Oh du Froehliche......

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Tokyo, Shibuya, Freitag Morgen, 8.30, 15 Grad, windig, die Frisur sitzt…….

Wie Teer ergiesst sich die schwarze Masse von „Salary men“ in die ohnehin schon ueberfuellten Bahnhoefe. Jeder hat es eilig, ueberall wird gerempelt. Und mittendrin ein Wesen im hellen Anzug. Oh Gott (Buddha), ein Alien! Kein Wunder das man uns Auslaender „Gaijin“ (woertlich uebersetzt: Aussenstehender) nennt. Langsam bahne ich mir einen Weg durch die Massen. Ein paar ganz Mutige gehen mir nicht aus dem Weg. Selber Schuld. Ich habe den +20 Vorteil, 20 Kilo und 20 cm mehr. Oft habe ich das Gefuehl, das es Typen gibt die speziell Auslaender anrempeln. Warum? Keine Ahnung! Ich habe selber einmal erlebt, das ein Typ am Gate (Ausgang) des Bahnhofs rumgelungert hat und als er mich sah, direkt in meinen Weg lief um mich anzurempeln. Kein Problem (+20 Vorteil...), aber als ich schon fast durch Gate war, wollte der Typ mich in KungFu-Manier treten. Zu seinem Nachteil war ich schneller und hab sein Bein weggestossen, so das es unsanft auf das Metallgehaeuse des Gates knallte. Ohne mich weiter um die Sache zu kuemmern, verliess ich den Bahnhof und verschwand in der Menge. Das war aber auch die einzige unangenehme Begegnung dieser speziellen Art, die ich hier in Japan hatte.
Apropos Frisur: Am Wochenende war ich mal wieder beim Friseur. Diesen (meiner Meinung nach) guten Friseursalon zu finden, war garnicht so einfach. Die ersten paar Male habe ich verschiedene Friseure in Tokyo ausprobiert, sah aber danach jedesmal so aus, als ob ich einen Stromschlag bekommen haette. Diese „Naruto“-Frisur hatte zwar den Vorteil, das sie durch den Einsatz von mindestens einer Dose Haarlack und Mengen von Wachs absolut wasser- und windfest war, die Qualitaet des Schnittes selber liess aber stark zu wuenschen uebrig. Nun, bei „Prisna“, meinem jetzigen Salon, wird gut geschnitten und ich bekomme jedesmal eine Japanischstunde vom feinsten, weil meine Friseuse absolut kein Englisch versteht. Nebenher bekommt man noch eine Kopf-und Rueckenmassage und das alles zum Preis von ca. 30 Euro. Teuer? Willkommen in Tokyo!

Meine Kawa habe ich nicht fuer den Winter eingemottet. Nur die Batterie habe ich ins Haus geholt und an ein Ladungserhaltungsgeraet angeschlossen. Im Augenblick suche ich eine Sattlerei, die mir Gel-Pads in die Sitzbank einarbeitet. Das Teil ist viel zu duenn, um mit Schaumstoff wirkungsvoll gepolstert zu sein. Ein neues ETC (El. Mauterfassung) muss auch her, das alte macht immer oefters Mucken. Fuer naechstes Jahr habe ich eine Tour quer durch Japan geplant.

Langsam geht das Jahr zu Ende und Weihnachtseinkaeufe stehen an. Tokyo hat sich schon vor einigen Wochen in ein Weihnachts-Lichtermeer verwandelt. Trotzdem kommt bei mir keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Ich werde mir dieses Jahr wohl eine Playstation 3 wuenschen. Da wir jetzt einen HD-Fernseher haben, lohnt sich das Teil endlich richtig. Ich hab keine Ahnung, ob ich auch deutsche Spiele auf der jap. PS3 zocken kann, habe aber zum Ausprobieren ein deutsches Spiel vom Grabbeltisch. Final Fantasy, ich komme!!!

Bis bald!

Eine Reise die ist lustig........

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Vor dem, Ueberqueren der Strasse erst nach links schauen, dann nach rechts. Was in Europa hervoragend klappt (ausser auf „Monkey Island“....), hat hier in Japan schon so manchen Gaijin (Auslaender) mindestens ins Krankenhaus gebracht. Ich hab mich dran gewoehnt. Gefaehrlich wird es jetzt, wenn ich auf Geschaeftsreise in Europa bin....


Langsam wird es auch hier kaelter, tagsueber sind 20 Grad aber immer noch locker drin. Egal, es ist offiziell Herbst, also werden die dicken Klamotten rausgeholt und auch getragen. Mottenkugeln sind wohl noch sehr beliebt in Japan, weil der Geruch von Naphtalin jetzt besonders in den Zuegen extrem stoerend auffaellt. Auf die Idee, die Sachen erstmal zu waschen, bevor man total ueberfuellte Zuege ohne wirkungsvolle Lueftung betritt und damit saemtlichen Mitfahrern die Traenen in die Augen treibt, kommt kaum jemand.
Laestig sind auch die Typen, die im vollgerammelten Zug erstmal ihren Apple Ipod aus der Tasche wuehlen muessen, nur um etwas lauter zu stellen, oder ein anderes Lied zu hoeren und dabei saemtliche Nachbarn im Zug anrempeln. Was fuer eine beschissene Fehlentwicklung ist ein MP3-Player, den man staendig aus der Tasche kramen muss? Mein Sony Walkman kann das besser: Wohldefinierte Tasten lassen sich auch durch den Hosen- oder Hemdstoff erfuehlen und betaetigen. Noch eigenartiger finde ich aber, das die meisten Apple-Hoerer zwar Unmengen Kohle fuer ihren Player ausgeben, sich aber mit der elenden Qualitaet der original Apple-Ohrhoerer zufrieden geben. Ehrlich: Die 3 Euro-Notohrhoerer aus der Tankstelle hoeren sich besser an.

Genug gemeckert! Wie ihr sicher schon bemerkt habt, sind Zug oder U-Bahn immer ein Thema fuer mich. Kein Wunder, verbringt man doch hier in Tokyo einen Grossteil seiner kostbaren Zeit damit, von einem Stadtteil in den anderen zu pendeln. Vernuenftig klappt das nur mit Zug und U-Bahn. Auch auf laengeren Geschaeftsreisen innerhalb Japans bevorzugen viele Geschaeftsleute den Shinkansen, weil man sich das laestige Ein- und Auschecken ins Flugzeug sparen kann. Noch dazu findet man in den meisten Shinkansen immer noch zumindest Raucherraeume. Laestige Anfahrten vom Flughafen in die Stadt fallen auch weg.


Akita Shinkansen

Im Gegensatz zum deutschen ICE ist der Shinkansen immer puenktlich. Pannen sind extrem selten. Abundzu wirft sich mal einer vor den Zug, aber meistens benutzen diese armen Irren die innerstaedtischen Expressbahnen, ganz einfach weil sie leichter zu erreichen sind. Die Chuo-Linie faellt immer wieder mit Verzoegerungen durch Selbstmoerder auf.

2. Klasse im Shinkansen

1. Klasse im Shinkansen

Bis demnaechst........

Glotzkiste.....

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Guten Morgen!


Es wird Zeit, mal etwas ueber das japanische Fernsehprogramm zu schreiben. Wer immer dachte, das deutsche Programm waere schlecht, wird nach ein paar Tagen TV in Japan sehen, das immer eine gewaltige Steigerung moeglich ist. Wer tagsueber durch die Kanaele zappt, sieht auf mindestens 8 der 12 „normalen“ Kanaele gebratene, gekochte, rohe, oder sonstwie verarbeitete Speisen in Nahaufnahme, oder Typen die sich das Zeug reinschaufeln als haetten sie 3 Wochen nichts zu essen bekommen, natuerlich nicht ohne das obligatorische „Umai“ (Lecker!) dabei rauszuposaunen.





Debuya, eine der besseren "Fress-Shows" im japanischen TV

Zappt man abends zur PrimeTime durch, sieht man immer noch auf der Haelfte der Kanaele Fress-TV, auf der anderen Haelfte sieht man Spielshows in den unglaublichsten Varianten. Wer sich dafuer interessiert: Auf My Tube gibt’s genug von dem Zeug. Internationale Spielfilme? Hoechstens 2-3 in der Woche! Und die sind dann gekuerzt bis zum „Gehtnichtmehr“. Trotzdem uebertreffen diese Filme locker die Originallaenge, weil alle 3 Minuten Werbung laeuft. Wobei diese Werbung zum absolut daemlichsten gehoert, das ich je gesehen habe. Meistens wird gesungen. Meistens irgendein alberner Song, gesungen mit Kieksstimme. Sogar Autos oder Damenbinden werden so beworben. Gut ist, das man z.B. Koyuki (die suesse Taka aus „Last Samurai“) oft in Panasonic-Werbespots zu sehen bekommt.


Spaeter wird‘s dann Zeit fur‘s Dorama (Drama), so eine Art GZSZ oder Lindenstrasse auf Japanisch, nur noch schlimmer (ja doch, das geht!). Am schlimmsten sind dabei die (sued)koreanischen Dorama, bei denen der Schmalz nur so aus dem Fernseher fliesst. Blondgefaerbte Typen mit superweissen Zaehnen verfangen sich in minutenlangen Dialogen. Von den Klamotten, die sie dabei tragen, will ich erst garnicht anfangen, sonst rege ich mich nur wieder auf. Dazu gibt es nur eins zu sagen: Alfred Biolek oder Hape Kerkeling wuerden diese Typen gefallen......

Am schlimmsten ist eine Musikshow, deren Moderator so um die 70 Jahre alt ist, aber die neusten J-Popsongs und die dazugehoerigen Interpreten praesentiert. Der merkt garnicht, das sich seine Gaeste nur allzuoft ueber ihn lustig machen. Der Altersdurchschnitt besonders von maennlichen Moderatoren ist in Japan erschreckend hoch. Da wackeln schlechtsitzende Peruecken, blinken superweisse Porzellanzaehne, gepaart mit Klamotten, die selbst Dirk Bach zu peinlich waeren.

Wenigstens bekommen diese TV-Opas meistens eine huebsche, junge Dame an die Seite gesetzt, die nach jedem seiner Worte freundlich nicken darf und ab und zu auch mal einen Satz sprechen darf.

Aufgepasst! Bisher war nur von den „normalen“ Kanaelen die Rede. Wer mehr sehen will (meistens den selben Scheiss), braucht Kabel-TV. Dann gibt es auch noch Pay-TV (deutlich billiger als in Deutschland) mit relativ aktuellen, meistens amerikanischen Spielfilmen, die hier in Japan GottseiDank nur selten synchronisiert werden. Wer einmal Rambo auf Japanisch gesehen hat, weiss was ich meine. Dazu gibt es haufenweise Dokus auf „National Geographic“, so z.B. das von mir heissgeliebte „American Chopper“, das wohl auch in Deutschland jeder kennt und „3 Sheets“, in dem sich ein Reporter in den verschiedensten Laendern mit exotischen oertlichen Alkoholika volllaufen laesst.

Es gibt ein paar gute Shows im „oeffentlich-rechtlichen“ TV, wie z.B. Bakademia (Idiotenakademie), in der verrueckte Homevideos gezeigt werden, Tokyo Friend Park, eine nette Spielshow, die japanische Version von Versteckte Kamera, viel verrueckter als jede europaeische Version (siehe You Tube...), Before & After, die japanische Version von „Do it Yourself – S.O.S.“ und mehrere Sportshows, bei denen die Kandidaten wahnwitzige Parcours durchlaufen.

Obwohl fast nur Mist im TV laeuft, sind immer mehr japanische Haushalte technisch hervorragend bestueckt: Riesen-Flatscreen, Harddisk-BluRay-Recorder und Dolby Surround sieht man fast ueberall. Ich habe letzte Tage auch „nachgeruestet“ und einen Harddisk-BluRay-Recorder von Mitsubishi gekauft.




Der untere ist meiner! Gibts leider nicht in Deutschland........

Damit ihr nicht allzu neidisch werdet, sage ich euch nicht was das Teil hier gekostet hat......


Bis die Tage!

Nix Neues im Osten...

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Sorry, das ich lange nichts geschrieben habe, aber es gab einfach nichts interessantes zu berichten. Nachdem ich aus Deutschland zurueck war, hat mich meine Firma direkt fuer 8 Wochen ins tiefste Japan geschickt. Nach Okaya in der Nagano Praefektur, mit dem Azusa Express ca. 2,5 Stunden von Tokyo entfernt und eine komplett andere Welt. Ja, schoen ist es dort, es gibt einen See und Berge und einen See und Berge und ...... Ich bin mir sicher, das in dieser Art von Staedten der Nachwuchs an japanischen Serienkillern und Amoklaeufern aufwaechst.


















Okaya. Ja, es ist genauso schnarchig, wie es aussieht......



Da ich fuer lange Touren ins Gelaende keine Zeit hatte und mich am Wochenende so schnell wie moeglich aus Okaya verabschiedet habe (wie viele der Einwohner auch...), hat mich nach der Arbeit mehr das Nachtleben interessiert. Waehrend man in Tokyo alle 5 Meter eine Kneipe, Bar oder ein Restaurant findet, kann man in Okaya lange suchen. Gut der Vergleich hinkt, ist mir schon klar, aber was machen die Leute in solchen Staedten abends? Okaya hat 3 grosse Kaufhausgalerien, nicht uebel fuer eine Stadt mit 53000 Einwohnern. Jedoch sind diese Gebaeude nur zu 30% belegt! Der Rest dient als „Kulturcenter“. So eine Geld- und Platzverschwendung sieht man selten. Eine Bowlinghalle gibt es auch, mit satten 20 Bahnen! Als wir zur besten Zeit (Samstagabend) dort ein paar Runden gebowlt haben, waren nur 4 Bahnen belegt und Alkohol gab’s nicht. Da kommt Stimmung auf! Die paar Kneipen die man findet sind dicht, oder uebervoll mit besoffenen Rentnern. Dabei gibt es in Okaya 3 grosse Krankenschwesterschulen, wo gehen die bloss abends hin? Lustig ist auch, das es trotz der 3 Schwesternschulen im Ort eine „Nurse Bar“ gibt, in der einen Maedels im Krankenschwesterkostuem bedienen. Echte Schwestern waren die aber bestimmt nicht.....
















Gesehen in Okaya: Schoenes leerstehendes Haus im japanischen Stil



Eine philippinische Bar gab es auch, aber ein Blick auf die Frauen drinnen (schwanger, keine Zaehne, 50 Jahre alt, fett, oder alles auf einmal) und wir drehten auf dem Absatz um. In solchen Laeden steht der Tuersteher drinnen, damit auch ja keiner abhaut!

WOW! Normalerweise werden diese Samurai's verschenkt, wenn einSohn geboren wurde.
Hab aber noch nie einen mit Darth Vader-Maskegesehen.
Kostet schlappe 275.000 yen (1650 Euro)!!



Mein Fuehrerschein ist immer noch weg. Mein Moped steht wohlbehalten auf dem Parkplatz. Hier und da habe ich ein Kaufangebot dranhaengen, aber das laesst mich kalt. Im Oktober ist es in Tokyo GsD noch warm genug zum Fahren.
Bis dann.....








Endlich wieder daheim....

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Sorry, ich war fuer 3 Wochen in Europa auf Geschaeftsreise und hatte einfach keine Zeit fuer meinen Blog. Naja, die naechsten 3 Monate habe ich eh‘ keinen Fuehrerschein, daher habe ich wieder vermehrt Zeit, auf in Tokyo auf Fotosafari zu gehen.

Ja, richtig gehoert. 3 Monate ohne Fuehrerschein! Nachdem ich schon einen ganzen Tag dafuer verschwendet habe, 100.000 yen (ca. 650 Euro) zu bezahlen, habe ich nochmals einen ganzen Tag dafuer verschwendet, um meinen Fuehrerschein abzugeben. Ich kann den Entzug auf 45 Tage verringern, wenn ich 2 ganztaegige „Lektionen“ mitmache, bei denen abschreckende Videos gezeigt werden und viel auf Japanisch erklaert wird. Jede dieser „Lektionen“ kostet 22500 yen (ca. 135 Euro), noch dazu muesste ich 2 Urlaubstage nehmen, von denen man in Japan eh‘ nicht allzuviele hat. Ich werde mir also noch ueberlegen, ob es sich lohnt, fuer 45 Tage so einen Aufwand zu betreiben.

Apropos Aufwand: Bei meinem Besuch in Deutschland ist mir mal wieder aufgefallen, wie gut die japanische Bahn funktioniert. In Deutschland gab es kaum einen Zug, der nicht verspaetet ankam, oder wegen irgendwelcher Schwierigkeiten auf einmal ganz stoppte. Wenn man mit schwerem Ueberseegepaeck unterwegs ist, nervt das gleich doppelt. Noch dazu sahen die Bahnhoefe und Zuege aus wie Sau. Warum klappt das in Deutschland nicht? Das einzig Gute: Genug Platz fuer Koffer, Kinderwagen oder Fahrrad. In Japan gibt es keine ausgewiesenen Plaetze fuer eben diese Sachen, man muss sogar seinen Kinderwagen zusammenklappen und darf nur eingetuetete, zusammengeklappte Minifahrraeder mit in die Bahn nehmen und selbst das ist zumindest in Tokyo wegen fehlenden Platzes ein grosses Problem.

Also, demnaechst wieder Neues aus dem Land des Laechelns...........

Meistens kommt es anders, als man denkt......

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Seit einer Woche ist Regenzeit in Japan. Das heisst: Temperaturen um die 30 Grad und fast taeglich Regen. Selbst wenn es nicht regnet, ist die Luftfeuchtigkeit elendig hoch. Mann schwitzt schon morgens beim Aufwachen wie ein Rennpferd.

Am Freitag bin ich voller Erwartung zu der im letzten Blog erwaehnten Nachschulung
Nach Kinchicho gefahren, nur um festzustellen, das ich dort ueberhaupt keine Nachschulung oder sonst irgendetwas aehnliches machen werde. Danke, Info aus dem Internet! Dort war eine Art Verkehrsgericht, in dem in einem Schnellverfahren die Hoehe meines Bussgeldes festgelegt wurde. Das fing an mit „Nummer ziehen“ und ging durch verschiedene Stationen, die alle schoen von 1-8 gekennzeichnet waren. Leider war der dazugehoerige Text komplett in Japanisch, also fuer mich groesstenteils unverstaendlich.

Also erstmal ab in die Wartehalle. Dort sitzen jetzt ca. 50 Personen. Ich bin Nr. 5.
Nach dem guten Ratschlag eines Inders, ich sollte auf jeden Fall sagen, das ich kein Japanisch lesen kann (kein Problem, Idiot! Dafuer muss ich nicht mal luegen!), ging es auch schon los. An Station Nr.2 wurde die Richtigkeit der Angaben zu meiner Person ueberprueft (Nr. 1 war die Anmeldung), was ein freundlicher Ex-Motorradpolizist gemacht hat. Nach einer kurzen Schilderung seiner Erlebnisse als Motorradpolizist mit solchen Typen wie mir, ging es wieder in die Wartehalle. An Station Nr. 3 hielt mir ein ebenso freundlicher Schnellrichter dann eine japanische Zeitung unter die Nase und wollte wissen ob ich sie lesen kann. Ich sagte ihm, das ich noch nichtmal seine Frage richtig verstanden haette, geschweige denn die Zeitung lesen koennte. Gut, also mit Haenden und Fuessen weiter. Ich musste ein Protokoll meiner Tat lesen (100% Japanisch) und dessen Richtigkeit mit Unterschrift und -weil ich keinen Hanko (Stempel) habe- zur Sicherheit auch noch mit einem Fingerabdruck bestaetigen musste. Der Richter hat mir zwar grob erklaert, was dort geschrieben stand, aber das haette „weiss Gott was“ sein koennen. Hoffentlich habe ich da nicht meiner Einweisung in eine Klapsmuehle zugestimmt.....

Na gut, nach gut 5 Minuten war das Gespraech dann auch beendet und ich musste wieder in die Wartehalle. An Station Nr. 4 bekam ich dann meinen Bussgeldbescheid: 100.000 yen (ca. 670 Euro)! Ich hatte mit mehr gerechnet. Immerhin war ich mit 115 km/h auf einer 40 km/h-Strasse unterwegs! An Station Nr. 5 musste ich dann direkt in bar bezahlen, warum konnte mir der gute Mann dort mit seinem extrem schnellen Japanisch nicht eindeutig erklaeren. Gut, das fuer alle Faelle eine Karte mit den naechstgelegenen Geldautomaten ausgehaendigt wurde.

Dann ging es weiter zur Nr. 8. Hey, was ist mit Nr. 6 und Nr. 7? Wahrscheinlich werden dort die besonders schweren Faelle geteert und gefedert.......

Egal, auf jeden Fall bekam ich bei der Nr. 8 meinen Fuehrerschein ausgehaendigt. Leicht ueberrascht (wegen 115 km/h in einer 40er Zone....) fragte ich die nette Dame ob das alles waere. Natuerlich habe ich von ihrer Antwort in bestem Buerokratenjapanisch kaum etwas verstanden, aber irgendwie bekomme ich wohl noch Bescheid mit der Post und dann kann (nicht muss!) ich noch zu der ominoesen Nachschulung, um meine Punkte zu halbieren. Naja, woll’n mal sehen, was dort noch auf mich zukommt.

Unterwegs auf der Route 20

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Am Sonntag hat es mich einfach nicht im Haus gehalten. Das Wetter war einfach zu schoen. Also nix wie rauf auf’s Moped, ab zur Tanke und dann auf die Piste. Ich bin mal wieder meine „Hausstrecke“ gefahren: Die Route 20 (Koshu Kaido), die von Tokio bis nach Kofu fuehrt (ca. 240 km). Bis kurz hinter Tokyo ist die 20 noch dreispurig, geht dann bis Takao zweispurig weiter und verengt sich dann auf eine Spur, die ueber den Takao san fuehrt. Eine schoene Strecke, die mich ein wenig ans Sauerland erinnert, vor allem, wenn man den Strecken um die vielen Stauseen in der Kanagawa-Praefektur folgt. Dabei tun sich einem oft gewaltige Ausblicke auf, wenn zum Beispiel die Strasse direkt hinter den Leitplanken in einem Felshang endet, der wohl 300 Meter tief und steil abfaellt.




Leider vergessen die technikbegeisterten Japaner nur allzu oft, die Staudaemme, Bruecken, Uferstrassen und andere technische Bauwerke, ein bisschen besser in die Natur einzufuegen. Staudaemme muessen nicht haesslich sein, wie man an der Moehnetalsperre im Sauerland sehen kann. Auch haesslich: Die oft voellig in Beton gegossenen Steilabhaenge an Bergen. Gut, Erdrutsch –und Lawinenschutz muss sein, aber auch das geht schoener.
Egal, den Spass am Fahren nimmt einem das eher nicht und es sind noch genug eher wenig angetastete Flecken Natur am Strassenrand vorhanden.
Auf dem naechsten Foto sieht man eine typische Kurveneinfahrt auf der 20. Ja, die roten Streifen sind ein wenig erhoben, um die „boesen“ Biker einzubremsen. Was bei trockener Strecke eher wegen der Ruckelei nervt, wird bei Naesse gefaehrlich. Dann geht’s nur noch extrem vorsichtig um die Kurven. Bei Naesse stoeren auch die vielen Bremsspuren von Hobbyrennfahrern, die hier wohl oft nachts unterwegs sind. Bei Regen sind die Bremsspuren glatt wie Schmierseife.


Kurveneinfahrt auf der Route 20



Waehrend im Sauerland viele Strecken (z.B. der beruechtigte Ochsenkopf) fuer Biker gesperrt sind, habe ich das hier in Japan noch nicht gesehen. Einzig fuer Mopeds unter 125 Kubik ist die Strecke ueber den Takao san gesperrt. Gepolsterte Leitplankenstuetzen, wie man sie in Deutschland oft sieht, habe ich in Japan auch noch nicht gesehen. Trotzdem sieht man praktisch keine Blumen fuer tote Biker am Strassenrand. Die sieht man eher in der Innenstadt von Tokyo.


So, diesen Freitag muss ich ins License Office zur ganztaegigen Nachschulung. Bin mal gespannt, was mich da erwartet, vor allem weil ich ja Auslaender bin und die mir eigentlich einen Uebersetzer stellen muessen. Werde auf jeden Fall Bericht erstatten.