durchs Leben dirigiert: „Vergiss dies nicht, lass das nicht
liegen, setz dich gerade hin, telefoniere nicht, halte einfach generell dein
Maul und hör zu!” Ob im Zug, im Flugzeug, im Amt, in der Muckibude, im Lovehotel und draussen auf der Straße, überall wird man permanent zugequatscht. Selbst zuhause geht es weiter!
Waschmaschinen, Toaster, Microwelle, ja sogar das Badezimmer, quatschen einen
dauerhaft zu!
Dahinter steckt
durchaus ein System. Wird man doch so schon von Kindesbeinen auf Gehorsam konditioniert.
Das japanische System der schnellen Industrialisierung brauchte keine
Intellektuellen, sondern Arbeitsdrohnen. Leider haben die Machthaber den
entscheidenden Zeitpunkt verpasst und das System praktisch unverändert in die
Zeit nach der „Bubble“ übernommen. Individuelles Denken ist nicht gefragt, nur
das Funktionieren in der Gruppe, sprich Firma. So wird japanischen Kindern
jedwede Kreativität abtrainiert. Aussenseiter werden mit Zustimmung der Lehrer
gemobbt. Von der tollen Kultur- und Naturliebe der Japaner wird wohl in den
Schulen gesprochen, gelehrt wird sie aber nicht. Kein Wunder also, das es den
meisten Japanern „am Arsch vorbei geht“, was mit ihrer Kultur und Natur
passiert.
Diese
Konditionierung auf Arbeitsdrohnen ist bereits nach der High School vollkommen
abgeschlossen. Wenn die Eingangstests für die Universitäten, die praktisch nur
aus reinem Auswendiglernen bestehen, abgeschlossen sind, genießen die
Studenten ihre letzten 4 Jahre in Freiheit. Selbst auf Eliteunis wie der Todai
finden sich überraschend wenige „aktive“ Studiengänge. Wozu sollen die
Studenten auch noch aktiv studieren? In den Firmen werden sie eh aufs neue
spezifisch auf ihren Job angelernt. Zu viel individuelles Wissen schadet da
nur.
Für die rechte
Regierung Japans tun sich so ungeahnte Möglichkeiten auf. Rechte Regierung? Ja!
Eine aktive Linke gibt es in Japan nicht. Die Koalition kann man nur mit sehr
viel Nachsicht als „gemäßigt“ rechts bezeichnen. Lassen sich doch dank
Konditionierung leicht kriegerische Parolen verbreiten, die bei der
angesäuerten Bevölkerung auf fruchtbaren Boden treffen. Siehe den gegenwärtigen
Konflikt mit China, oder die alten, schwelenden Konflikte in ganz Asien. Außerhalb
der Parteien gibt es eigentlich nur noch die Ultrarechten, die mit ihren
schwarzen Vans durch die Gegend fahren und die Japaner mit ihren, gern durch aufwändige
Megaphonanlagen bis zur Schmerzgrenze verstärkten Parolen, eine weitere
Konditionierung verpassen. Und wer als Politiker oder Person des öffentlichen
Wesens zu weit nach links kippt, dem statten die lieben Herren mit den
schwarzen Vans gerne einen mehrtägigen Besuch ab. Direkt vor der Haustür und
mit voll aufgedrehtem Soundsystem und wütenden Demonstranten. Polizei? Haha! Ja genau! Die wird sich hüten
einzugreifen. Schließlich wollen die Büttels auch nach dem Dienst ein ruhiges
Leben haben. Außerdem könnten sie ja in der Zeit keine alten Leute auf ihren
Terror-Mamacharis anhalten.......
Ein perfektes
System also. Fast. Hat man es doch verpasst, in eine Zukunft nach dem Kopieren von westlicher Technologie und dessen
Massenverbreitung durch die japanischen Arbeitsdrohnen zu investieren. Nun
stehen sie da die Japaner, mit einem unaufholbaren Rückstand auf die westlichen
Industriestaaten, einer kaputten, zubetonierten Natur, kaum zu kreativem Denken fähigen
Akademikern und nur noch in Spuren vorhandener Kultur. Selbst China und Indien
sind technologisch weiter. Alles Quatsch? Gut, dann nenne mir doch jemand z.B.
eine japanischstämmige Softwarefirma die in etwa mit Größen wie Microsoft, SAP,
Oracle, Novell, Adobe, usw. mithalten kann. Schwierig was? Es gibt keine! Ja
aber .......... Toyota ist doch der größte Automobilhersteller. Ja, mag sein.
Aber Kreativität ist eher bei den Softwarehäusern gefragt, während die Automobilhersteller
nur von eben diesen Kreativcentern abgreifen und bei eigenen, echten Innovationen
mächtig abstinken....
Es hat schon
seinen Grund, das eine einzige europäische Universität (Cambridge) 7 mal so
viele Nobelpreisgewinner hervorgebracht hat, wie ganz Japan. Nicht mal wenn man
nur noch die lebenden Nobelpreisgewinner aus Cambridge zählt, macht Japan einen
Stich. Und wo haben die paar japanischen Nobelpreisgewinner (ausserhalb des
Nobelpreises für Literatur) zum grössten Teil studiert? Kleiner Tip: Nicht in Japan!
Wird
fortgesetzt..........