Es weihnachtet sehr....

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Ich wünsche allen meinen Lesern ein besinnliches Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ja, auch den Artisten, die versuchen mit ihren Spamkommentaren Unruhe hier herein zu bringen, wünsche ich dasselbe. Vielleicht kapiert ihr ja im neuen Jahr, das bei Blogger alle Links automatisch das "rel=nofollow"-Tag verpasst bekommen und euer PageRank deshalb absolut nicht verbessert wird. Anklicken tut die Links ja eh keiner. Das ist doch mal ein guter Vorsatz für das neue Jahr: "Ich versuche etwas zu kapieren, auch wenn es mir mangels Hirnressourcen äußerst schwer fällt."

Davon ab, kostet mich, wenn das Zeug nicht eh direkt im Spamordner verschwindet, das Entfernen von dem Scheiß höchstens 3 Klicks. Das Eintragen von Hand dauert deutlich länger. Und mal ehrlich: Wer klickt denn Werbeshit an, der offensichtlich von Hand eingetragen wurde, noch dazu wenn die IP der Homepage in so einem vertrauenswürdigen Land wie Weißrussland registriert ist? Was muß eigentlich alles im Leben schiefgehen, das man so weit unten landet und für sein eigenes "Unternehmen" nicht mal die paar Kröten für Adword und einen vernünftigen Provider über hat? Hm? Mal drüber nachdenken.

So, genug gemault. Ist´s einfach nicht wert. Ich hoffe ihr muckelt euch schön in eine Decke -wenn´s sein muß auch zusammen mit der/dem Liebsten- und macht euch ein schönes Weihnachtsfest. In Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit für Schnee ja dieses Jahr sehr hoch. Hier war es heute auch kalt (um 19 Uhr waren es 3 Grad...), aber unter einem strahlend blauem Himmel.

2012 waren es ein paar Einträge weniger als sonst. Dieses Jahr wird mir als chaotisch, unberechenbar und verletzend in Erinnerung bleiben. Für mich hat sich vieles bedeutend verändert. Kein Problem, ich bin ne harte Nuss und werde damit fertig. Einigen Leuten musste ich vor den Kopf stoßen. Tut mir leid, es ging nicht anders. Irgendwann werdet ihr verstehen, das es besser für euch war. Aber auch dieses Jahr konnte ich wieder dabei helfen, hier in Japan Fuß zu fassen, einen Job zu bekommen, alles etwas besser zu meistern. Das macht mich ein wenig stolz. Euch hoffentlich auch. Danke für euer fortwährendes Interesse an meinen Ergüssen. Ich hab euch lieb.

Bis denne.....

Soweit die Füße tragen......

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Ihr wusstet es vielleicht noch nicht, aber ich bin ein Schuhfetischist. Was? Das schreibe ich in jedem 2. Eintrag? Na und? Ist das hier mein Blog, oder was?

Ich bin natürlich nicht so ein Schuhfetischist, das ich mir Stöckelschuhe anziehe und mir darauf den „Biber ausbürste“. Und nein, ich bin auch nicht einer dieser Irren, die sich auf Bilder von Stöckelschuhen den „Teppich ausklopfen“. Nope. Ich mag halt Schuhe und versuche sie solange wie möglich pfleglich zu behandeln.

Trotzdem kaufe ich mir natürlich ab und zu auch mal neue Schuhe. Einem Tip eines meiner Arbeitskollegen folgend, begab ich mich also auf die beschwerliche Zugreise in einen "echt tollen" Schuhladen. Mit einem Seitenblick auf seine eigenen Schuhe hätte ich es eigentlich besser wissen müssen. Endlich angekommen betrete ich also voller Erwartung den Laden und befinde mich augenblicklich in einem Paralleluniversum.  Um mich herum sehe ich nur „Final Fantasy-Stiefel“, Sneakers in Knallfarben, oder die typischen „Clownschuhe“ mit den nach oben stehenden Spitzen. Ein bisschen besser versteckt stehen dann auch die typischen Plateauschuhe, oder Schuhe mit hohen Einlagen.

Ich hab mal eine kleine Montage zusammengeschustert (passend zum Thema...). Dies sind laut Amazon die Haute Cotoure unter den japanischen Schuhen:


Heiliger Batman!

Keine Frage, für so manche dieser Schuhe würde man in Deutschland Prügel beziehen. Aber wie sagt man so schön: Andere Länder, andere Mauken. Und da sieht er mich auch schon, der Schuhverkäufer des Grauens: Ca. 40. Jahre und Kilo. Einer von diesen Typen die unter der Dusche hin und her springen müssen, damit sie nass werden. Gefärbte Haare, die Farbe natürlich rausgewachsen. Der Schnitt auch.
Neben seinem speckigen 1man Anzug fallen mir sofort seine dreckigen, abgelaufenen "Clownschuhe" auf.
In letzter Sekunde kann ich durch eine schnelle Drehung auf meinen Absätzen (natürlich NICHT schiefgelaufen...) und einen weltmeisterlichen Sprint aus seinem Provisionskreis flüchten. Mit uns beiden, das wird nichts, Kollege. Schnell weg hier.

Trotzdem, ich bin angefixt und brauche jetzt unbedingt neue Schuhe. Also nehme ich erneut eine beschwerliche Reise auf mich und fahre in den Adidas Flagshop in Ginza. An meine Füße lasse ich hauptsächlich nur Adidas. Jaja! Und Socken natürlich! Es gibt einiges an Modellen, die Adidas nur für Japan, ja sogar nur für diesen Flag Shop oder den Shop auf Odaiba herstellt. Wenn diese dann nicht allzu knallig bunt oder „auf japanische Vorlieben“ hin geschustert wurden, brauche ich nur zu warten, bis sie drastisch reduziert auf dem Grabbeltisch landen. Ich habe z.B. für die legendären Snakeskin Skater mit schwarzen Schlangenlederinlets nur schlappe 4000 Yen bezahlt. Alter Ladenpreis: 18900 Yen. Die gab es in dieser Farbe nur in Japan und nur für kurze Zeit. Yosh! Auch was feines: Die Schuhe von Adidas Porsche Design. Sind nicht alle mein Geschmack und oft auch einfach viel zu teuer, aber 3 feine Exemplare hab ich mir in Anfällen purer Dekadenz auch zugelegt. Herrlich.

Der Laden ist genau mein Ding, weil die Schuhe in meiner Größe (jap. 28) ziemlich einfach auf dem Grabbeltisch zu finden sind, weil sie den J-Dudes a) nicht gefallen, oder b) eh viel zu groß sind. Jaja, die meisten Japaner ziehen zwar zu große Schuhe an (He, der hat aber große Füsse. Der hat sicher auch nen‘ großen Dingdong....) und Fabrikate japanischer Hersteller lassen die „Vorliebe“ auch in ihr Design einfließen, aber mit non-J Schuhen wird es da schon schwierig. Da sind dann schon mal ein paar Zentimeter Platz hinter der Hacke und dementsprechend „schleichen“ die Träger dann auch durch die Gegend. An alle Leute mit Latschen über 28 (ca. 43,5): Zieht lieber in ein anderes Land. Es gibt zwar durchaus Läden mit grossen Schuhen, aber die Treter dort sehen so ....... ja, ........ scheisse aus und sind noch dazu elendig teuer.
Heute mussten es ein paar Boots aus der Adidas NEO-Kollektion sein. Ist ja schliesslich Winter. Weil die Dinger kaum einem normal gewachsenem Japaner passen, waren sie 60% reduziert. Klasse! Schnäppchen!

Und hier eine repräsentative Auswahl meiner Adidas-Treter:   


Meine Schätzchen.....
Klar, ich hab noch mehr Adidastreter, auch noch ein paar Klassiker. Und von Fila hab ich auch noch 2 Klassiker (z.B. die Fila Ferrarisneaker), aber ich hatte keinen Bock, alles rauszukramen, Weiss eh schon nicht mehr wohin mit dem Zeugs....

Ho?

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Ein Tag im Leben des c.

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Missmutig schließe ich meine Tür auf. Natürlich gegen den Uhrzeigersinn. Warum muss hier eigentlich alles andersherum laufen, als in anderen Ländern? Naja, nicht alles. Aber einige substantielle Dinge, wie z.B.: Zählen. Wir „poppen“ die Finger hoch zum Zählen, was ja Sinn macht, denn mit dem Zählen an sich vergrößert sich ja die Menge, also auch die Menge der Finger. Die Japaner fangen mit der „vollen“ Hand an.

Oder das Heranwinken von Personen. Wir „Wessis“ haben dabei die Handinnenfläche nach oben und ziehen beim Winken die Hand zum Körper. Mach ja Sinn. Die Japaner halten die Finger nach unten und ziehen die Hand nicht zum Körper. Selbst nach 7 Jahren muss ich immer zweimal hinschauen, um das nicht mit einem herzlichen „Verschwinde“ zu verwechseln.

Sei’s drum. Ich schließe also missmutig meine Stahltür auf und ziehe sie nach außen auf. Nach außen. Naja, drinnen wäre auch kein Platz für die Tür, dafür ist dann aber Einbrechen auch nicht so einfach. Nicht das jemals Jemand einbrechen würde. Außerdem kann man so den Zeugen Jehovas, Jim und John von der Baptistenkirche und dem NHK-Gebühreneintreiber so sofort mal zeigen wo der Hammer hängt, indem man die Tür betont schwungvoll öffnet. Besonders dann, wenn die Typen direkt vor der Tür stehen. Hm, meine Stahltür hat schon einige tiefe Dellen.....

Es ist kalt. Nein, nicht nur draußen, sondern auch drinnen. Immerhin hat es die „hochmoderne“ Isolierung meiner Bude es geschafft, die Temperatur einen Grad höher zu halten, als die 7 Grad draußen. Ich mache also die typischen 3 Handbewegungen eines heimkehrenden Single-Salariman: 1. Gasofen an, 2. Heizteppich an, 3. Klimanalage auf 30 Grad stellen. Viele meiner Nachbarn haben keinen Gasofen. Ist ja sooo kompliziert, ein T-Stück am Anschluss für den Gasherd zu installieren und einen Gasschlauch ins Wohnzimmer zu legen. Dafür brauch man nicht mal Werkzeug. Die Gasverlängerung wird einfach nur gesteckt. Die machen dann eben ihren Gasherd an. Beide Flammen.

Während ich mir mein kärgliches Abendessen zubereite, starte ich schon mal das heiße Wasser für’s Bad. Einfach Stöpsel in die Wanne, dann in der Küche die Temperatur vorwählen und schon läuft das warme Wasser. Noch sinnvoller wäre es natürlich, wenn man auch den Stöpsel von der Küche aus einstöpseln könnte. Ob das bei neuen Badewannen geht? Bestimmt. Nach 10 Minuten meldet sich die freundliche Dame meiner Badewannenautomatik: In 5 Minuten ist ihr Bad für sie bereit.“ Hm, wie die wohl aussieht? Wahrscheinlich hat sie nur ne‘ tolle Stimme und ist ansonsten bratzhäßlich. Ich stelle mir vor, wie sie meinen Wasserhahn aufdreht und dann diesen Satz in mein Ohr flüstert. Jeden Tag. Jeden Tag denselben Satz. Nun ja, ich esse erstmal. Währenddessen kümmert „Sie“ sich um mein Badewasser. Sobald die Wanne voll ist, stoppt sie automatisch das Wasser und meldet sich nochmal. Wenn ich nun nicht reagiere und in die Wanne steige, kommt nach 10 Minuten die Ansage: „Das Wasser wird nun für sie auf der von ihnen eingestellte Temperatur gehalten, ehrenwerter Meister“. Ok, „ehrenwerter Meister“ sagt sie nicht. Aber ich fänds toll. Schließlich bezahle ich sie ja.

Nach dem Bad (Den Stöpsel muss ich selbst herausziehen...) ist meine Wohnung auf eine erträgliche Temperatur aufgeheizt und ich stelle die Klimaanlage aus. Der Gasofen und der Heizteppich reichen jetzt zum Halten der Temperatur. Bei meiner Nachbarin läuft die Aircon Tag und Nacht. Ich habe schon daran gedacht, ihr einen Stock in den rasselnden Wärmetauscher zu stecken, so das der laute Motor endlich verreckt. Wenn das so weitergeht, kaufe ich ihr einen Gasofen und schließe ihn auch noch an.

Nach dem Abendessen trinke ich mir eine Dose Bier (das hört sich irgendwie erbärmlich an, oder?) und spiele Final Fantasy 13 auf meiner PS3. Jaja, so ein alter Schlumpf und zockt noch Games? He, ich bin mit Games aufgewachsen! Angefangen hat alles mit einer Mattel Intellivison Konsole, dann gings über C64, Amiga500/600, 386er PC, 486er IBM Thinkpad mit Schmetterlingstastatur, der erste Pentium (7000 Ocken!), Playstation1-3, usw. usf. und letztendlich zu meinem gegenwärtigem Equipment: Tower-PC mit Intel i7, overclocked & wassergekühlt, Android Pad und Netbook mit Intel Atom. Natürlich alles via Netzwerk miteinander verlinkt und auch 3D-TV, Hifianlage und PS3 sind im Netzwerk, zusammen mit 3TB an Network-HD’s. Was ich mit all dem Scheiß mache? Nix! Stattdessen spiele ich ein 4 Jahre altes Spiel und finds geil. Nebenbei fällt mir nun auf, wo Cameron seine Idee für Avatar weg hat. Er hat nämlich so ziemlich alles aus FF13 geklaut und nur seine Helden blau gefärbt. Die Landschaften, Musik, Kameraführung, Raumschiffe, ja selbst die Flugsaurier und dessen „einfangen“ gibt es in FF13. Alles schon mal dagewesen......  

Nachdem ich einen Alpha Behemoth erledigt habe, lege ich mich hin und lese noch ein bisschen in Murakamis „Hardboiled Wonderland und das Ende der Welt“. Gute Nacht Vanille. Gute Nacht coolio..........